2004-221 (1)
Vorlage an den Landrat |
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Titel:
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Schriftliche Beantwortung der Interpellation 2004-221 von Frau Jacqueline Simonet (CVP/EVP-Fraktion) vom 09. September 2004: Sportklassen
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vom:
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30. November 2004
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Nr.:
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2004-221
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Bemerkungen:
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Acrobat (PDF):
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Vorlage
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1. Text der Interpellation
Auch in Zeiten, wo Sparen hoch im Kurs ist, kommen von einem besonderen Sektor unserer Schule freudige Nachrichten: Eine neue Sportklasse wurde am 9. August an der HMS Reinach eröffnet. Im Rahmen der Leistungssportförderung führt der Kanton nun fünf Sportklassen (1 Sekundarklasse I in Pratteln, 3 Gymnasialklassen in Liestal und 1 HMS-Klasse in Reinach). Seit diesem Jahr läuft ausserdem laut Zeitungsinformationen das Projekt "Talent Eye", das überdurchschnittlich bewegungsbegabte Kinder der ersten Primarklassen in ihren Fähigkeiten fördert.
Die damalige Motion von Karl Rudin vom Mai 1998 verlangte Rahmenbedingungen mit erweitertem Sportunterricht auf der Sekundarstufe I und auf der Sekundarstufe II, mindestens eine Sportklasse an einer bestehenden Schule. Den Forderungen von damals wurde vor allem auf der Sekundarstufe II grosszügig entsprochen.
Ich ersuche den Regierungsrat um Beantwortung folgender Fragen:
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1.
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Wann kann der Landrat mit einer Uebersicht der bisher im Bereich der Leistungssportförderung getroffenen Massnahmen (Sportklassen und dezentrale Individuallösungen) rechnen? Welche weiteren Klassen werden im Laufe der nächsten Jahre geplant, resp. wann wird das Programm Leistungssportförderung Baselland als abgeschlossen betrachtet?
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2.
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Die Abrechnung zum Verpflichtungskredit Sportklassenversuch auf Sekundarstufe I wird gemäss Bericht Nr.
2003/136
bis Ende 2004 dem Landrat unterbreitet. Ist man in der Lage, auch auf Sekundarstufe II einen Vergleich zwischen Regelklassen und Sportklassen zu machen? Wieviel kosten effektiv diese Sportklassen bei Berücksichtigung aller Faktoren (kleine Klassen, längere Schuldauer, Koordinationsentlastungen und Ueberstunden der Lehrpersonen, Stütz- und Nachführungsunterricht für die Schülerinnen und Schüler, Material, usw.)
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3.
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Mit bewegungs- und sportbegabten Schülerinnen und Schülern, deren sportliche Leistungen sich auf dem Niveau der Sportklassen bewegen, die aber keine Aufnahme in die Sportklassen finden, werden Individuallösungen vereinbart. Wieviele Schüler und Schülerinnen profitieren von diesen Individuallösungen? Wie hoch sind hier die Kosten?
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4.
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Was ist das Projekt "Talent Eye"?
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Ich danke dem Regierungsrat für die schriftliche Beantwortung meiner obigen Fragen.
2. Antworten des Regierungsrates:
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1.
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Wann kann der Landrat mit einer Uebersicht der bisher im Bereich der Leistungssportförderung getroffenen Massnahmen (Sportklassen und dezentrale Individuallösungen) rechnen? Welche weiteren Klassen werden im Laufe der nächsten Jahre geplant, resp. wann wird das Programm Leistungssportförderung Baselland als abgeschlossen betrachtet?
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Antwort des Regierungsrates:
Mit dieser Interpellationsbeantwortung unterbreitet der Regierungsrat dem Landrat die gewünschte Übersicht:
1. Sekundarstufe I
1.1 Sportklasse
Gemäss Landratsvorlagen 1999/162 und 2003/136 wird auf der Sekundarstufe I nur eine Sportklasse als Mehrjahrgangsklasse mit allen drei Niveaus von einem fünfköpfigen Team mit gesamthaft 300 Stellenprozenten geführt. Maximal können 20 Jugendliche aufgenommen werden. Im Schuljahr 2004/2005 sind es 19 Jugendliche aus den Sportarten Triathlon (1), Fussball (3), Eishockey (2), Kunstturnen (7), Eiskunstlauf (1), Schwimmen (1) und Tennis (4), welche die Sportklasse in Pratteln besuchen. 11 Sportlerinnen und Sportler gehören einem Regionalkader, 8 einem Junior/innennationalkader an.
