Amtsbericht 1998 des Regierungsrates

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1999-040 vom 2. März 1999


Amtsbericht 1998 des Regierungsrates


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





10 Amt für Kultur

10.1 Forschungsstelle für Baselbieter Geschichte

Bis auf das Projekt zur Geschichte der Stadt Laufen sind inzwischen alle wissenschaftlichen Studien abgeschlossen, welche die Forschungsstelle Baselbieter Geschichte vergeben hat. Zwei weitere Projektberichte sind als Monographien im Kantonsverlag erschienen.
1998 konzentrierte sich die Forschungsstelle in erster Linie auf die Herstellung der neuen Baselbieter Geschichte, die im Jahr 2001 in sechs Halbbänden publiziert wird. Als erster Band ist der fünfte Teil über das 19. Jahrhundert in die Produktion gegangen. In zweiter Linie begann die Forschungsstelle in engem Kontakt zum Projekt "Basel 2001", die Ideen zur Lancierung der neuen Kantonsgeschichte zu konkretisieren, welche der Regierungsrat am 16. September 1997 zur Kenntnis genommen hatte.
Die Forschungsstelle Baselbieter Geschichte hatte 1998 einen starken personellen Wechsel erfahren. Drei der fünf langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind innert weniger Monate ausgeschieden oder haben ins Auftragsverhältnis gewechselt. Die personellen Lücken konnten rasch durch neue Kräfte gedeckt werden.

10.2 Kantonsbibliothek

10.2.1 Bibliothekskommission

Die Arbeitsgruppen der Kommission traten im Berichtsjahr zu 26 (21) Sitzungen zusammen. Sie publizierte die kantonale Bibliotheksstatistik und andere Fachinformationen im Jahrbuch "Unterwegs in der Baselbieter Bibliothekslandschaft 1997". Ein Rücktritt und eine Neuwahl waren zu verzeichnen. Die Präsidentin wurde von Biblio3 für zwei Jahre als Vorsitzende gewählt.

Den 8. Kurs für nebenamtliche Bibliothekarinnen und Bibliothekare schlossen 18 Teilnehmerinnen erfolgreich ab. Der Ausbildungskurs wurde gemäss den neuen SAB-Richtlinien überarbeitet und in einen Grundkurs und einen Leitungskurs aufgeteilt. Am Schulbibliothekarenkurs nahmen 14 Lehrpersonen teil.
In Aesch veranstaltete die Bibliothekskommission zusammen mit BIBLIO3 eine Fortbildungstagung zum Thema "Jugend und Bibliothek".

Im Januar fand das 6. Treffen der Leiterinnen und Leiter der Gemeindebibliotheken statt. Die Bibliotheken beider Basel führten am Unesco-Tag des Buches einen gemeinsamen Bibliothekstag mit verschiedenen Aktionen durch. Eine Delegation der Kommission besuchte die Stedtlibibliothek Laufen und erstellte zu Handen des Gemeinderats einen Bericht. Die Kommission beriet die Gemeinde und die Bibliothekarinnen beim Aufbau der neuen Bibliothek in Oberdorf.
Die Präsidentin nahm an der Kantonskonferenz auf der Lenzburg teil. An der Tagung der Bibliotheksdirektoren und -direktorinnen von Deutschland in Freiburg i. B. berichtete sie über die Arbeit von Biblio3. Sitzungen von Biblio3 fanden in Basel, Lörrach und Thann statt.

10.2.2 Kantonsbibliothek

Das Leitbild 'Bibliotheken Baselland für Bildung, Begegnung, Kultur und Freizeit' wurde von der Regierung in ihrer Sitzung vom 20. Oktober zur Kenntnis genommen. Es soll Grundlage für die Bibliotheksentwicklung der nächsten 5 - 10 Jahre bilden.

Eine zentrale Massnahme, die Zusammenführung der auf sechs verschiedene Standorte verteilten Kantonsbibliothek und deren Neuunterbringung, konnte bereits in Angriff genommen werden. Zur Umnutzung der ehemaligen Weinhandlung Roth am Bahnhofplatz 6 wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben.

