Protokoll der Landratssitzung vom 10. September 2015
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2015-235 vom 9. Juni 2015 Vorlage : Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW); Bericht über die Erfüllung des Leistungsauftrags für die Jahre 2012-2014 - Bericht der Interparlamentarischen Kommission der Fachhochschule Nordwestschweiz (IPK FHNW) vom 19. August 2015 - Beschluss des Landrats vom 10. September 2015: < beschlossen > |
Kommissionsberichterstatterin Marie-Theres Beeler (Grüne) fasst zusammen, dass die FHNW in der vergangenen Leistungsperiode ihren Auftrag bestens erfüllt habe.
Die Studierendenzahlen stiegen auf über 10'000 Ausbildungsplätze in Vollzeitäquivalenten und besonders erfreulich ist, dass von diesem Wachstum die pädagogische Hochschule, sowie die Hochschule für Wirtschaft und Technik, betroffen sind. Etwas schwerer tut sich hingegen die Hochschule für Life-Sciences, die seit 2011 einen Nachfragerückgang erfährt, der aber im Moment wieder aufgehalten ist. Einzelne Hochschulen, wie die für Musik, Kunst und Soziale Arbeit, haben Zulassungsbeschränkungen einführen müssen.
Ein wichtiger Schritt war ebenfalls die Investition in die Lehrerbildung durch das Institut, welches zusammen mit der Universität Basel, Abteilung Bildungswissenschaften, gegründet wurde. Die Pädagogische Hochschule hatte das Problem, dass qualifizierte Lehrende zur Ausbildung von Lehrpersonen im Bereich Pädagogik, Methodik und Didaktik aus anderen Ländern kamen, vornehmlich aus Deutschland, weil in der Schweiz auf Universitätsstufe keine adäquaten Ausbildungen möglich waren. Mit der Gründung des Instituts für Bildungswissenschaften in Kooperation mit der Universität Basel, wurde diese Lücke nun geschlossen und es wurde möglich, dass Leute, die mit der schweizerischen Bildungslandschaft vertraut sind, in kooperativ geführten Studiengängen befähigt werden, sich als Professoren in diesen Gebieten weiter zu qualifizieren.
In der betreffenden Leistungsperiode entstanden auch drei neue Campusbauten an idealer Verkehrslage: Brugg-Windisch, Olten und Basel Dreispitz. Die gute Infrastruktur hat nebst der idealen Verkehrsanbindung sicher dazu beigetragen, dass die Nachfrage nach Studienplätzen zugenommen hat.
Die FHNW hat zudem gut gewirtschaftet, insgesamt wurde ein Ertrag von CHF 8,2 Mio generiert und das Eigenkapital auf CHF 31 Mio erhöht. Gemäss Vereinbarung mit den Trägerkantonen wird nun die Hälfte davon, also gut CHF 15 Mio, als Finanzierungsbeitrag für die Leistungsperiode 2015-17 verwendet werden, was auch richtig ist.
Trotz Investitionskosten und höherer Infrastrukturkosten durch die Neubauten (Abschreibungen und Unterhalt) konnten die Kosten pro Studienplatz gesenkt werden. Die Durchschnittskosten für einen Studienplatz wurden von CHF 30'049 im Jahre 2011 auf CHF 28'473 gesenkt, was einem Minus von 5,2% entspricht. Bei den Durchschnittskosten gibt es Hochschulen, die unter dem schweizerischen Durchschnitt liegen, andere liegen darüber. Ein Sorgenkind ist nach wie vor die Hochschule für Gestaltung und Kunst, deren Kosten zwar kontinuierlich zurückgehen, aber noch nicht in dem Mass, als dass die Hochschulleitung und somit auch die auftraggebenden Kantone zufrieden sein könnten. Die Kosten alleine geben aber keine Auskunft über den Erfolg der Fachhochschule, es geht auch darum, zu schauen, ob das, was pro Studienplatz investiert wird, etwas bringt. 80% der Studierenden, die im Jahr 2010 ihr Studium aufgenommen haben, haben ihre Ausbildung 2014 abgeschlossen, was noch nicht ganz dem gesamtschweizerischen Durchschnitt entspricht (83%). Die FHNW ist dabei, durch qualitätssichernde Massnahmen zu garantieren, dass Leute, die ein Studium beginnen, dieses innert sinnvoller Zeit erfolgreich abschliessen, trotz Möglichkeiten von Teilzeitstudium und berufsbegleitender Ausbildung.
Interessant ist auch der Nutzen der Ausbildung, denn es ist tendenziell einfacher, für FH-Abgänger, als für Universitätsabsolventen, eine Stelle zu finden. 80% der Studierenden der FHNW fanden gleich im Anschluss an das Studium eine adäquate Stelle, die ihrer Ausbildung entspricht. Die Möglichkeit der berufsbegleitenden Ausbildung und Praxispartnerschaften tragen zu diesem Erfolg bei.
