Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Bewilligung der Verpflichtungskredite für die Sanierung der Schlammbehandlung der ARA Ergolz 2 in Füllinsdorf und für die Optimierung der Betriebsräume "Anlagen im Netz" auf dem Areal der ARA Ergolz 2 | |
| vom: | 28. Oktober 2003 | |
| Nr.: | 2003-250 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
3. Bedarf
3.1 Verhältnis zum Jahresprogramm
Im Jahresprogramm 2003 ist unter dem Programmpunkt "Umweltschutz" im Abschnitt "Gewässerschutz" das geplante Vorhaben der Sanierung der Schlammbehandlung der ARA Ergolz 2 (Nr. 4.01.15) enthalten. Die beiden Vorhaben sind im Investitionsprogramm 2002-2012 (RRB Nr. 985 vom 24. Juni 2003) enthalten.
In dieser Vorlage werden zwei Vorhaben behandelt, die eines gemeinsam haben: ihren Standort auf der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Ergolz 2 in Füllinsdorf. Es sind dies zum einen die Sanierungsmassnahmen an der Schlammbehandlung der ARA Ergolz 2 und zum andern ist es die Optimierung der Betriebsräume der Abteilung "Anlagen im Netz" des Amtes für Industrielle Betriebe (AIB). Auf Grund der baulichen Abhängigkeit der beiden Projekte und der möglichen Synergien hat sich der Regierungsrat entschieden, die beiden Vorhaben in einer Vorlage dem Landrat zu unterbreiten.
3.3 Heutige Situation Schlammbehandlung der ARA Ergolz 2
Der Erstausbau der ARA Ergolz 2 in Füllinsdorf ist datiert aus den frühen 60er Jahren (Inbetriebnahme 1964). Die biologische Stufe wurde 1975 erweitert und in den Jahren 1992 bis 1995 umfassend saniert. Die Kapazität der biologischen Stufe genügt mittelfristig den gestellten Anforderungen und der mutmasslichen Entwicklung des Einzugsgebietes.
Die 1965 in Betrieb genommene Schlammbehandlung der ARA Ergolz 2 wurde 1985 mit einer mechanischen Schlammentwässerung (Zentrifuge) erweitert. Das anfallende Klärgas wird in einem der ADEV Energiegenossenschaft gehörenden Blockheizkraftwerk verstromt. Der bestehende Nutzungsvertrag mit der ADEV aus dem Jahr 1989 ist abgelaufen. Somit fallen bei einer Änderung der Gasverwertung keine Entschädigungen an.
Abb. 1: Übersichtsplan ARA Ergolz 2 mit bestehenden Anlageteilen
Die gesamten Bauten, die maschinellen Einrichtungen und die Steuerung der Schlammbehandlung weisen altersbedingt einen hohen Sanierungsbedarf auf. Im speziellen sind dabei zu erwähnen:
| - | Bau: An den zwei Faultürmen mit einem Inhalt von jeweils 2000 m 3 wurden bei den Bauwerkskontrollen (1991 & 1997) diverse Mängel wie Risse, zum Teil korrodierte Armierungen und undichte Stellen festgestellt. Die Sicherheit kann mittelfristig nicht mehr gewährleistet werden. Die Fassaden des Zwischengebäudes weisen Absprengungen von Beton über der korrodierten Bewehrung auf. Im Werkleitungsgang dringt Grundwasser ein. |
| - | Maschinelles: Mit der bestehenden Schlammentwässerung kann der Schlamm nur ungenügend entwässert werden. Der hohe Wasseranteil im entwässerten Schlamm führt zu entsprechend hohen Kosten für Transport und Verbrennung. Der Gasometer, in dem das anfallende Klärgas zwischen gespeichert wird, ist zu klein und weist ebenfalls Schäden auf. Er muss an einem optimalen Standort neu erstellt werden. |
| - | Konzeptionelles: Die notwendige Verweilzeit des Schlammes im Faulturm kann wegen des dünnen Primärschlammes aus der Vorklärung nur noch knapp eingehalten werden. Die interne Rückführung des Überschussschlammes und des Schwimmschlammes aus der Nachklärung zurück in die Vorklärung respektive in den Zulauf führt zeitweise zur Überlastung der biologischen Stufe. |
3.4 Heutige Situation Abteilung "Anlagen im Netz"