Mit der homepage www.kantonsbibliothek.bl.ch ist die Kantonsbibliothek im Internet präsent. Neben Neuerscheinungslisten und nützlichen links wird der Katalog mit Bestell- und Vormerkfunktion angeboten. Für die Informationsvermittlung wird das Internet immer mehr zu einem unverzichtbaren Arbeitsinstrument.

Am internationalen Tag des Buches, am 23. April, begingen die Bibliotheken aus Basel-Stadt und Basel-Landschaft ihren ersten gemeinsamen Bibliothekstag. Die Teilnahme der Bibliotheken sowie der Publikumszuspruch waren beeindruckend.

Baselbieter Bibliotheksverbund (BBV)
Dem BBV gehören 6 Bibliotheken an; nämlich die Kantonsbibliothek, die Mediothek der Gewerblich-Industriellen Berufsschule Liestal (GIBL) sowie die Bibliotheken des Lehrerseminars, des Kantonsmuseums, des Staatsarchivs und des Gymnasiums Liestal. Die Bestände des Kantonsmuseums und des Staatsarchivs sind nun vollständig rekatalogisiert und im Katalog nachgewiesen. Damit ist das Baselbieter Schrifttum in einem zentralen Katalog abfragbar.


* Nicht berücksichtigt ist der ältere Buchbestand, der nicht im Verbundskatalog nachgewiesen ist, sowie die noch nicht ausleihbaren Einheiten.

10.2.3 Benutzung

Es haben sich 1'816 (1'773) Benutzerinnen und Benutzer neu eingeschrieben und 1'580 (2'644) inaktive wurden gelöscht. So nahm die Zahl der eingeschriebenen Benutzerinnen und Benutzer insgesamt um 1.9% zu und betrug Ende des Berichtsjahres 12'206 (11'977). Überdurchschnittlich waren die Zunahmen bei den Kindern und Jugendlichen unter 14 Jahre. Die gebührenpflichtigen Erwachsenen machen 54.7% der Gesamtbenutzerschaft aus.

Das Einzugsgebiet der Kantonsbibliothek dehnt sich weiter aus und erstreckt sich mittlerweile auf das ganze Kantonsgebiet. Die Stadt Liestal stellt mit 24.4% (25.6%) aller Benutzerinnen und Benutzer erstmals weniger als ein Viertel der gesamten Benutzerschaft.
Der prozentuale Anteil der in der Kantonsbibliothek als Leserinnen und Leser eingeschriebenen Personen an der Wohnbevölkerung liegt wiederum in Seltisberg mit 26.5% (26.6%) am höchsten. In acht weiteren Gemeinden (Arboldswil, Bubendorf, Hölstein, Lausen, Liestal, Lupsingen, Ramlinsburg, Ziefen) liegt er bei über 20% sowie in 12 Gemeinden bei über 10%.

175'558 (168'476) Personen haben die Freihandbibliothek besucht. Dies sind 14'638 (14'040) Besucherinnen oder Besucher pro Monat oder 693 (665) pro Tag.

Benutzerinnen- und Benutzerstatistik:


Die Ausleihen haben gegenüber dem Vorjahr um 28'232 (11'830) Einheiten oder um 10.9% (4.6%) zugenommen. Überdurchschnittlich hoch sind die Zuwachsraten bei der Belletristik sowie den Jugendvideos und Jugendkassetten.

Das Ausleihvolumen erreichte im Tagesdurchschnitt 1'135 (1'024), an Spitzentagen jedoch über 1'900 (1'500) Bücher und Medien. Mit 26'091 (24'864) Ausleihen war der März der ausleihstärkste Monat. Der höchste Tagesumsatz wurde mit 1'971 Ausleihen am 29. Dezember erreicht.

10.2.4 Buch- und Medienbestand

Die Neuzugänge an Büchern und Medien haben gegenüber dem Vorjahr um 0.7% (1.8%) zugenommen. Auf Grund der starken Nutzung mussten 3'063 (3'642) Bücher und Medien ausgeschieden werden. In der Freihandbibliothek liegen 66 (63) und im Lesesaal 112 (105) Zeitungen und Zeitschriften zur freien Benutzung auf. Insgesamt werden 793 (828) Periodika verwaltet, davon 54 (55) als Depot der Naturforschenden Gesellschaft.

