Protokoll der Landratssitzung vom 13. November 2008

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2008-067 vom 13. März 2008
Postulat von Thomi Jourdan CVP/EVP-Fraktion: Ist das Papier für den Landrat auch in Zukunft das Arbeitsmedium?
- Beschluss des Landrats am 13. November 2008 < abgelehnt >

Nr. 865

Die Regierung ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen, erklärt Peter Holinger (SVP).


Hanni Huggel (SP) und die SP sind gegen eine Überweisung des Postulats, da es absolut unnötig sei. Die hier gestellte Frage könne durchaus im Rahmen der Behandlung des vorhergehenden Postulats von der PVK untersucht werden. In diesem Zusammenhang zitiert sie eine Aussage von Franz Hohler aus dem 'Konsi-Blättli', welche fest hält, dass ihm beim Zugfahren oft Folgendes passiere: «... dann haben von zwölf Leuten zehn einen Laptop bei sich. Manchmal denke ich: Was schreiben die alle? Die Welt, in der wir uns bewegen, scheint derart ungenügend, dass man sobald wie möglich seine Klappwand aufmachen muss, die man bei sich hat, die einen dann freundlich anleuchtet und all den vertieften Gesichtern diesen bläulichen Zombie-Schatten gibt» [Heiterkeit]. - Vielleicht sei das ja die Idee des Postulanten, dass jede/r im Landratssaal ihren/seinen Laptop vor sich hat und somit das Gegenüber nicht mehr anschauen muss. Letztlich erübrige sich ja dann auch das Reden, die ganze Debatte könnte via Chatten von zuhause aus geführt werden... Das Geld für diese Untersuchung könne man sich sparen.


Thomi Jourdan (EVP) beweist, dass er Hanni Huggel auch anschauen kann, obwohl er den PC vor sich hat. Hingegen können es Teile der SP-Fraktion nicht, kontert er, da sie die Zeitung vor dem Gesicht haben. Es gebe viele andere Ablenkungsgründe neben den Computern. Letztlich gehe es u.a. um die Einsparung von Portokosten, um die grosse Vervielfältigungsarbeit etc., die hinter den ganzen Papierstössen stecke, und um allenfalls unnötige doppelte Versände etc. Viel einfacher wäre es doch, wenn die Informationen so aufbereitet werden könnten, dass man sie auf den eigenen Laptop herunterladen kann. Im Übrigen kenne der Bund diese Lösung schon lange; er bietet diese Möglichkeit dem Nationalrat an. Mit dem Postulat geht es ihm lediglich darum, die Optionen aufzuzeigen. Auch nimmt ihn wunder, was die aktuelle Betriebsform kostet und ob es nicht auch Papier- oder kombinierte Varianten gibt, die günstiger wären. Er verlange einzig und allein eine Gesamtschau über das einfache 'Fröögeli'.


Thomas de Courten (SVP) bezweifelt, dass es sich um ein so kleines Fröögeli handelt, denn letztlich gehe es dabei auch um Synchronisations- und Netzwerkregelungen etc., was mit grösserem Aufwand verbunden wäre. Er bezeichnet sich selbst auch als Technikfreak, versucht sich aber entsprechend zu organisieren, und das gelinge ihm mit den von der Landeskanzlei zur Verfügung gestellten Mitteln und auch der Internet-Homepage hervorragend. Ein guter Teil des Postulats sei bereits erfüllt. Sämtliche Vorlagen sind elektronisch vorhanden, ebenso die Traktandenlisten und Landratsprotokolle; alles kann herunter geladen werden. Auch der Internetzugang ist vorhanden und funktioniert bestens. Was darüber hinaus geht, würde in Richtung 'Elektronisierung' des Landratsbetriebs führen. Nun werde es aber immer welche geben, die die Vorlagen neben der elektronischen Variante auch noch in Papierform wünschen. Auch im Postbereich arbeite die Landeskanzlei effizient. Man sieht aus Sicht der SVP-Fraktion keine Notwendigkeit zur Überweisung des Postulats.


Laut Siro Imber (FDP) sind die Meinungen innerhalb der FDP sehr gespalten. Teile können sich Hanni Huggels Argumentation anschliessen, andere derjenigen von Thomas de Courten, wieder andere unterstützen den Postulanten.


Simon Trinkler (Grüne) findet es persönlich besser handhabbar, wenn die Papierstösse ein wenig reduziert werden. Mit einer Mehrheit der Grünen spricht er sich daher für die Überweisung des Postulats aus. Auch in Bezug auf die Kommissionsunterlagen könnte man seines Erachtens prinzipiell auf die elektronische Variante umstellen.


Keine weiteren Wortbegehren.


://: Der Landrat lehnt eine Überweisung des Postulats mit 35 Nein- : 34 Jastimmen bei 2 Enthaltungen ab. [ Namenliste ]


Für das Protokoll:
Brigitta Laube, Landeskanzlei



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