Protokoll der Landratssitzung vom 11. September 2008

Nr. 657

Frage der Dringlichkeit:


2008/200
Motion der SVP-Fraktion vom 11. September 2008: Im Kindergarten soll Mundart als Hauptunterrichtssprache bestehen bleiben!


Landratspräsident Peter Holinger (SVP) teilt mit, dass die Regierung die Motion nicht als dringlich betrachte. Er gibt dem Bildungsdirektor das Wort, um die Ablehnung zu begründen.


Regierungsrat Urs Wüthrich (SP) erklärt, dass die Motion aus vier Gründen nicht dringlich sei:


Der Bildungsdirektor ist zuversichtlich, dass die SVP die genannten Gründe nachvollziehen kann und die Motion als erfüllt zurückziehen wird.


Karl Willimann (SVP) ist mit den Ausführungen des Bildungsdirektors in keiner Art und Weise einverstanden. Wie in der Motion angedeutet, stellt sich die Frage der Kompetenzen. Wie bei der Notengebung und beim Frühfranzösisch hat die BKSD eigenmächtig entschieden.


Das Reglement hat Karl Willimann schon gelesen. Für ihn aber gibt es einen Unterschied zwischen einer Anordnung in einem Reglement und deren konkreter Umsetzung. Die Aufgabe des Bildungsdirektors ist es, dafür zu sorgen, dass das Reglement von den Kindergartenlehrkräften entsprechend gehandhabt wird. Herr Willimann zitiert eine Kindergartenleiterin, die sich in einem Zeitungsbericht überzeugt gegeben hat, dass im Kindergartenunterricht konsequent Hochdeutsch zu sprechen sei.


Das nimmt die SVP nicht hin - sie wird dagegen ankämpfen. Das Ganze ist seit anfangs August im Gange. Das gehört sofort korrigiert, weshalb die Dringlichkeit gegeben ist.


Im Übrigen ist Hochdeutsch in den Kindergärten auch aus pädagogischer Sicht äusserst umstritten. Die aktuelle Sprachförderung folgt dem Dogma, dass die Einschränkung des Dialektes die Kompetenz im Hochdeutschen fördere.


Der Landratspräsident erinnert daran, dass es nur um die Begründung der Dringlichkeit gehe.


«Man sieht sich bei Philippi wieder», droht Karl Willimann abschliessend, was mit Heiterkeit quittiert wird.


://: Mit 52:25 Stimmen bei einer Enthaltung lehnt der Landrat die Dringlichkeit der Motion 2008/200 ab.


Das dafür notwendige 2/3-Mehr wurde nicht erreicht. [ Namenliste ]


Für das Protokoll:
Barbara Imwinkelried, Landeskanzlei



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