Mit der Ausleihe von Kassetten für Jugendliche wurde ein neues Angebot geschaffen.

Die Koordination mit dem Staatsarchiv im Bereich der Sammeltätigkeit der periodisch erscheinenden Baselbieter Amtsdruckschriften wurde verbessert und Doppelspurigkeiten eliminiert.

Die Vereinbarung mit der Volkshochschule beider Basel, dass die in den Kursen empfohlene Literatur - unter Wahrung einer gewissen Verhältnismässigkeit - von der Kantonsbibliothek anschafft wird und bei Kursbeginn zur Verfügung steht, wurde erfolgreich weitergeführt.

Zuwachsstatistik:

Die Freihandbibliothek ist bereits überfüllt und vermag keinen Buch- und Medienzuwachs mehr aufzunehmen. Um die Neuerwerbungen präsentieren zu können, müssen immer ebenso viele Bände aus der Freihandbibliothek entfernt, umgearbeitet und ins Magazin gestellt werden.
Die fünf Magazinräume mit rund 123'000 Bänden sind auf 5 Liegenschaften verteilt.

Die meisten Neuzugänge des Berichtsjahres sowie ältere Baselbieter Publikationen und Artikel aus Baselbieter Periodika wurden direkt in den Computer katalogisiert. Insgesamt wurden 7'473 (6'576) Einheiten formal und inhaltlich erschlossen und 3'063 (3'642) Aufnahmen von ausgeschiedenen Medien gelöscht. Am 31.12.1998 enthielt die Datenbank der Kantonsbibliothek 63'115 ausleihbare Einheiten und 69'700 Titelaufnahmen.

10.2.5 Beauftragte für Schulbibliotheken und Jugendliteratur

1998 besuchte die Beauftragte zusammen mit Mitgliedern der Bibliothekskommission 19 Bibliotheken an Primar- und Realschulen im Bezirk Sissach sowie 12 Sekundarschulbibliotheken. Visitationsberichte mit Angaben zur Situation und Empfehlungen wurden an die Bibliothekarinnen und Bibliothekare sowie an die Rektorate, Schulpflegen und Gemeindebehörden verschickt.

Der Grundkurs für Schulbibliothekarinnen und Schulbibliothekare wurde vom 3.-7. August 1998 in der Schulbibliothek der Sekundarschule Pratteln durchgeführt. 12 Lehrerinnen und Lehrer verschiedener Schulstufen haben daran teilgenommen.

Am 19. November fand speziell für Schulbibliothekarinnen und Schulbibliothekare eine Veranstaltung zum Thema "Neue Sachbücher für die Schulbibliothek" statt.

Während zweimal zwei Tagen (29./30. Oktober und 23./24. November) bereiste der Schriftsteller Lukas Hartmann das Baselbiet und besuchte verschiedene Schulen. Insgesamt hielt er 12 Lesungen an Primar- , Real- und Sekundarschulen sowie an einem Gymnasium.
Gemäss Ausleihstatistik 1998 der Zentrale für Klassenlektüre wurden an Baselbieter Schulklassen 779 (628) Serien mit insgesamt 14'750 (12'771) Büchern ausgeliehen. Damit ist die Ausleihe um 24% angestiegen. Auch 1998 wurde wieder ein Werbeschreiben mit Plakat an alle Schulbibliothekarinnen und Schulbibliothekare versandt. Die Präsenzbibliothek bei der Beauftragten wurde von verschiedenen Lehrkräften besucht.

1998 haben neun Schulen ihre Schulbibliothek auf EDV umgestellt und arbeiten jetzt mit BiThek.