1.2 Ausserkantonale Sportklassen
Wenn eine Sportlerin oder ein Sportler die Aufnahmekriterien erfüllt, der Trainingsort jedoch in der Nähe einer ausserkantonalen Sportklasse liegt, kann gemäss Regionalem Schulabkommen eine Kostengutsprache für die Uebernahme des Schulgeldes ausgesprochen werden. Zur Zeit besuchen 26 Jugendliche aus den Sportarten Ballett (5), Fussball (4), Leichtathletik (3), Handball (3), Volleyball (3), Schwimmen (3), Tennis (1), Eiskunstlaufen (1), Badminton (1), Radsport (1), Windsurfen (1), an einer ausserkantonalen Schule eine Sportklasse auf der Sekundarstufe I.
Im Rahmen einer GAP-Massnahme hat der Regierungsrat die Kommission Leistungssportförderung beauftragt, die Aufnahmekriterien für eine ausserkantonale Sportklasse zu erhöhen, damit in diesem Bereich Kosten eingespart werden können. Die Kommission hat diese GAP-Massnahme bereits umgesetzt und für das Schuljahr 04/05 nur für 4 neue Schülerinnen und Schüler (Vorjahr: 14) die Aufnahme in eine ausserkantonalen Sportklasse empfohlen.
1.3 Individuallösungen
Mit 43 Jugendlichen sind im Schuljahr 2004/2005 an 17 Sekundarschulen in den Sportarten Schwimmen (6), Fussball (12), Eishockey (7), Ballett (2), Tennis (6), Kunstturnen (2), Trampolin (2), Eiskunstlauf (1), Ski Alpin (1), Skilanglauf (1), Motocross (1), Radsport (1), Volleyball (1) Individuallösungen vereinbart worden. Konkret heisst dies, dass diese Jugendlichen von einzelnen Lektionen entlastet werden, damit sie ihre Sportart im Rahmen einer Regelklasse dennoch ausüben können. Dabei sind jedoch die Hauptfächer in der Regel nicht tangiert. Kosten entstehen dem Kanton für diese Individuallösungen keine, da ja die Regelklasse im entsprechenden Fach einfach mit einer Person weniger unterrichtet wird.
2. Sekundarstufe II
2.1 Sportklassen Maturabteilung
Im Rahmen der Maturabteilung des Gymnasiums führt der Kanton zur Zeit drei Sportklassen. Da gemäss Landratsvorlage 2001/313 jeweils bei genügender Anzahl Anmeldungen maximal eine Jahrgangsklasse gebildet wird, ist es richtig, dass bisher drei Klassen gebildet werden konnten.
Der erste Jahrgang startete im Schuljahr 2002/2003 mit 14 Schülerinnen und Schülern (ab dem 2. Semester aufgrund eines Neueintrittes 15 Schülerinnen und Schüler) und zählt zum heutigen Zeitpunkt aufgrund 1 sportlichen Abbruchs und 3 schulischer Abbrüche 11 Schülerinnen und Schüler.
Folgende Sportarten sind in dieser Sportklasse vertreten:
Kunstturnen (2), Schwimmen (3), Trampolin (1), Orientierungslauf (1), Eiskunstlauf (1), Kajak (1), Fussball (1), Leichtathletik (1). 7 Sportlerinnen und Sportler gehören einem Regionalkader, 4 einem Junior/innennationalkader an.
Der zweite Jahrgang startete im Schuljahr 2003/2004 mit 13 Schülerinnen und Schülern und zählt zum heutigen Zeitpunkt aufgrund 1 schulischen Abbruchs, 2 sportlicher Abbrüche und 1 Repetenten 11 Schülerinnen und Schüler.
Folgende Sportarten sind in dieser Sportklasse vertreten:
Schwimmen (4), Orientierungslauf (3), Kunstturnen (2), Leichtathletik (1), Springreiten (1).
8 Sportler/innen gehören einem Regionalkader, 3 einem Junior/innennationalkader an.
Der dritte Jahrgang startete im Schuljahr 2004/2005 mit 14 Schülerinnen und Schülern und zählt zum heutigen Zeitpunkt aufgrund einer zusätzlichen Aufnahme 15 Schülerinnen und Schüler. Folgende Sportarten sind in dieser Sportklasse vertreten:
Orientierungslauf (4), Schwimmen (3), Judo (1), Kunstturnen (1), Tennis (3), Volleyball (1), Ringen (1), Karate (1). 12 Sportlerinnen und Sportler gehören einem Regionalkader, 3 einem Junior/innennationalkader an.
