2005-31


1. Ausgangslage

Am 18. März 2004 wurden vier Petitionen der Fachgruppe Slavistik, des Erdwissenschaftlichen Institutes, des Astronomischen Institutes und des Musikwissenschaftlichen Institutes der Universität Basel dem Landrat über geben. Im September 2004 hat die Fachgruppe Slavistik als Reaktion auf den Vorschlag des Universitätsrates vom April 2004 eine erneute Petition eingereicht. Unterschrieben wurden die Petitionen von Professoren, Studierenden und Angestellten der Institute sowie auch von um die Zukunft der Uni besorgten Bürgerinnen und Bürgern




2. Ziel der Petitionen


Den Petenten geht es darum, die vom Universitätsrat teilweise angestrebte Schliessung von Instituten oder den in den Instituten geplanten Abbau der Lehre zu verhindern.




3. Kommissionsberatung


3.1. Organisation der Beratung


Die Petitionen wurden von der Erziehungs- und Kulturkommission (EKK) an den Sitzungen vom 16. September 2004 und vom 6. Januar 2005 beraten. Die vier Institute brachten ihre Anliegen jeweils mit einer Zweier-Delegation vor. Die Slavistik war durch die Herren Peter Frick und Adrian Engler, die Astronomie durch Prof. Roland Buser und Frau Prof. Eva Grebel, die Erdwissenschaften durch Prof. Stefan Schmid und Frau Kathy Waite, die Musikwissenschaften durch Prof. Wulf Arlt und Philipp Zimmermann vertreten. Seitens der BKSD waren Generalsekretär Martin Leuenberger und Anja Huovinen, Stabsstelle Hochschulen, anwesend.




3.2. Beratung im Einzelnen


Die Slavistik macht auf die Bedeutung der slawischen Sprachen aufmerksam, welche durch die EU-Öffnung an Gewicht zugenommen habe. Die Astronomie betont ihre wichtige Funktion innerhalb der Fakultät und den engen Zusammenhang mit der Physik. Die Erdwissenschaften weisen auf ihren Spitzenplatz in Geologie im SWISSUP-Ranking und auf die seismologische Bedeutung für die Region Basel hin. Die Musikwissenschaft verweist auf die Zusammenarbeit mit der Musikakademie und der Schola Cantorum Basiliensis. Sie befürchtet einen 50%-igen Abbau der Lehrstühle, was langfristig einer Streichung des Instituts gleich käme. Dadurch wiederum wäre die Musik und u.a. auch der Musikunterricht in der Nordwestschweiz gefährdet. Generell beklagen die Institute die mangelnde Transparenz und die Mitbestimmung zwischen den Instituten/Fakultäten und der Universitätsleitung bzw. des Universitätsrates.


Die Kommission nimmt die Anliegen der Petententinnen ernst und versteht auch ihre Sorgen um die Zukunft ihrer Institute an der Uni Basel. Grundsätzlich steht sie den Anliegen offen gegenüber. In der Diskussion wird durch die Kommission die Notwendigkeit der Koordination im Hochschulbereich Schweiz angesprochen. Dies wird durch die Vertreterinnen und Vertreter grundsätzlich bestätigt. Solche Bemühungen seien aber bisher von Seiten des Unirates unbeantwortet geblieben. Die Kommission kommt zur Auffassung, dass sich die Petenten nebst ihren eigenen Anliegen einen demokratischeren Aufbau der Uni wünschen, welcher durch eine entsprechende Ausgestaltung des Uni-Gesetzes bewerkstelligt werden könnte. Als für die Petentinnen wichtige Tatsache weist die EKK auf die Rechtslage hin. Der Landrat kann nach bestehendem Uni-Gesetz keinen Leistungsauftrag erteilen, auch die EKK hat diesbezüglich keine Möglichkeit. Die Entscheidungskompetenz liegt momentan eindeutig beim Grossrat Basel-Stadt. Der Landrat kann erst Einfluss nehmen, wenn eine gemeinsame Trägerschaft besteht. Insofern sind dem Kanton Basel-Landschaft zur Zeit die Hände gebunden.




4. Antrag


Die EKK beantragt dem Landrat, von den vier Petitionen und dem Bericht der Kommission Kenntnis zu nehmen.


Füllinsdorf, 18. Januar 2005


Im Namen der Erziehungs- und Kulturkommission
Der Präsident: Karl Willimann



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