Als Folge der Strukturanalyse 1993 der Bau- und Umweltschutzdirektion wurde der ehemalige Reparaturdienst und der Kanaldienst zu einem Kompetenzzentrum "Anlagen im Netz" (AN) organisatorisch zusammengeführt. Die Leistungen der Betriebsabteilung "Anlagen im Netz" umfassen zur Zeit folgende Schwerpunkte:
Betrieb und Unterhalt sämtlicher Anlagen im Netz
| - | 160 Kilometer Abwasserleitungen (Spülen, Kontrollieren, Zustandserfassung, baulicher Unterhalt) |
| - | 8 Abwasserpumpwerke (Wartung, Steuerung, Pikettdienst) |
| - | 14 Mischwasserbehandlungsanlagen (Wartung, Steuerung, Pikettdienst) |
| - | über 100 Sonderbauwerke (betrieblicher und baulicher Unterhalt von Mischwasserentlastungen, Düker, Absturzbauwerke) |
Mitarbeiter-Pool
| - | Mitarbeiterpool für Aushilfetätigkeiten auf allen Abwasser-, Abfall- und Energieanlagen des AIB. Somit können die Personalbestände auf diesen Anlagen ohne Reserven gering gehalten werden. |
Spezialaufgaben
| - | Interne Dienstleistungen (Spezialhandwerkerarbeiten) für alle AIB-Anlagen. Die entsprechenden maschinellen Werkstattausrüstungen sind an einem Ort konzentriert. |
Die Betriebsgruppe umfasst gesamthaft neun Personen (Betriebsleiter, Vorarbeiter, Handwerker, Lehrtochter). Die Werkstatt, das Büro sowie ein Teil des Lagers und des Fahrzeugbestandes sind seit rund 10 Jahren in provisorischen Gebäuden (Container) auf der ARA Frenke 3 in Bubendorf untergebracht. Die Fahrzeuge des Kanalunterhaltes, ein Büro und ein Teil des Lagers befinden sich auf der ARA Ergolz 2 in Füllinsdorf.
Abb. 2: Übersichtsplan ARA Ergolz 2 mit bestehenden Gebäudeteilen Anlagen im Netz
1991 wurden im Hinblick auf eine spätere (ca. Jahr 2000) umfassende Sanierung der ARA Frenke 3 in Bubendorf (Inbetriebnahme 1971) die notwendigen Betriebsräume für das Betriebspersonal der Abteilung "Frenke- und lokale Kläranlagen" des AIB und des damaligen Reparaturdienstes nur als Provisorien (Container) ausgeführt. Die Raumverhältnisse in den Werkstatt- und Aufenthaltsräumen für die insgesamt 17 Personen sind prekär.
Aufgrund der rasanten Entwicklung des Gewerbes und der Bevölkerung im Einzugsgebiet der ARA Frenke 3 wird diese Anlage heute bereits am Limit betrieben. Um die Reinigungsleistung zu erfüllen, mussten durch das AUE Frachtbegrenzungen zu Lasten von Grosseinleitern verfügt werden. Dank Initiative des AIB konnte für einen dominanten Grosseinleiter eine kostengünstige Alternative für die Behandlung des hochkonzentrierten Abwassers gefunden werden, was den Druck auf einen Ausbau der ARA trotz der Überlastung etwas mildert. Die notwendigen Ausbauten und Erhaltungsmassnahmen der ARA Frenke 3 in Bubendorf können somit um einige Jahre verzögert werden. Sie sind zwischen 2008 und 2012 vorzunehmen.
Obwohl aus finanziellen Gründen das Hinausschieben des Ausbaus der Anlage und speziell der Erneuerung der Infrastruktur der ARA Frenke 3 willkommen ist, sind Massnahmen erforderlich, um für das Betriebspersonal akzeptable Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.
Zusammengefasst sind folgende Problembereiche einer Lösung zuzuführen:
| - | die problematischen Platz- und Raumverhältnisse, verteilt auf zwei Standorte, sind organisatorisch und arbeitstechnisch unbefriedigend; die Effizienz der Aufgabenerfüllung leidet; |
| - | als Dienstleister für Anlagen im ganzen Kanton ist der Standort Bubendorf ungünstig und führt zu hohen, unproduktiven Wegzeiten; |
| - | die vorhandenen provisorischen Räumlichkeiten auf der ARA Frenke 3 müssen spätestens beim Ausbau der ARA Frenke 3 weichen. |
Fortsetzung >>>
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