Der Regierungsrat hat bereits in seiner Vorlage 2001/313 darauf hingewiesen, dass er pro Angebot, also Maturabteilung, Fachmaturitätsabteilung (ehemals DMS 3) bei genügend Anmeldungen max. eine Jahrgangsklasse führen möchte.
2.2 Sportklasse Handelsmittelschule (HMS)
Im Rahmen der Leistungsvereinbarung mit dem Kaufmännischen Verein wurde aufgrund der grossen Nachfrage eine HMS-Sportklasse eingerichtet, welche zu einem Abschluss als Kaufmann resp. Kauffrau führt. Aufgrund der Tatsache, dass Baselland dieses Angebot in Reinach führt, verzichtete der Kanton Basel-Stadt auf die Einrichtung einer HMS-Sportklasse und übernimmt im Rahmen des Regionalen Schulabkommens (RSA) die Schulgeldkosten für die städtischen Schülerinnen und Schüler.
Der erste Jahrgang startete im Schuljahr 2004/2005 mit 16 Schülerinnen und Schülern aus den Sportarten Fussball (9), Eishockey (2), Badminton (1), Tennis (1), Tischtennis (1), Volleyball (1), Leichtathletik (1). 10 Sportlerinnen und Sportler gehören einem Regionalkader, 6 einem Junior/innennationalkader an.
2.3 Sportklasse Fachmaturitätsschule (FMS)
Aufgrund von zu wenigen Anmeldungen wird bis zum heutigen Zeitpunkt keine FMS-Sportklasse geführt, obwohl dies gemäss Bildungsgesetz möglich wäre.
2.4 Ausserkantonale Sportklassen
Wenn eine Sportlerin oder ein Sportler die Aufnahmekriterien erfüllt, der Trainingsort jedoch in der Nähe einer ausserkantonalen Sportklasse liegt, kann gemäss Regionalem Schulabkommen eine Kostengutsprache für die Uebernahme des Schulgeldes ausgesprochen werden. Zur Zeit besuchen 11 Jugendliche aus den Sportarten Fussball (8), Ballett (1), Eishockey (1) und Judo (1), an 3 ausserkantonalen Schulen eine Sportklasse auf der Sek-undarstufe II.
Im Rahmen einer GAP-Massnahme hat der Regierungsrat die Kommission Leistungssportförderung beauftragt, die Aufnahmekriterien für eine ausserkantonale Sportklasse zu erhöhen, damit in diesem Bereich Kosten eingespart werden können. Die Kommission hat diese GAP-Massnahme bereits umgesetzt und für das Schuljahr 04/05 nur für 4 Schülerinnen und Schüler die Aufnahme an einer ausserkantonalen Sportklasse empfohlen.
2.5 Individuallösungen
Mit 14 Jugendlichen aus den Sportarten Fussball (3), Schwimmen (2), Badminton (2), Triathlon (2), Fechten (2), Volleyball (2), Leichtathletik (1) sind im Schuljahr 2004/2005 an 6 Schulen des Kantons Individuallösungen vereinbart worden. Wie in den Schulen der Sekundarstufe I sind in der Regel keine Promotionsfächer von Stundenentlastungen betroffen. Kosten entstehen für diese Individuallösungen ebenfalls keine, da der Unterricht in der Klasse trotzdem stattfindet.
Die BKSD hält es zudem für wichtig, dass die einzelnen weiterführenden Schulen eine grosszügige Urlaubspraxis für jene Jugendlichen anwenden, welche ebenfalls intensiv Sport treiben, jedoch (noch) nicht in der Talent- und Leistungssportförderung Baselland aufgenommen sind. Bedingung ist jedoch, dass die schulische Leistung entsprechend erbracht wird.
Mit den oben aufgeführten Angeboten betrachtet der Regierungsrat das Angebot im Sinne von Schulartsangeboten als für abgeschlossen. Damit jedoch Anschlusslösungen aus der Sportklasse und Individuallösungen der Sekundarstufe I weiterhin möglich sind, wird bei genügender Anzahl Anmeldungen weiterhin max. eine Jahrgangsklasse im entsprechenden Angebot geführt.