10.3 Hauptabteilung Kulturelles

10.3.1 Kulturpolitische Massnahmen

Der im Jahre 1997 in Kraft gesetzte Kulturvertrag zwischen den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt wurde zum ersten mal in vollem Umfang ausgeschöpft. Gemäss den vertraglichen Bestimmungen standen im Berichtsjahr Fr. 7,023 Mio. zur Verfügung. Aus dem Institutionsteil gingen Fr. 6,38 Mio. an 16 Institutionen und aus dem Dispositionsteil Fr. 0,64 Mio. an 4 Grossprojekte der Musikakademie, der Kulturwerkstatt Kaserne, des Historischen Museums und des Museums der Kulturen.

Die Subventionsverhältnisse mit der Kunsthalle Palazzo (Liestal) und dem Kunstverein Baselland (Kunsthaus Muttenz) wurden bis zum Jahre 2001 neu geregelt. Der Kunstverein Baselland erhielt zusätzlich zur namhaften Aufstockung der bisherigen Subvention für den Betrieb im neuen Kunsthaus einen einmaligen Infrastrukturbeitrag in der Höhe von Fr. 150'000.--. Die Erneuerung des Subventionsverhältnisses mit dem Festival Neue Musik in Rümlingen ist aus konzeptionellen Erwägungen auf 1999 verschoben worden.

Ende Mai entschied der EU-Kulturministerrat über die Kulturstadt-Bewerbung der beiden Basler Kantone. Die Region Basel kann, wenn immer möglich in Partnerschaft mit Riga (Lettland) im Jahre 2001 einen "Europäischen Kulturmonat" durchführen.
Es soll - gemäss einem gemeinsamen Regierungsratsbeschluss BS/BL vom 23. November 1998 - im Oktober/November 2001 als "Musikmonat" stattfinden. Die Vorarbeiten der beauftragten Projektleitung sind im Gang.
Die gleiche Projektleitung BASEL 2001 hat auch die Planung der Aktivitäten im Zusammenhang mit der EXPO.01 und das Jubiläum "500 Jahre Basel beim Bund der Eidgenossenschaft" intensiviert. Das Jahr 2001 soll drei kulturelle Akzente im Winter (Jubiläum), Sommer (Zunftfest/expo.01) und Herbst (Europäischer Musikmonat) haben. Die einzelnen Projektträgerschaften sind bestimmt. Die Planungen sind angelaufen.

In Kooperation mit dem Erziehungsdepartement Basel-Stadt und dem Rockförderverein der Region Basel wurde in der Sparte Rock ein öffentlicher Tournee-Wettbewerb für Rockgruppen aus der Region Basel durchgeführt.

Seit dem 1. April 1998 ist das Modell zur gemeinsamen Literaturförderung BS/BL analog den Bereichen Theater und Tanz, sowie Film, Video und Fotografie in Kraft. Der gemeinsame Fachausschuss BS/BL Literatur mit einem Förderkredit in der Höhe von Fr. 160'000.-- p.a. hat seinen Betrieb aufgenommen.
Auf Antrag des Kulturrates vergab der Regierungsrat einen Spartenpreis für Literatur an die Übersetzerin Giovanna Waeckerlin-Induni (Basel) und einen Förderpreis an den Filmautoren Edgar Hagen (Basel). Das diesjährige Kulturpreisfest fand in der Unteren Fabrik in Sissach statt.

Förderbeiträge 1998 in der Sparte Musik erhielten der Chorleiter Christoph Huldi (Muttenz) und der Komponist René Wolhauser (Basel) und die Sängerin (Stephanie Cea) Luana (Basel).

10.3.2 Räume und Infrastruktur

Der regionalen Kunstszene steht seit Januar 1998 ein neues Kunsthaus zur Verfügung, an dessen Einrichtungs- und Umbaukosten sich der Kanton Basel-Landschaft mit einem namhaften Beitrag beteiligte.
Ganz im Zeichen der bisher erfolgreichen Grundsätze zur kulturellen Raum- und Infrastrukturpolitik wurden einige Infrastruktur Projekte zur Verbesserung der künstlerischen Rahmenbedingungen mit namhaften Beiträgen unterstützt: u.a. Kulturwerkstatt Kaserne, Konzertfabrik Z7, Musikakademie, GSMBA-Künstlerhaus.

