1999-179
Landrat / Parlament
Schriftliche Anfrage von Heidi Portmann: Wiederaufarbeitung
Geschäfte des Landrates || Hinweise und Erklärungen
Autor: Heidi Portmann, SP
Eingereicht: 2. September 1999
Nr.: 1999-179
Die Wiederaufarbeitung des abgebrannten AKW-Brennstoffs ist gefährlich (Strahlenbeiastung, Unfallrisiko, Prolderation), teuer und vervielfacht das Volumen der radioaktiven Abfälle. Für den Kanton Basel-Landschaft bedeutet dieses Verfahren, dass bald einmal die ersten Rücktransporte des Atommülls als hochradioaktive verglaste und mittelaktive Abfälle durch unseren Kanton ins Zwischenlager Würenlingen transportiert werden. Ich bitte deshalb die Regierung um die Beantwortung folgender Fragen:
1. Wieviele Tonnen abgebrannten Brennstoffs aus Schweizer AKW wurden bis Ende 1998 in die beiden Wiederaufarbeitungsanlagen Sellafield und La Hague geliefert?
2. Auf wieviele Tonnen Schwermetall lauten die vertraglich abgemachten Liefermengen?
3. Wieviele Tonnen abgebrannten Brennstoffs können die AKW-Betreiber aufgrund der Optionen der laufenden Verträge noch liefern resp. aufarbeiten?
4. Welche Mengen Uran (in Tonnen Schwermetall) aus Schweizer AKW wurden bis Ende 1998 in den Wiederaufarbeitungsanlagen Sellafield und La Hague, aufgeschlüsselt nach Reaktor, gewonnen?
5. Wo befindet sich (physisch) dieses Uran heute (aufgeschlüsselt nach Mengen, in Tonnen Schwermetall, pro Reaktor und nach heutigen Lagerstandorten)?
6. Haben die AKW-Betreiber in der Vergangenheit Uran aus der Wiederaufarbeitung - gegen oder ohne
Bezahlung - anderen in- und/oder ausländischen Firmen vorübergehend oder endgültig überlassen? Wenn ja,
a) welchen Firmen?
b) welche Mengen (in Tonnen Schwermetall pro Reaktor)?
7. Wieviel betragen die Lagerkosten (in Schweizerfranken pro kg Schwermetall pro Jahr) für die Lagerung von
a) Plutonium
b) Uran
aus der Wiederaufarbeitung von Brennstoff aus Schweizer AKW?
8. Wieviel Uran (in Tonnen Schwermetall) aus der Wiederaufarbeitung schweizerischen Brennstoffs wurde bis
Ende 1998 der Isotopenanreicherung zugeführt, aufgeschlüsselt nach
a) Herkunftsreaktor?
b) Anreicherungsanlage?
c) Anreicherungsdienstleister?
8. Wie verhalten sich die Kosten der 1sotopenanreicherung von Uran aus der Wiederaufarbeitung für die Stromversorgungsunternehmen zu den Kosten der Isotopenanreicherung von Natururan (in SFr. pro kg angereichertem Uran)?
9. Weiche Mengen (in m3) radioaktiver Abfälle - darunter abgereichertes Uran - aus der Wiederanreicherung und Verarbeitung von Uran aus der Wiederaufarbeitung schweizerischen Brennstoffs soll in Zukunft in die Schweiz zurückgeführt werden und weicher Anteil dieser Stoffe soll in den Ländern verbleiben, in denen die Dienstleistung durchgeführt wurde?
a) aufgeschlüsselt nach Herkunftsreaktor?
b) aufgeschlüsselt nach Land, in dem die Anreicherung wiederaufgearbeitetem Uran aus Schweizer AKW stattgefunden hat oder stattfinden soll?
10. Angesichts der finanziellen Mehrkosten und der zusätzlichen Strahlenbelastung der Anreicherung von aufgearbeitetem Uran sowie den stabilen, extrem niedrigen Natururanpreisen, warum wird das Uran aus der Wiederaufarbeitung nicht als Atommüll entsorgt?
11. Welcher Zeitraum (in Jahren pro Reaktor) wird für die Rückführung von dem gesamten Aufkommen an Plutonium und Uran in Schweizer Reaktoren veranschlagt?
12. Welche Entsorgurirlswege für Uran und Piutonium aus der Wiederaufarbeitung haben die Atomkraftwerkbetreibei entwickelt für den Fall, dass die Rückführung in die Kraftwerke aus technischen oder politischen Gründen (frühzeitige Stilllegung der Kraftwerke) nicht durchgeführt werden kann?
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