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2.
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Die Abrechnung zum Verpflichtungskredit Sportklassenversuch auf Sekundarstufe I wird gemäss Bericht Nr. 2003/136
bis Ende 2004 dem Landrat unterbreitet. Ist man in der Lage, auch auf Sekundarstufe II einen Vergleich zwischen Regelklassen und Sportklassen zu machen? Wieviel kosten effektiv diese Sportklassen bei Berücksichtigung aller Faktoren (kleine Klassen, längere Schuldauer, Koordinationsentlastungen und Ueberstunden der Lehrpersonen, Stütz- und Nachführungsunterricht für die Schülerinnen und Schüler, Material, usw.)
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Antwort des Regierungsrates:
Sportklassen Maturabteilung
Die Sportklasse der Maturabteilung hat in allen Fächern gleich viele Stunden wie die Regelklassen, nur wird der Stoff in 4,5 anstatt 3,5 Jahren vermittelt. Dafür wird während der gesamten Schulzeit entgegen der Regelklassen kein Halbklassen-Unterricht in den Praktika B (2 Jahresstunden), Physik (0.5 Jahresstunden), Chemie (0.5 Jahresstunden) und Informatik (0.5 Jahresstunden) erteilt. Zudem entfällt der Sportunterricht (10,5 Jahresstunden).
Zusätzlich erhält eine Sportklasse während der ganzen Schulzeit eine Klassenstunde (4 Jahresstunden) und die Klassenlehrperson erhält eine zusätzliche Entlastung von einer Stunde (4,5 Jahresstunden). Die Koordinatorin Sportklassen am Gymnasium erhält eine Entlastung von einer halben Jahresstunde (2,5 Jahresstunden).
Gesamthaft werden in einer Sportklasse über die 4,5 Jahre 14 Jahresstunden gegenüber einer Regelklasse weniger erteilt und benötigt gegenüber einer Regelklasse 11 Jahresstunden mehr. Per Saldo werden somit 3 Jahresstunden über die gesamte Ausbildungszeit weniger erteilt als bei einer Regelklasse.
Im Budget kostet eine Regelklasse pro Jahr im Durchschnitt 314'000 Franken. Abzüglich der 3 Jahresstunden kostet eine Sportklasse somit durchschnittlich 287'000 Franken pro Jahr.
Zusätzliche Materialkosten entstehen keine, da das Schulmaterial wie in den Regelklassen durch die Schülerinnen und Schüler bezahlt werden muss.
In der Landratsvorlage 2001/313 wurde darauf hingewiesen, dass den Schülerinnen und Schülern nach sportlichen Abwesenheiten zusätzlicher Stützunterricht zur Verfügung stehen würde. Bis zum heutigen Zeitpunkt hat keine Schülerin und kein Schüler von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Die einzelnen Lehrpersonen haben in den Pausen oder im Rahmen des Unterrichtes diese Lücken schliessen können. Somit mussten bis heute keine zusätzlichen Entschädigungen an Lehrpersonen ausbezahlt werden.
Erfreulich ist die Tatsache, dass auch ausserkantonale Schülerinnen und Schüler, welche bei einem Sportpartner im Einzugsgebiet des Gymnasiums Liestal trainieren, das Angebot nutzen und die entsprechenden Kantone gemäss dem Regionalen Schulabkommen das Schulgeld übernehmen. Somit entstehen im Schuljahr 2004/05 für die drei Sportklassen zusätzliche Einnahmen von 87'400 Franken für 7 ausserkantonale Schülerinnen und Schüler, welche ohne die Sportklassen am Gymnasium Liestal nicht anfallen würden.
Sportklassen HMS
Die HMS-Sportklasse hat mit Ausnahme von IKA in allen Fächern gleich viele Stunden wie die Regelklassen, nur wird der Stoff in 4 anstatt 3 Jahren vermittelt. Dafür wird entgegen der Regelklassen kein Halbklassenunterricht in IKA erteilt sowie der Sportunterricht entfällt. Die Klassenlehrperson wird mit einer zusätzlichen Stunde entlastet. Die Koordinationsaufgaben übernimmt ein Mitglied der Schulleitung, dies zum Auftrage gehörend. Die HMS Sportklasse wird von den KV-Schulen Reinach angeboten. Für eine Regelklasse budgetiert die HMS 284'000 Franken und für die Sportklasse 164'000 Franken pro Schuljahr. Umgerechnet auf 3 Schuljahre kostet die HMS-Sportklasse 218'000 Franken pro Schuljahr.