10.3.3 Projekte und Programme

Das Jahr 1998 stand im Zeichen der kulturellen und staatspolitischen Veranstaltungen und Projekte zu den Jubiläen von "150 Jahre Bundesverfassung", "200 Jahre Helvetik" und "150 Jahre Badener Revolution". Höhepunkte im Baselbiet waren die "Jeux républicains" im Theater ROXY Birsfelden und in Arlesheim und vor allem die Ausstellung "Wirtshaus, Hinterzimmer und Salon - Deutsche Demokraten im Baselbieter Exil" im Dichtermuseum in Liestal. Das gemeinsam gefeierte Volksfest "Zämme feschte - zämme lääbe" im September bildete den Abschluss der regionalen Festivitäten.

In Zusammenarbeit mit (Co-)Produzenten der Region wurden die bestehenden Programme der Erziehungs- und Kulturdirektion (Konzertreihen in Waldenburg und Sissach, Kulturelles in Schulen, Landkino) weitergeführt.
Die Programmreihe Wintergäste im Ebenrain wurde erneut mit der Stadt Lörrach koproduziert.

Alle laufenden Kunst- und Kulturförderungsprogramme wurden gemäss den geltenden Fördermodellen weitergeführt.

Mit dem Ziel, die Information und den politischen Diskurs noch besser zu verteilen resp. anzuregen, erschien die Info-Gazette Kulturelles 5mal pro Jahr.

10.4 Archäologie und Kantonsmuseum

10.4.1 Allgemeines und Personelles

Nach 30 Dienstjahren ist der bisherige Leiter der Dienststelle, später der Hauptabteilung, vorzeitig in den Ruhestand getreten; bereits im April hatte er die Leitung der Hauptabteilung an seinen Stellvertreter abgegeben. Auf 1.1.1999 war bereits im Herbst 1998 im Sinne einer Laufbahnplanung seine Nachfolgerin in der Museumsleitung gewählt worden. Die personellen zogen auch stukturelle Veränderungen nach sich, was sich in einer Überarbeitung der Dienstordnung äusserte.
Eine Mitarbeiterin aus dem Bereich Ausstellungskoordination und Museumspädagogik verliess die Hauptabteilung auf den 1. Juni. Die beiden Stellenvakanzen konnten ausgeschrieben und auf 1.1.1999 neu besetzt werden.

Das Museumsleitbild Baselland wurde am 20. Oktober vom Regierungsrat zur Kenntnis genommen.
Das seit langem in Arbeit befindliche Archäologiegesetz wurde ein letztes Mal überarbeitet und lag per Ende Jahr zur Verabschiedung in der Kulturkonferenz bereit.
Die Leistungsaufträge wurden überarbeitet und vervollständigt.
Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nahmen an Fachtagungen und Kongressen teil und hielten dort mehrere Vorträge, beteiligten sich an Podiumsgesprächen und boten Kurse, Übungen und Exkursionen an der Universität Basel, dem Nachdiplomstudium Museologie und der Volkshochschule an.

10.4.2 Publikationen

Pascal Favre, Therese Schaltenbrand, "piep show". Kantonsmuseum Baselland Liestal. Begleitbroschüre zur gleichnamigen Osterausstellung
Reto Marti (mit Beiträgen von Sylvia Fünfschilling und Markus Peter), Frühmittelalterliche Siedlungsfunde aus dem Castrum Rauracense (Grabung Kaiseraugst, "Jakobli-Haus" 1994.02). JbAK 17, 1996, 149-195.
Reto Marti, Ein verlorenes Epitaph des 7. Jahrhunderts? In: Mille Fiori, Festschrift für Ludwig Berger. Forschungen in Augst 25 (Augst 1998) 295-301.
Simon Burnell, Die reformierte Kirche von Sissach BL, Mittelalterliche Kirchenbauten und merowingerzeitliche "Stiftergräber". Archäologie und Museum 38 (Liestal 1998).
Jürg Tauber (Hrsg.), "Keine Kopie an niemand!". Festschrift für Jürg Ewald zu seinem sechzigsten Geburtstag. Archäologie und Kantonsmuseum Heft 39. Liestal.
Jürg Ewald, Jürg Tauber (Hrsg.), Tatort Vergangenheit. Ergebnisse aus der Archäologie heute. Basel.

