Protokoll der Landratssitzung vom 11. September 2008
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«Nach den besinnlichen Worten und der schönen, ebenfalls besinnlichen Musik in der Stadtkirche Liestal sowie nach den Mitteilungen begrüsse ich Sie alle hier im Landratssaal nochmals herzlich zur ersten Sitzung des Landratsjahres 2008/2009.
Liebe Kolleginnen und Kollegen des Landrates
Herr Regierungspräsident Adrian Ballmer
Frau Regierungsrätin, Herren Regierungsräte
Sehr verehrte Damen und Herren der Landeskanzlei
Lieber Walter Mundschin, liebe Frau Imwinkelried
Sehr verehrte Damen und Herren auf der Tribüne und der Medien
Nochmals herzlich willkommen zur ersten Landratssitzung des Jahres 2008/2009 - guten Morgen allerseits!
Das Motto meiner Rede am 19. Juni 2008 - anlässlich des schönen Festes zu meiner Wahl als Landratspräsident - war der ‹Wegweiser›. Der Wegweiser ist und bleibt mein persönliches Motiv.
Leider zeigte mein persönlicher Wegweiser der vergangenen Wochen ins Uni-Spital Basel, wo ich insgesamt ca. 20 Tage hospitalisiert war. Dies, nachdem anfangs Juli definitiv festgestellt worden war, dass ich eine schwere Blutkrankheit habe - und hoffentlich hatte. Ich habe eine autologe Stammzellentransplantation mit entsprechender Behandlung hinter mir.
Ich danke an dieser Stelle ganz herzlich Hanspeter Frey, der mich an diversen Anlässen vertreten hat, sowie allen, die mir Karten, Mails, Blumensträusse geschickt und mir telefoniert haben oder die in irgendeiner Form auf mich zugekommen sind.
Es war - es ist - eine sehr schwierige Zeit für mich, und ich bitte Sie herzlich um Verständnis in dieser für mich nicht einfachen Situation!
Leider musste ich mich für viele Einladungen entschuldigen, was für mich auch belastend war!
Nun aber zur konkreten Antrittsrede, die ich kurz halten möchte, denn mein Ziel und mein Wegweiser ist es, die Zeiten einzuhalten. Das war schon als Rottenchef der 1. Banntagsrotte in Liestal immer mein Ziel - all jene, die damals dabei waren, wissen das!
Zum Ratsbetrieb
Im Ratsbetrieb hoffe ich auf Effizienz und auf speditive Arbeit, so dass die Traktandenlisten wenn möglich aufgearbeitet werden können und die angegebenen Zeiten auf den Wegweisern nicht überschritten, sondern eingehalten werden. Dies setzt eine gewisse Sportlichkeit und Disziplin voraus. Ich hoffe auf Redezeiten von maximal 5 Minuten!
Ich wünsche mir im Ratsbetrieb auch eine grosse Präsenz. Eine Wandergruppe, die nicht zusammenhält und die sich in die Länge zieht, ist unübersichtlich. Personen, welche die Wegweiser nicht sehen, können ‹verloren gehen›. Bei den Abstimmungen sollten möglichst alle dabei sein, damit ein gutes und klares Ergebnis herauskommt!
Wenn wir im Ratsbetrieb eine gewisse Effizienz haben, ist dies sicher auch im Sinne der Landeskanzlei und der Regierung. An dieser Stelle sei der Kanzlei und der Regierung für die Vorbereitung unserer Sitzungen gedankt.
Humor darf und soll im Rat Platz haben - ‹giftige› Voten lieber nicht! Ich wünsche mir im Rat und in den Kommissionen einen guten Umgangston.
Zu unserem Kanton Basel-Landschaft
Dieses und letztes Jahr feierten wir unsere 175-jährige Unabhängigkeit! Wir gedachten mit vielen Anlässen, Theateraufführungen und vielen weiteren Aktionen - so wurde auf dem höchsten Punkt des Baselbiets ein Stein gesetzt - unseres runden Geburtstages.
Gestartet hatten wir bekanntlich in Augusta Raurica im Juli 2007.
In diesen 175 Jahren hat sich unser schöner Kanton sehr stark entwickelt. Im Baselbieterlied singen wir ‹Die eine mache Bändel, die andere schaffes Fäld›.
