2003-314

Durch Zufall habe ich Ende November erfahren, dass zwischen Reinach und Aesch ein Einkaufszentrum (EKZ) auf der grünen Wiese geplant wird (Gemeindebann Aesch). Die Verkaufsfläche soll über 36'000 m 2 betragen. Beteiligt sollen neben Fachmärkten u.a. sein: Coop (mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs) sowie der französische Discounter Carrefour + Jumbo.


Das riesige Projekt sorgt in Aesch und Reinach aus verständlichen Gründen für grosse Unruhe. So sollen erste Berechnungen ergaben haben, dass es täglich zu 18'000 zusätzlichen Fahrten kommen wird (entspricht je nach Strassenabschnitt einer Zunahme um bis zu 25%). Der Grossteil des Verkehrs wird aus dem nördlichen Birstal und dem Leimental erfolgen und insbesondere zu einer Mehrbelastung der Achsen Birsigtalstrasse - Brugggstrasse und Hauptstrasse in Reinach führen. In einer Informationsveranstaltung wurde kürzlich im Zusammenhang mit der Südumfahrung vom BUD darauf hingewiesen, dass diese Tangentialverbindung bereits heute ausgelastet ist.


Ebenfalls Anlass zur Sorge geben die Auswirkungen auf den Detailhandel und die Grossverteiler in den Ortszentren. Insbesondere Reinach unternimmt momentan grosse Anstrengungen, die Attraktivität des Ortskerns zu erhöhen. U.a. wird mit dem Projekt «Umgestaltung Hauptstrasse Reinach» die Verengung der Hauptstrasse geplant (gemeinsames Projekt der Gemeinde Reinach und des Kantons). Dadurch sollen die Grossverteiler in den Zentren gehalten und dem Detailhandel das Überleben ermöglicht werden. Ein EKZ zwischen Aesch und Reinach würde diese Anstrengungen wohl auf einen Schlag zerstören. Der Markt für die Güter des täglichen Bedarfs ist beschränkt. Der Umsatz des neuen EKZ wird wohl zum grossen Teil zulasten der bestehenden Geschäfte in Reinach und Aesch gehen!


Schliesslich ist vielen schleierhaft, wie ein solches EKZ in die heutige Landschaft passt. Laut KORE soll das Einkaufen und der Detailhandel in den Ortszentren gefördert werden. Zitat: «Die Versorgung der Bevölkerung insbesondere mit Gütern des täglichen Bedarfs ist in erster Linie in den Orts- und Quartierzentren sicherzustellen». Auch § 122 der Kantonsverfassung  ist unmissverständlich: «Kanton und Gemeinden fördern den dezentralisierten Detailhandel. Insbesondere sind der Entstehung neuer und der Ausdehnung bestehender Einkaufszentren Schranken zu setzen».


Obwohl die Planung offensichtlich schon weit fortgeschritten ist, sind weder die Behörden noch die Einwohnerinnen von Reinach bisher über das Projekt informiert worden. Und dies, obwohl das Projekt v.a. die Nachbargemeinden belasten würde. Ich bitte deshalb den Regierungsrat um schnellstmögliche schriftliche Beantwortung der folgenden Fragen:


Für die Beantwortung der Fragen danke ich im voraus.



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