10.4.3 Kantonsmuseum Baselland Liestal

Umzug der Depots ins BZM, Muttenz
In insgesamt 12 Sitzungen liefen die Vorbereitungsarbeiten zum Bezug der neuen Lagerräumlichkeiten im Bildungszentrum Muttenz (BZM), welche die Aufhebung verschiedener dezentralisierter Lagerräume erlauben. Dies bedeutet eine Qualitätsverbesserung der Lagerbedingungen, welche die Werterhaltung der kantonalen Sammlungen positiv beeinflussen wird.

Ausstellungen
Sonderausstellungen

Herausragende Ausstellung war 1998 "Tatort Vergangenheit". Die Resultate wissenschaftlicher archäologischer Untersuchungen der Kantonsarchäologie Baselland in den letzten Jahrzehnten wurden in Form einer originell gestalteten Ausstellung und in einem ansprechenden, reich bebilderten Begleitband einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Ein zweiter Höhepunkt war 1998 die Ausstellung zur Jugendkultur, die das Kantonsmuseum vom Stapferhaus Lenzburg übernehmen konnte. Da der Platzbedarf für diese Ausstellung grösser war als der im Kantonsmuseum zur Verfügung stehende Raum, wurde ein Teil im 1. Stock des leerstehenden Amtshauses aufgebaut.

Vorarbeiten für kommende Ausstellungen
Die Dauerausstellungen des Kantonsmuseums BL sind nun bereits über 10 Jahre alt und bedürfen der Erneuerung. Die ersten konzeptionellen Überlegungen wurden angestellt und mit verschiedenen Fachkräften breit diskutiert.

Bildung und Vermittlung
3'880 Personen besuchten die vom Kantonsmuseum Baselland organisierten Veranstaltungen. Thematisch orientierte sich das Veranstaltungsangebot wie üblich an den grossen Wechselausstellungen. 8 Vorträge wurden durchschnittlich von je 28 Personen besucht. Die klassische Vermittlungsform des Vortrags wurde teilweise unkonventionell gestaltet. So wurden zwei Veranstaltungen zur Ernährung der Menschen vergangener Epochen mit einer Quellenlesung resp. einer Degustation bereichert.
Ein erster Jahreshöhepunkt war eine Kindertheatervorstellung am 10. Januar 1998. "Ein Regenwurm will fliegen" mit Ruedi Debrunner und Sven Bachmann begeisterte grosse und kleine Zuschauerinnen und Zuschauer. Weitere Höhepunkte waren das Archäologiefest "Zeitsprünge" in Augusta Raurica (rund 8'000 BesucherInnen) und das Festwochenende anlässlich der Eröffnung der Sonderausstellung "a walk on the wild side.
69 Lehrkräfte besuchten die Weiterbildungsveranstaltungen für Lehrpersonen des Kantonsmuseums. Die Schulklassenbesuche erreichten 1998 einen Höchststand: 356 Klassen mit 6'174 Schülerinnen und Schülern (BL: 293 Klassen; BS: 50 Klassen; andere: 13 Klassen). 43 mal machten Primarklassen von der Werkstatt "Taten am Tatort" Gebrauch.
Neu ins pädagogische Angebot des Museums konnte der geologische Koffer "Swiss Rock" aufgenommen werden. Die Reihe der Museumsapéros, an denen aus dem Arbeitsalltag der Mitarbeitenden berichtet wird, war auch 1998 fester Bestandteil des Veranstaltungsprogramms: 12 mal konnten durchschnittlich die Gäste zum Umtrunk willkommen geheissen werden.
Auch 1998 führte die Vermittlungarbeit über das Museum hinaus. Exkursionen aus der beliebten Reihe "Museum zu Fuss" fanden 1998 viermal statt. So liessen es sich beispielsweise am 24. Oktober 1998 25 Personen nicht entgehen, den Weg "Von der Kirsche zum Kirsch" sinnlich erklärt zu bekommen.
Fast schon Tradition hat die Zusammenarbeit des Kantonsmuseums mit dem Dichter- und Stadtmuseum Liestal am Internationalen Museumstag. Er fand am 17. Mai 1998, stand unter dem Motto "Jubiläumsgeschichten" und führte durch drei Ausstellungen.

