Protokoll der Landratssitzung vom 29. Oktober 2009
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2008-141 vom 22. Mai 2008 Interpellation der Fraktion der Grünen: 9. Stadion - Beschluss des Landrats am 29. Oktober 2009: < beantwortet > |
Zur Zeit jubeln uns von vielen Plakatwänden, Tram- und Busplakaten wie auch aus Zeitungsinseraten "fussballfeiernde" Menschen entgegen. Mit einer aufwändigen Kampagne wird Werbung gemacht für das 9. Stadion, das grösste je in der Schweiz errichtete temporäre Stadion, an dem sich auch der Kanton BL beteiligt. Der "Verein Baselland Promotion 2008", welcher gemeinsam vom Kanton Basel-Landschaft und der Wirtschaftskammer Baselland gegründet wurde, hat dem 9. Stadion zur Realisierung verholfen. Der Lotteriefonds unterstützt den Verein Baselland Promotion für sportliche Aktivitäten in der Fanzone Liestal/Bubendorf während der Fussball-Europameister-schaft mit 250'000 Franken. Von den CHF 2.45 Mio Franken, die der Lotteriefonds letztes Jahr vergeben hat, ist der "Zustupf" an das neunte Stadion mit Abstand der höchste Betrag, welcher für einen einzelnen Event vergeben wurde. Neben den 250'000 Franken finanzieller Unterstützung, gewährt der Lotteriefonds auch noch eine Defizitgarantie in der Höhe von CHF 1,2 Mio.
Der Kanton hat sich zum Ziel gesetzt, dass möglichst viele Besucher/innen der Fancamps und der Fussballspiele mit dem ÖV anreisen. Der Standort des 9. Stadions liegt weder in der Nähe einer Bahnlinie, noch gibt es spezielle Shuttlebusse vom Bahnhof Liestal, welche zum Stadion fahren. Ein Shuttlebusangebot, welches halbstündlich Fancampgäste vom Bahnhof Pratteln zum Fancamp in Pratteln bringen sollte, wurde nachträglich wieder gestrichen.
Regierungspräsident Urs Wüthrich (SP) beantwortet die Fragen. Er hofft, Sarah Martin ist einverstanden mit einer verkürzten Variante der Antworten, nachdem das Thema Rahmenveranstaltungen zur EURO 08 ein bisschen an Aktualität verloren hat.
Frage 1:
Wofür werden die 250'000 Franken des Lotteriefonds genau verwendet?
Antwort:
Das Geld wurde für die kulturellen und sportlichen Rahmenveranstaltungen im Rahmen der EURO 08 eingesetzt worden. Die dazugehörige Gesamtabrechnung ist ja heute genehmigt worden.
Frage 2:
Was werden, ausser dem jährlich stattfindenden "Baselbieter Breitensporttag", für sportliche Aktivitäten im Fancamp geboten, welche eine so hohe finanzielle Unterstützung des Lotteriefonds rechtfertigen?
Antwort:
Insgesamt sind 13 Sportevents im Rahmen von 22 Veranstaltungstagen organisiert worden. Eine breite Palette von Möglichkeiten, u.a. Familiensporttag, Grümpelturnier und als Daueraktivität Torwandschiessen, ist angeboten worden, um möglichst viele Menschen damit anzusprechen. Wichtig zu erwähnen ist, dass mit diesen Aktivitäten rund 4'500 Menschen in Bewegung gesetzt werden konnten.
Frage 3:
Werden alle sportlichen Aktivitäten im und um das 9.Stadion vom Sportamt BL durchgeführt und organisiert?
Regierungspräsident Urs Wüthrich (SP) ändert diese Frage dahingehend, dass er darauf antwortet, ob diese Aktivitäten weitergeführt werden.