Stützunterricht musste bis zum heutigen Zeitpunkt nicht in Anspruch genommen werden.
Erfreulich ist auch hier die Tatsache, dass aufgrund der Zusammenarbeit mit den Nachbarkantonen 111'060 Franken für 9 ausserkantonale Schülerinnen und Schüler durch den Kanton Basel-Landschaft vereinnahmt werden können.
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3.
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Mit bewegungs- und sportbegabten Schülerinnen und Schülern, deren sportliche Leistungen sich auf dem Niveau der Sportklassen bewegen, die aber keine Aufnahme in die Sportklassen finden, werden Individuallösungen vereinbart. Wieviele Schüler und Schülerinnen profitieren von diesen Individuallösungen? Wie hoch sind hier die Kosten?
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Antwort des Regierungsrates:
Wie im Rahmen der Frage 1 bereits beantwortet, wurden im Schuljahr 2004/2005 mit gesamthaft 57 Jugendlichen Individuallösungen vereinbart. Kosten entstehen dem Kanton dafür keine. Die Jugendlichen können zwar ihre Sportart weiter ausüben, nur sind die Bedingungen nicht so optimal wie in einer Sportklasse. So kann zum Beispiel kein zweiphasiges Training besucht werden. Die Individuallösung dient vor allem dazu, dass Trainings am Abend rechtzeitig erreicht werden und eine sinnvolle Regenerationszeit auch für Schulaufgaben möglich ist.
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4.
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Was ist das Projekt "Talent Eye"?
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Antwort des Regierungsrates:
Telent Eye geht davon aus, dass Kinder, welche aktiv Sport treiben, erstens später dem Sport verbunden bleiben und zweitens in den Klassen eine motivierende Wirkung auf die Kameradinnen und Kameraden ausüben.
Das schweizerische Pilotprojekt „Talent Eye" ist ein partnerschaftliches Projekt der Sportämter Baselland und Baselstadt, der nationalen Lenkungsstelle für Nachwuchsförderung (Swiss Olympic Talents), und dem Institut für Sport und Sportwissenschaften der Universität Basel. Am Projekt beteiligen sich aber auch verschiedene Sportverbände und Sportvereine.
Das Projekt „Talent Eye" hat zum Ziel, überdurchschnittlich bewegungsbegabte Kinder zu fördern. Mitte Dezember vergangenen Jahres beteiligten sich 90 Kinder der ersten Primarschulklassen aus den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft an einem sportmotorischen Fähigkeitstest. Die geeignetesten Kinder wurden selektioniert und ins Förderprogramm aufgenommen. 32 Baselbieter und 16 Baselstädter Kinder besuchen seit Januar 2004 in der Regel zweimal pro Woche, einmal in Lausen und einmal in Basel, ein Spezialtraining. In diesen Trainings werden unter Anleitung von speziell dafür ausgebildeten Sportlehrpersonen die sportmotorischen und koordinativen Fähigkeiten dieser Kinder weiterentwickelt. Eine gezielte Förderung dieser Fähigkeiten im Kindesalter ist die beste Grundlage für eine spätere Sportkarriere. Bei „Talent Eye" geht es nicht darum, frühzeitige sportliche Erfolge in speziellen Sportarten anzustreben, sondern durch gezieltes Training einer breiten, vielseitigen, spielerischen Palette von sportlichen Bewegungen einer zu frühen Spezialisierung auf eine Sportart entgegenzuwirken. Verfügen die Kinder über eine optimale Grundlagenausbildung, so können diese praktisch in jeder Sportart Fuss fassen.
Durchschnittlich einmal pro Monat kommen die Kinder zusätzlich in den Genuss eines Schnuppertrainings in einer Sportart, wie beispielsweise im Fussball, Kunstturnen, Handball, Judo, Eishockey, Schwimmen, Tennis oder in der Leichtathletik. Diese Trainings werden von einem Sportverband oder einem Sportverein organisiert und durchgeführt. Dadurch lernen die Kinder verschiedene Sportarten kennen und haben so die Möglichkeit, ihre Lieblingssportart zu entdecken.