Wichtig für die Region ist die FHNW nicht nur als Ausbildungsstätte, sondern auch mit dem erweiterten Leistungsauftrag, nämlich: Anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung, Weiterbildung und Dienstleistungen. Forschung geschieht praxisorientiert und unterstützt die Innovationstätigkeit unserer Region. Es ist möglich geworden, den Anteil der Drittmittel für die Forschung in dieser Leistungsperiode massiv zu steigern. Die Vorgabe gemäss Leistungsauftrag beträgt 18% , im vergangenen Leistungsjahr 2014 konnten sie auf 23.6% gesteigert werden. Hier sticht erwartungsgemäss die Fachschule für Technik hervor, welche sich massgeblich an der Schweizer Energieforschung beteiligt. Durch die erweiterten Aufträge «Weiterbildung» (Deckungsgrad 148,5%) und «Dienstleitungen» (Deckungsgrad 131%) verdient die FHNW Geld, welches wiederum dem Studien- und Forschungsbetrieb zugute kommt. Der Deckungsgrad liegt insgesamt bei über 130%.
Die IPK empfiehlt, den Anträgen zuzustimmen: den Bericht über die Erfüllung des Leitungsauftrages 12-14 zu genehmigen, sowie Jahresbericht und Jahresrechnung 2014 zur Kenntnis zu nehmen.
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- Eintretensdebatte
Oskar Kämpfer (SVP) bemerkt, dass dies der erste Bericht zu einer Leistungsperiode der Fachhochschule Nordwestschweiz sei, welcher in dieses Parlament gelange, was heisse, dass eventuell nicht alle den zugrundeliegenden Staatsvertrag bereits gelesen hätten.
Gesteuert wird die FHNW eigentlich mit einem dreijährigen Leistungsauftrag rein via Finanzen, das heisst, es wird ein bestimmter Betrag gesprochen, mit welchem die Fachhochschule die Leistungen umsetzen musss, die der Fachhochschulrat vorgibt. Der nächste Leistungsauftrag ist bereits erteilt, da waren die neuen Parlamentsmitglieder noch nicht im Parlament, die anderen kennen diesen bereits. Im Zusammenhang gesehen muss aber gesagt werden, dass das, was hier entgegengenommen wird, der Abschluss der letzten Periode ist, also sozusagen Vergangenheitsbewältigung. Dahingehend kann zusammenfassend tatsächlich gesagt werden, dass die Fachhochschule die Periode dieses Leistungsauftrags erfolgreich abgeschlossen hat, darum ist der Bericht in der IPK auch mit 14:0 Stimmen angenommen worden, auch wenn nicht alles vollständig abgenickt wurde. Divergierende Meinungen gab es im Speziellen bezüglich quantitativem Wachstum. Es sei auf die 10'000 Studenten hingewiesen, welche von der Kommissionsberichterstatterin erwähnt wurden, in Bezug auf das qualitative Wachstum, sprich der Mittelgenerierung in der Abteilung Technik, welche auch erwähnt wurde, welche aber im Gegensatz dazu nicht über genügend Studenten verfügt. Es lohnt sich aber hier nicht, zu weit zu gehen, für Anliegen sind die bekannten Ansprechpartner der IPK zuständig, welche froh wären, wenn auf sie zugegangen würde. Die vergangene Leistungsperiode wurde gut bewältigt, wofür der Dank der Leitung der Fachhochschule gilt, welche es jeweils auch nicht ganz einfach hat in diesem übergeordneten Gremium den Kantone Aargau, Solothurn, Baselland und Basel-Stadt gerecht zu werden.
Thomas Bühler (SP) signalisiert auch von Seiten der SP, dass diesen Anträgen so zugestimmt werde, nämlich Kenntnisnahme des Jahresberichts und Genehmigung der Berichterstattung FHNW zum Leistungsauftrag 12/14.
Es darf gesagt werden, dass alle relativ gut dokumentiert sind darüber, was in der FHNW läuft, dazu gehört ebenfalls ein guter Bericht der Regierung mit diesem Anhang der FHNW als Zusammenfassung und somit kann sich auch die IPK ein gutes Bild darüber machen, ist gut informiert, kann nachfragen und kann Einfluss nehmen im vorgesehenen Rahmen. Die FHNW ist «eine Riesenkiste», mit vielen Abteilungen, dessen muss man sich bewusst sein, im Parlament wurden schon oft kritische Voten abgegeben, zum Teil zurecht, zum Beispiel bezüglich Pädagogischer Hochschule, doch diese Themen werden laufend in die neuen Leistungsvereinbarungen eingebaut, um Verbesserungen zu erzielen, zumindest in dem Umfang, in dem es von der IPK gesteuert werden kann. Nebst Zustimmung zu den Anträgen auch von der SP der Dank an die Verantwortlichen der Fachhochschule für ihre Arbeit.