Wir waren früher auf die Landwirtschaft ausgerichtet, und die Posamenterei spielte eine grosse Rolle.
Im Jahre 1932 - Baselland feierte sein 100-jähriges Bestehen - wurden diese Bilder hinter mir von Otto Plattner und Emilio Müller geschaffen.
Das grosse in der Mitte zeigt die Landwirtschaft, die dannzumal eine grosse Bedeutung hatte, was nicht heissen soll, dass dies nicht auch heute der Fall ist.
Im Bild links von mir sieht man Steinmetze an der Arbeit. Im weitesten Sinn wird das Baugewerbe dargestellt, also auch meinen Beruf im Ausbaugewerbe.
Im Bild rechts von mir sehen wir Arbeiter in der Rheinsaline in Schweizerhalle.
Ich habe Ihnen das Baselbieter Heimatblatt Nr. 2/3 vom Juli 2008 auf den Platz legen lassen. Die Seiten 62 - 64 geben Aufschluss über die Bilder. Es handelt sich um ein kleines Geschenk von mir an Sie alle.
Heute, im Jahre 2008, ist unser Kanton ein moderner, wirtschaftlich starker Kanton mit rund 140'000 Arbeitsplätzen in Industrie, Gewerbe, Dienstleistungen, in Chemie, Pharma und in der Landwirtschaft (mit noch rund 1'000 Betrieben) sowie bei der öffentlichen Hand.
Neue Bereiche wie die Life Sciences haben sich entwickelt; andere Bereiche - wie der Textil- und Maschinenbau - haben sich sehr verändert oder sind fast ganz verschwunden.
Als KMU-Vertreter wünsche ich mir und uns allen, dass unser Kanton weiterhin viele private Betriebe mit vielen Stellen und Lehrstellen hat. Ich hoffe, dass die Betriebe prosperieren und somit auch Steuern zahlen können! Was die Steuerbelastung der Firmen angeht, besteht ein Anpassungsbedarf nach unten.
Ich hoffe, dass der Kanton weiterhin gute Schulen hat. Bildung ist - neben Salz, Stein und Kies - unser einziger Rohstoff! In diesem Zusammenhang ist mir wichtig, dass eine gleichwertige Finanzierung der akademischen und der beruflichen Aus- und Weiterbildung angestrebt wird.
Ich hoffe auch, dass die Gesundheitsversorgung, die Spitäler, die Verwaltung, der ÖV und der IV a jour sind und dass unser Kanton landschaftlich schön bleibt. Touristisch darf er noch mehr entdeckt werden!
Ich wünsche mir auch einen sportlichen Kanton, auch wenn Roger Federer weggezogen ist und die Schweizer Fussballnationalmannschaft gestern ein Spiel verloren hat.
Was die Nordwestschweiz angeht, so wünsche ich mir eine gute Zusammenarbeit. Eine Fusion Basellands mit Basel-Stadt macht aus heutiger Sicht keinen Sinn. Lieber ist es mir, wenn in der ganzen Region Nordwestschweiz noch mehr zusammengearbeitet wird.
Meine Wunschliste ist nicht komplett, aber ich will trotzdem zum Schluss kommen.
Ich danke nochmals herzlich für Ihr Verständnis, das Sie mir in meiner sehr speziellen gesundheitlichen Situation entgegenbringen.
Ich danke meiner Fraktion, die mich vor eineinhalb Jahren zum Vizepräsidenten vorgeschlagen hat, was der Grund dafür ist, dass ich heute hier stehen darf.
Ich danke Ihnen für meine Wahl am 19. Juni 2008.
Danke allen, die sich hier im Landrat oder sonst überhaupt politisch engagieren. Danke also Ihnen, Landrätinnen und Landräte, und der Regierung, der Kanzlei sowie den Medien für die Berichterstattung. Ich freue mich sehr auf dieses Jahr bzw. auf die zehn Monate als Landratspräsident!
Schliessen möchte ich mit einer Information: Vor ziemlich genau 20 Jahren habe ich hier in diesem Saal im Einwohnerrat als Politiker gestartet.
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!»
[Grosser Applaus]
Für das Protokoll:
Barbara Imwinkelried, Landeskanzlei
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