Die bisherigen Erfahrungen sind durchwegs positiv. Das Projekt läuft sehr erfolgreich und die Leistungsentwicklung der meisten Kinder ist erfreulich. Dies belegen auch die Vergleichsdaten eines sportmotorischen Fähigkeitstests, der im Dezember 2003 die Grundlage für die Selektion war und Ende Juni 2004 wiederholt wurde. Praktisch alle Kinder konnten sich in den verschiedenen Messbereichen steigern, im Durchschnitt um 16 Prozent.
Im Jahr 2005 wird das Projekt fortgesetzt und mit einer neuen Gruppe von Erstklässler/innen gestartet. Die Selektion von wiederum maximal 48 Kindern erfolgt im Rahmen eines sportmotorischen Fähigkeitstests. Dieser wird im Laufe des Monats November in Basel, Gelterkinden und Lausen durchgeführt werden. Währenddem die neue Gruppe ab Januar 2005 zweimal pro Woche geschult werden wird, erhalten auch die Kinder des aktuellen Pilotprojekts 2004 die Chance, ein weiteres Jahr dabei zu sein, allerdings nur noch einmal pro Woche, aber sie profitieren weiterhin von Schnuppertrainings.
Nach dem zweiten Jahr im Programm „Talent Eye" sollten sich die Kinder einem Sportverein anschliessen. Bei der Wahl einer geeigneten Sportart werden die Kinder und ihre Erziehungsberechtigten fachkundig beraten.
Das Projekt wird vom Institut für Sport und Sportwissenschaften der Universität Basel wissenschaftlich begleitet. Projektleiter ist Dr. Lukas Zahner, Verantwortlicher für den Adoleszentensport am sportwissenschaftlichen Institut des Bundesamtes für Sport in Magglingen und Dozent am Institut für Sport und Sportwissenschaften der Universität Basel. Dr. Lukas Zahner ist auch Projektleiter der nationalen Kampagne „Aktive Kindheit", welche die positiven Auswirkungen von Bewegung und Sport auf die Entwicklung und Gesundheit der Kinder erläutert, die Problembereiche darstellt und Lösungsmöglichkeiten aufzeigt.
Auf Grund des erfolgreichen Starts lancieren im Jahr 2005 weitere Kantone (Graubünden, Schaffhausen, Tessin und die Stadt Zürich) vergleichbare Projekte. Das Ziel von Swiss Olympic Talents, der nationalen Lenkungsstelle für Nachwuchsförderung, ist ehrgeizig, aber klar formuliert, soll doch in wenigen Jahren in allen Kantonen und Grossstädten „Talent Eye" ein fester Bestandteil der Talentförderung sein.
Das Projekt wird unter Kostenbeteiligung der Erziehungsberechtigten von allen vier Partnerorganisationen mitfinanziert. Die Erziehungsberechtigten der selektionierten Kinder beteiligen sich mit einem jährlichen Beitrag von 300 Franken (bei zwei Trainings pro Woche) bzw. 150 Franken (bei einem Training pro Woche). Da es sich bei „Talent Eye um ein, für die Kantone sowie für den Sport - insbesondere den Verbands- und Vereinssport - wegweisendes Projekt handelt, erfolgt die Finanzierung über den Sport-Toto-Fonds Baselstadt und den Sport-Fonds Baselland. An der Sitzung vom 8. Dezember 2003 der Sport-Toto-Kommission wurde für das Jahr 2004 ein Beitrag aus dem Sport-Fonds Baselland von 16'000 Franken einstimmig gutgeheissen. Für das Jahr 2005 hat der Regierungsrat an der Sitzung vom 10. August 2004 bei einem vorgesehenen Gesamtdefizit von 51'000 Franken den Betrag von 34'000 Franken genehmigt. Das den beiden Kantonen zufallende Defizit wird gemäss Anteil der teilnehmenden Kinder aufgeteilt. Im Jahr 2004 betrug die Aufteilung der Kosten 2/3 BL (32 Kinder) und 1/3 BS (16 Kinder). Wie sich der Anteil für das Jahr 2005 zusammensetzt, entscheidet sich Mitte Dezember 2004, wenn die Ergebnisse der sportmotorischen Fähigkeitstests ausgewertet wurden und die Selektion der Kinder erfolgt ist.
Liestal, 30. November 2004
IM NAMEN DES REGIERUNGSRATES
Der Präsident: Ballmer
Der Landschreiber: Mundschin
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