Protokoll der Landratssitzung vom 19. Februar 2009

Nr. 1026

Kommissionspräsident Rolf Richterich (FDP) informiert, das Museum.BL in Liestal sei in die Jahre gekommen und bedürfe einer Auffrischung. Im Rahmen der Kommissionsberatung wurden in diesem Zusammenhang verschiedene Punkte vertieft diskutiert. Insbesondere war die Behindertentauglichkeit ein Thema. Diese soll auf jeden Fall umgesetzt werden.


Betreffend Lagerungsmöglichkeiten für Sammlungsgut wurde darauf hingewiesen, dass in Muttenz und Liestal zwar Raum vorhanden, aber dieser in seinen Ausmassen für künftige Bedürfnisse ungenügend sei. Dennoch werde mit dem jetzigen Umbau kein zusätzlicher Lagerraum für Museumsobjekte geschaffen. Diese Frage ist im Rahmen des geplanten Flächenmanagements auf Ebene Kanton zu lösen.


Hinsichtlich der Umgebung stellte sich die Frage der Eigentumsverhältnisse, um auch bezüglich Parkplätze und Umgebungsgestaltung eine gute Lösung zu finden. Diesbezüglich wurde auf Gespräche verwiesen, die noch mit der Stadt Liestal als hauptsächliche Grundeigentümerin zu führen seien.


In der Standortfrage wurde ausgeführt, dass der heutige Standort als richtig beurteilt worden sei, und ein Umzug gar nie ernsthaft in Erwägung gezogen wurde. Damit sei nicht ausgeschlossen, dass in Zukunft der Standort in Frage gestellt wird, da in diesem Gebäude relativ wenig freier Raum übrig sei.


Weiter löste die lange Schliessungsdauer von ca. eineinhalb Jahren Fragen aus. Das Ausstellungsgut könnte Schaden nehmen, wenn es während der Sanierungsarbeiten dem entstehenden Staub ausgesetzt wäre. Folglich wird das Museum ganz geräumt. Das Sammlungsgut wird während der Schliessung eingelagert und die Angestellten werden verschiedene Arbeiten erledigen können, welche sicherstellen, dass alle MuseumsmitarbeiterInnen zu 100% weiterbeschäftigt werden können.


Während der Schliessung und für die Wiedereröffnung seien verschiedene Aktionen geplant, so dass das Museum nicht ganz in Vergessenheit gerät.


Die Bau- und Planungskommission empfiehlt dem Landrat mit 11:0 Stimmen bei 1 Enthaltung, dem unveränderten Entwurf des Landratsbeschlusses zuzustimmen.


Kathrin Schweizer (SP) betont, das Museum.BL werde rege genutzt und habe sich einen guten Namen gemacht. Der Standort mitten in der Stadt sei gut, doch bringe gerade die zentrale Lage auch Schwierigkeiten mit sich. Das Museum verfüge nur über knapp genügend Platz für Ausstellungen und die Sammlungen müssen an anderen Standorten gelagert werden. Für den Betrieb sei dies sehr umständlich, trotzdem spricht sich die SP jedoch für den Verbleib des Museums im alten Zeughaus aus, weil es sich dabei um einen für das Publikum idealen Standort handle.


Die lange Schliessungsdauer sei für den Museumsbetrieb sehr unangenehm, jedoch mussten sich die Kommissionsmitglieder davon überzeugen lassen, dass ein Betrieb während des Baus für ein Museum unmöglich sei.


Die SP-Fraktion wird auf die Vorlage eintreten und stimmt dieser einstimmig zu. Schon jetzt freut sie sich auf die Wiedereröffnung des neuen Museums.


Daniela Gaugler (SVP) stimmt dem Umbau- und Sanierungsprojekt im Namen der SVP-Fraktion zu. Das ehrwürdige alte Zeughaus werde so zu einem zweckmässigen, modernen Ausstellungshaus. Als Bezirksvertreterin aus Liestal müsse sie selbst jedoch noch auf den Platz vor dem Zeughaus zu sprechen kommen. Schon jetzt existieren im Liestaler Stadtzentrum zu wenig Parkplätze. Gehen durch die neue Gestaltung weitere sechs Parkplätze verloren, freut dies die Liestaler Gewerbetreibenden sicher nicht. Zudem stehen die Fasnächtler einer Verschiebung des Brunnens kritisch gegenüber. Der Platz soll möglichst ohne Hindernisse für vielfältige Anlässe genutzt werden, daher dürfe der Brunnen auf keinen Fall zu weit in die Platzmitte verschoben werden.


Romy Anderegg (FDP) bezeichnet die Mängel an Gebäude, Haustechnik und Infrastruktur des Liestaler Museums als dringend sanierungsbedürftig. Auch müsse es heute selbstverständlich sein, dass Menschen mit einer Behinderung ein Museum selbständig besichtigen können. Neu könne auch der oberste Stock mit einem Lift für Ausstellungen genutzt werden. Für Arbeiten mit Schulklassen seien Werkräume im Untergeschoss vorgesehen. Die Umgebung wolle man mit Brunnen und Baum attraktiv gestalten, obwohl das Land Eigentum der Stadt Liestal sei.


Für die Schliessungsdauer wurden externe Räume ermittelt, damit das Sammelgut vor dem entstehenden Staub und weiteren Schäden geschützt werden kann. Damit das Museum während der Schliessung nicht in Vergessenheit gerät, seien verschiedene Events vorgesehen. So können auch alle Mitarbeitenden zu 100 % beschäftigt werden.


Die FDP-Fraktion stimmt dem Verpflichtungskredit von 7,158 Mio. Franken einstimmig zu.


Elisabeth Schneider (CVP) schliesst sich für die CVP/EVP-Fraktion allen Vorrednerinnen und Vorrednern an und fügt an, man sei stolz auf unser gutes Museum und freue sich schon jetzt auf die Wiedereröffnung.


Isaac Reber (Grüne) unterstützt die Vorlage im Namen der Grünen Fraktion ebenfalls und er hofft, die Stadt Liestal werde die Chance nutzen, gemeinsam mit der Museumsneugestaltung den Zeughausplatz attraktiver zu gestalten.


Karl Willimann (SVP) bezeichnet den Betrag von 7,1 Mio. Franken als happig und erinnert sich, dass eine Museumsleitung aus Basel-Stadt die Forderung an Basel-Landschaft aussandte, an die Sanierung des kulturhistorischen Museums Basel-Stadt einen namentlichen Beitrag zu leisten. Hat sich die Regierung überlegt, nun eine gleiche Forderung an Basel-Stadt zu richten?


Regierungsrat Jörg Krähenbühl (SVP) hat Daniela Gauglers und Isaac Rebers Wünsche betreffend Platzgestaltung erhört, diese gehen jedoch auseinander. Die Federführung betreffend Platzgestaltung liegt bei der Stadt Liestal. Verhandlungen betreffend Kulturbeitrag der Stadt ins Baselbiet müssten von Regierungsrat Urs Wüthrich an die Hand genommen werden.


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Detailberatung Landratsbeschluss


Titel und Ingress keine Wortbegehren


Ziffern 1 - 3 keine Wortbegehren


://: Der Landrat stimmt dem Landratsbeschluss mit 66:0 Stimmen (ohne Enthaltungen) zu. [ Namenliste ]


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Landratsbeschluss
betreffend Umbau und Sanierung Museum.BL, Liestal


vom 19. Februar 2009


Für das Protokoll:
Andrea Maurer, Landeskanzlei



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