Antwort:
Auf der Grundlage des Sport- und Bewegungsprogramms, zu welchem dem Landrat ein Konzept vorgelegt worden ist, ist es möglich gewesen, Aktivitäten über den jährlichen Schulsporttag hinaus weiterzuführen. Auch letztes Jahr konnte eine grosse Veranstaltung von mehreren Tagen Dauer durchgeführt werden. Ganz verschiedene Aktivitäten konnten als Impulsgeber genutzt werden.
Frage 4:
Wird auch das zweite offizielle Fancamp in Pratteln in irgendeiner Art und Weise vom Kanton unterstützt?
Antwort:
Nein.
Frage 5:
Falls nein, wieso nicht?
Antwort:
Weil das 9. Stadion im Unterschied zu den Fancamps eine der offiziellen Partner-Grünzonen der Hostcity Basel gewesen ist und in ein vollständig anderes Finanzierungssystem eingebettet war. Die übrigen Fancamps haben im Rahmen von Verträgen ihre Aufgaben und die Verwertung ihrer Erträge vereinbart. In erster Linie sind die Ertragsüberschüsse als Gewinn für die privaten Betreiber gedacht gewesen.
Frage 6:
Hat das Kriterium der ÖV-Anbindung bei der Auswahl des Standortes des 9. Stadions eine Rolle gespielt?
Antwort:
Die ÖV-Anbindung spielte eine sehr grosse Rolle. Bei der Evaluation des Standorts sind von Anfang an Spezialisten aus dem Bereich ÖV beigezogen worden, so dass eine gute Lösung für eine attraktive ÖV-Anbindung gefunden wurde. Leider ist es nie - ausser beim Besuch der «Oranjes» - zu Kapazitätsengpässen gekommen. Das wäre dem, was jetzt eingetroffen ist, fast noch vorzuziehen gewesen.
Frage 7:
Ist der Regierungsrat der Meinung, der 15-Minuten-Takt der WB 1 Stunde vor und nach den Spielen zusätzlich zum normalen Fahrplan sei ein ausreichendes Angebot, um die Besucher/innen zum 9. Stadion zu bringen?
Antwort:
Dieser Takt war wegen der nicht ausgelasteten Kapazitäten völlig ausreichend. Maximalauslastungen des Stadions mit 3'000-3'500 Menschen konnten mit dem gewählten Konzept bewältigt werden.
Frage 8:
Wieso wurde der Shuttlebus zum Fancamp Pratteln, welcher im EURO 08 Fahrplan des TNW aufgeführt ist, im nachhinein wieder gestrichen?
Antwort:
Dies hängt mit Entwicklungen zusammen, die sich leider abgezeichnet haben und auf die man rasch reagiert hat. Auch muss gesagt werden, dass der Betreiber des Fancamps nicht bereit war, sich in irgendeiner Form an den entsprechenden Kosten zu beteiligen. Weiter haben auch die SBB gewisse, ursprünglich geplante Möglichkeiten im Zusammenhang mit der Regio-S-Bahn-Haltestelle Salina-Raurica wieder verworfen.
Wie schon im vorangegangenen Traktandum erwähnt: Für die Traktandierung der Geschäfte ist die Ratskonferenz zuständig.
://: Die gewünschte Diskussion wird stillschweigend gutgeheissen.
Sarah Martin (Grüne) findet es - ohne irgendjemandem die Schuld zuweisen zu wollen - ein bisschen eigenartig, dass die Interpellation, die am 22. Mai 2008 eingereicht worden ist, so lange liegengeblieben sei und dann in dieser Form beantwortet werde. Der Vorstoss ist vor der EURO 08 im Zusammenhang mit den Diskussionen um die Fancamps eingereicht worden. Und von daher ist jetzt eine Diskussion der gestellten Fragen tatsächlich hinfällig und nicht mehr sinnvoll. Es wäre durchaus interessant gewesen, sie zu jenem Zeitpunkt im Frühling 2008 zu diskutieren. Es wäre auch der Regierung gut angestanden, dies damals getan zu haben.
://: Die Interpellation ist damit beantwortet.
Für das Protokoll:
Michael Engesser, Landeskanzlei
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