Paul R. Hofer (FDP) meint, es kurz machen zu können, weil eigentlich bereits alles gesagt wurde.
Sabrina Corvini-Mohn (CVP) sagt, dass die CVP/BDP-Fraktion sich bei Frau Renold und ihrem Team herzlich für die geleistete Arbeit bedanken möchte.
Die Zahlen wurden von Marie-Theres Beeler sehr detailliert vorgetragen und darauf wird nicht mehr eingegangen, trotzdem soll der Blick in die Zukunft nicht fehlen, denn es gibt auch noch Herausforderungen für die FHNW, welche diese anpacken muss. Zu denken ist in etwa an die Pädagogische Hochschule oder an die Studierendenzahl bei der Hochschule für Life-Sciences oder dann bezüglich Frage der Qualität bei den Studienabgängern, wie dies auch im letzten Jahr, anlässlich des Berichts, ausführlich genannt wurde: einerseits steigt die Anzahl Studierende, andererseits ist die Frage, was die Studierenden machen oder machen können nach Abschluss des Studiums. Nichts desto trotz möchte sich die Votantin dem Dank der Vorredner anschliessen und den Bericht genehmigen.
Jürg Wiedemann (Grüne-Unabhängige) sagt, dass auch die Fraktion der Grünliberalen und Grün-Unabhängigen den Bericht zur Kenntnis nehmen und den drei Anträgen im Bericht zustimmen würden.
Es wurde schon vieles gesagt und die Zahlen der FHNW sind durchaus positiv, sowohl im finanziellen Bereich, als auch, was die Studentenzahlen betrifft, welche in die Höhe schnellen. 5% Zuwachs sind sehr viel, dennoch muss sicher angeschaut werden, dass es nicht unbedingt das Ziel sein kann, ein uferloses Wachstum von Studentenzahlen zu haben, sondern auch, dass keine Parallelangebote geschaffen werden, wie zum Beispiel Konkurrenzangebote zu einer Universität. Die FHNW sollte sich gezielt auf gewisse Bereiche beschränken und dort eine ausgezeichnete Arbeit leisten und somit den Fokus auf die Qualität und nicht auf die Quantität legen. Das ändert aber nichts daran, dass die Verantwortlichen der FHNW im vergangenen Jahr einen guten Job gemacht haben, wofür gedankt wird und gehofft, dass dies so weitergeht.
Regierungsrätin Monica Gschwind (FDP) bedankt sich für die wohlwollende Kenntnisnahme des Jahresberichts 2014 der Fachhochschule Nordwestschweiz und nimmt Bezug auf Vorredner Oskar Kämpfer, welcher sagte, dass die FHNW über die Finanzen gesteuert werde. Ihr Ziel sei es aber auch, die Entwicklung der Fachhochschule sonst sehr eng zu begleiten, wozu sie bereits die entsprechenden Kontakte geknüpft und wichtige Gespräche geführt hätte.
Das Profil der FHNW sollte noch etwas geschärft und Doppelspurigkeiten mit den Universitäten vermieden werden. Besonders die Ausrichtung der Pädagogischen Hochschule oder die Leitung der neuen Rektorin wird sehr aufmerksam verfolgt werden. Auch die Forderung nach mehr Praxisbezug bei der Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer wird sie mit Vehemenz einbringen. Bisher sei sie auf offene Ohren gestossen und überzeugt, dass die Anliegen des Kantons Baselland auch gehört und aufgenommen werden.
://: Eintreten unbestritten.
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- Detailberatung Landratsbeschluss
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Keine Wortmeldungen.
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- Rückkommen
Es wird kein Rückkommen verlangt.
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- Beschlussfassung
://: Der Landrat stimmt dem Landratsbeschluss betreffend Berichterstattung der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) zum Leistungsauftrag 2012-2014 stillschweigend zu.
Landratsbeschluss
betreffend Berichterstattung der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) zum Leistungsauftrag 2012-2014 (Partnerschaftliches Geschäft)
vom 10. September 2015
Der Landrat des Kantons Basel-Landschaft beschliesst:
1. Die mit dem Jahresbericht 2014 der FHNW vorgelegte Jahresrechnung wird zur Kenntnis genommen.
2. Die Berichterstattung der FHNW zum Leistungsauftrag 2012-2014 wird genehmigt.
3. Der Beschluss gilt unter dem Vorbehalt, dass die Parlamente der Kantone Aargau, Basel-Stadt und Solothurn im gleichen Sinne entscheiden.
Für das Protokoll:
Miriam Bubendorf, Landeskanzlei
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