2008-15
Parlamentarischer Vorstoss |
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Titel:
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Interpellation von Jürg Wiedemann, Grüne Fraktion: Grenzwertüberschreitung von Chemikalien im Trinkwasser
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Autor/in:
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Jürg Wiedemann
, Grüne
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Eingereicht am:
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10. Januar 2008
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Nr.:
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2008-015
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Im Dezember 2007 berichteten verschiedenen Zeitungen, dass in zahlreichen Brunnen der Hardwasser AG der „Tresshold of Toxicological Concern" (TTC) für 1,1,4,4-Tetrachlorbutadien von 75 ng/L überschritten ist. Dieser TTC (Festlegung eines Grenzwertes für die tolerierbare Aufnahmemenge) wurde vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) im Juli 2007 anlässlich einer Begutachtung von Analyseresultaten über die Trinkwasserbrunnen der Gemeinde Muttenz hergeleitet. Zum Konzept des TTC griff das BAG (im Einklang mit der WHO), weil über die Giftwirkung einer Substanz zu wenig bekannt ist, um einen abgesicherten Grenzwert herleiten zu können.
1,1,4,4-Tetrachlorbutadien hat gemäss diesem BAG-Bericht ein genotoxisches Potential.
Im Dezember 2007 wollte weder das Kantonale Laboratorium Basel-Land noch das Amt für Umweltschutz und Energie konkret sagen, wie stark der TTC beim Hard-Trinkwasser überschritten ist.
Ungefähr gleichzeitig veröffentlichte die Hardwasser AG auf ihrer Internetseite Resultate von einer Screening- und Einzelstoffuntersuchung von Trinkwasserbrunnen und Grundwasserprobestellen (Piezometern) vom Juli 2006. Dabei wurde in Trinkwasserbrunnen der Hardwasser AG neben verschiedenen anderen bekannten und unbekannten Chemikalien auch 1,1,4,4-Tetrachlorbutadien gemessen. Im Brunnen 25 wurde damals dieser Stoff in einer Konzentration von 92 ng/L gemessen. Der TTC dieser Substanz war somit schon im Juli 2006 überschritten.
Ungefähr gleichzeitig veröffentlichte Greenpeace Schweiz einen Abgleich der Trinkwasserdaten der Hardwassser AG und der Gemeinde Muttenz mit den Deponiedaten des Gremiums Deponien Muttenz. Diese Unterlagen zeigen, dass in den Feststoffproben aus der Deponie Feldreben Hexachlorbutadien in relativ hohen Konzentrationen festgestellt worden ist und sich dieser Stoff genauso wie sein Abbauprodukt Tetrachlorbutadien von den Deponien Richtung Trinkwasserbrunnen der Hardwasser AG und der Gemeinde Muttenz ausbreitet.
Ich bitte den Regierungsrat um schriftliche Beantwortung der folgenden Fragen:
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1.
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Wie stark sind die einzelnen Brunnen, bzw. das Mischwasser der Hardwasser AG mit 1,1,4,4-Tetrachlorbutadien belastet? Ich bitte den Regierungsrat, die Analyseberichte offen zu legen.
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2.
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Wieso hat die Hardwasser AG keinen BAG-Bericht zu den Hardwasser-Analysen Juli 2006 veröffentlicht, wie es die Gemeinde Muttenz für ihre Brunnen tat?
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3.
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Warum hat das Kantonale Laboratorium nicht schon im Juli 2007 gehandelt und die Aufbereitung des Hard-Trinkwassers mit Aktivkohle angeordnet, als es den BAG-Bericht über die Muttenzer Brunnen und den Analysebericht der Proben vom Juli 2006 erhielt? Warum wurde wertvolle Zeit verspielt und erst im Dezember 2007 gehandelt?
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4.
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Welche Konsequenzen zieht die Regierung aus der Tatsache, dass Hexachlorbutadien in Abfallproben aus der Deponie Feldreben gefunden worden ist, wo die Vorgängerfirmen von Novartis, Syngenta, Ciba und Clariant Chemiemüll abgelagert haben?
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5.
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Welche Konsequenzen zieht die Regierung aus der Tatsache, dass dieser Stoff und sein Abbauprodukt Tetrachlorbutadien auf dem Weg zu den Trinkwasserbrunnen genauso auftauchen, wie im Trinkwasser selbst?
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