Öffentlichkeitsarbeit
Im gewohnten Umfang wurde auch 1998 die Öffentlichkeitsarbeit der Hauptabteilung Archäologie und Kantonsmuseum betrieben: 4 mal pro Jahr informiert das "aktuell" über Sonderausstellungen und Veranstaltungen; 2 mal pro Jahr ermöglicht das "Profil" dem interessierten Publikum einen vertieften Einblick in die Arbeit der HAK. Inserate, Flugblätter, Homepage, Kontakte zu den Medien und diverse andere Werbemittel verhelfen der HAK zu einer starken Präsenz.
Das neue Wegweiser-System, das die städtische Bauverwaltung Liestal in Zusammenarbeit mit dem Kantonsmuseum entwickelt hat, ist beendet und entsprechend einfacher ist nun der Weg zum Kantonsmuseum zu finden.

Besuch und Verkauf
Das Museum war an 306.5 (306.5) Tagen geöffnet und wurde zusammen mit den museumseigenen Veranstaltungen inner- und ausserhalb des Hauses von insgesamt 20'993 (14'430) besucht. Zusammen mit den Veranstaltungen Dritter verzeichnet das Kantonsmuseum eine Gesamtfrequenz von 23'469 (20'980).
Der Verkauf von Drucksachen erbrachte Fr. 27'742.-- (Fr. 29'986.--), derjenige von Bändern und Faksimilia Fr. 21'086.-- (Fr. 23'186.--) und damit einen Bruttoertrag von Fr. 48'828.-
(Fr. 53'172.-).
Die Eintrittsgebühren summierten sich auf Fr. 23'845.- (Fr. 32'198.--) und die Einnahmen für die Vermietung des Kultursaales des Erdgeschosses auf Fr. 12'255.-- (Fr. 11'379.-). Anzumerken ist die Tatsache, dass das Kantonsmuseum 1998 annähernd eine Verdoppelung der Anzahl Schulklassen zu verzeichnen hat: 356 (185) Schulklassen besuchten das Museum, ohne Eintritt entrichten zu müssen.

Sammlungen
Kulturkundliche Sammlungen
Fotosammlung Strübin - Bilderdatenbank
Die neuentwickelte Bilderdatenbank erwies sich in der Testphase mit 500 Dias aus der Strübin-Sammlung als voll funktionstüchtig. Der Dokumentationsstandard ist der Datenbank Schweizerischer Kulturgüter angepasst und der volkskundliche Thesaurus basiert auf einem kulturhistorischen Standardwerk für Museen und Sammlungen. Die Datenbank ist so konzipiert, dass ohne Probleme weitere Bildsammlungen integriert werden können.

Naturkundliche Sammlungen
Wissenschaftliche Arbeit: Die Sammlung der zoologischen Flüssigkeitspräparate wurde 1998 in einer Datenbank erfasst, die sämtliche verfügbaren Informationen zu den einzelnen Objekten enthält und die Übersicht über die Sammlung garantiert, die momentan 87 Objekte umfasst.

Sammlungserweiterungen
Das Museum konnte die 222 aus dem Baselbiet stammenden Objekte der Fossilien-Sammlung des Museums Bally-Prior in Schönenwerd ankaufen.
Von M. Joss, Bevaix, konnte das Museum eine Coleopteren-Sammlung erwerben: 1'450 palaearktische Käfer aus 9 Familien und 435 Arten. Die Tiere sind professionell präpariert, dokumentiert und nach dem System geordnet. Sie stammen zu 60% aus dem Schweizer Jura, die restlichen Käfer wurden in Frankreich, Spanien und Marokko gesammelt.
Von Herrn T. Nüssle, D-Steinen, wurde dem Museum eine Gryphaeakalkplatte von Lörrach-Haagen geschenkt.


Fortsetzung


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