Protokoll der Landratssitzung vom 12. November 2009

Nr. 1490

Karl Willimann (SVP), Präsident der Bildungs-, Kultur- und Sportkommission, führt aus: Im September 2007 hat die Regierung dem Landrat beantragt, die zweijährige Diplommittelschule (DMS 2) aufzuheben und statt dessen das einjährige Schulische Brückenangebot plus (SBAplus) auszubauen. Der Landrat hat den Antrag zurückgewiesen und die Regierung beauftragt, eine neue Vorlage auszuarbeiten. Gefordert wurde im Parlament u.a. ein Zwischenangebot, welches sich zwischen FMS und den Brückenangeboten positioniert.


Da im Moment noch nicht genau abzusehen ist, welche neuen Rahmenbedingungen sich aus den beiden Projekten HarmoS und Bildungsraum Nordwestschweiz ergeben werden, schlägt die Regierung in der Vorlage vom 18. August 2009 dem Landrat vor, für den Moment am Status quo festzuhalten. Im Hinblick auf den Namen der Schule braucht es dennoch eine Gesetzesänderung. Der Begriff «Diplom» wird in der ganzen Schweiz nur noch für Abschlüsse der Tertiärstufe verwendet. Analog der Namensänderung für die Diplommittelschule 3 muss auch für die DMS 2 ein neuer Begriff gesucht werden. Die Regierung beantragt dem Landrat, die Schule «Zweijährige Zertifizierende Schule» (2ZS) zu nennen.


In der Kommissionsberatung hielt die BKSD richtigerweise fest, dass es einzig um die Umbenennung der Schule geht. Eine mit der Namensfindung beauftragte Arbeitsgruppe kreierte den oben genannten Namen «Zweijährige Zertifizierende Schule». In der Fragerunde war sich die Kommission nicht einig, ob der Name eine glückliche Wahl ist. In der allgemeinen Schullandschaft existiert bisher keine Zertifizierung. Zertifikate werden einzig in der Erwachsenen- und Weiterbildung für einzelne Module vergeben. Eintreten war unbestritten.


In der Detailberatung wurde wiederholt moniert, der Begriff «zertifizierend» passe nicht in die Volksschullandschaft. «Berufsvorbereitende Schule 2 (BVS 2)», der Vorschlag der Bildungsrats, sei passender und mache gleichzeitig die Funktion der Schule ersichtlich. Ein Teil der Kommission favorisiert hingegen eher die Variante des Regierungsrates, da sich die Schule damit besser von andern berufsvorbereitenden Schulen abhebe.


Nach etlichen Argumenten für und gegen den neuen Namen stellte eine Landrätin Antrag auf Abänderung des Namens «Zweijährige Zertifizierende Schule» in «Berufsvorbereitende Schule 2». In der Abstimmung sprach sich die Kommission mit 5 : 5 Stimmen bei einer Enthaltung und mit Stichentscheid des Präsidenten für den Antrag und damit für den Namen «Berufsvorbereitende Schule 2 (BVS2)» aus.


In der Detailberatung des Landratsbeschlusses betreffend Änderung des Bildungsgesetzes wurde in erster Lesung der Begriff «Zweijährige Zertifizierende Schule» ersetzt durch «Berufsvorbereitende Schule 2». In der zweiten Lesung ergaben sich keine Änderungen, der abgeänderte Landratsbeschluss wurde von der Kommission mit 10 : 0  Stimmen bei 2 Enthaltungen gutgeheissen. Die Kommission beantragt dem Landrat Zustimmung zum von ihr abgeänderten Landratsbeschluss.


Elsbeth Schmied (SP) bestätigt die Aussage des Kommissionspräsidenten, dass es auf Sekundarstufe in der schweizerischen Schullandschaft keine Diplomabschlüsse mehr gibt. Diese sind der Tertiärstufe vorenthalten. Sie erinnert an die Umbenennung der «DMS 3» in «Fachmittelschule (FMS)» im Februar 2008. In derselben Vorlage bat die Regierung auch um eine Abschaffung der «DMS   2» zugunsten des schulischen Brückenangebots «SBA plus». Der Landrat folgte diesem Antrag nicht und bat den Regierungsrat um Präsentation einer neuen Vorlage im Falle einer Aufhebung der DMS 2, verknüpft mit dem Wunsch, dass der Ausbildungsgang weiterhin 2 Jahre dauert. Dem wird mit der vorliegenden Vorlage Rechnung getragen; die zweijährige Schule wird bis auf Weiteres unverändert weiter geführt. Nun musste aber aus bereits genannten Gründen ein neuer Name gefunden werden. Die Findungsgruppe entschied sich für einen etwas exotischen Namen. Der Name «2ZS» wirkt in der hiesigen Schullandschaft fremd. Weder auf der Sekundarstufe I noch II gibt es einen Zertifikats-Abschluss; Zertifikate sind der Tertiärstufe vorbehalten oder können bei einzelnen Sprachmodulen in der Erwachsenenbildung erlangt werden.


Der Bildungsrat schlug dem Regierungsrat den Namen BVS2 vor. Nach eingehender Diskussion kommt die SP zum Schuss, dass es sich bei dem Ausbildungsgang um eine Fortsetzung der Berufsvorbereitung handelt, die bereits auf der Sekundarstufe I beginnt. Warum soll der Name der Schule nicht genau das aussagen, was die Schule beinhaltet? Das «2» steht einerseits für die 2. Chance der Schülerinnen und Schüler, sich intensiv mit der Berufswahl auseinanderzusetzen, andererseits für die zweijährige Dauer der Schule. Die SP tauft das 'Kind' grossmehrheitlich, mit wenigen Enthaltungen, auf «BVS 2» und stimmt den Änderungen des Bildungsgesetzes gemäss Kommissionsbeschluss zu.


Paul Wenger (SVP) stimmt seiner Vorrednerin in weiten Teilen zu. Die SVP-Fraktion hilft bei der Taufe mit und wird dem neuen Namen einstimmig zustimmen.


Bea Fünfschilling (FDP) fügt einzig an, dass insbesondere der Weiterbestand der Schule wichtig ist. Der Name bildet ihres Erachtens einen marginalen Punkt. Auch die FDP stimmt dem Namen «BVS2» zu.


Auch Christian Steiner (CVP) und die CVP/EVP-Fraktion sprechen sich für diese Namensänderung aus.


Der Inhalt der Schule ist wesentlich wichtiger als der Name, meint Jürg Wiedemann (Grüne). Die Mehrheit der Grünen stimmt den Kommissionsanträgen zu.


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1. Lesung (dem Bericht beiliegende Gesetzesänderung)


Titel und Ingress


I.


§ 3 Absatz 3 Buchstabe b


§ 6 Absatz 1 Buchstabe e


§ 11 Absatz 1 Buchstabe f


§ 14 Buchstabe c


Titel nach § 36a


§ 37 Absatz 2


§ 38 Absatz 2


§ 39 Absatz 1


II.


Es wird kein Rückkommen wird verlangt


://: Damit ist die erste Lesung abgeschlossen.


Für das Protokoll:
Brigitta Laube, Landeskanzlei



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