Protokoll der Landratssitzung vom 13. Januar 2011

Nr. 2379

Urs von Bidder (EVP), Präsident der Justiz- und Sicherheitskommission, erklärt vorweg, die Kommission sei einstimmig für die Abschreibung des Postulats. Das Problem ist allerdings klar erkannt, und die Diskussion mit der Polizei zeigte klar, dass das Befahren von Kreiseln für Velofahrer heikel ist. Es verlangt von allen Beteiligten ein Aufeinander-Eingehen und viel Rücksichtnahme.


Die Idee der Postulantin, im Kreisel am äusseren Rand Velospuren zu markieren, würde die Problematik nicht beheben. Denn die Gefährdung besteht immer dann, wenn ein Autofahrer aus dem Kreisel hinaus oder in den Kreisel hinein fahren will und dabei ein Velo übersieht. Diese Gefahr ist dann am geringsten, wenn die Velofahrer auffällig in der Mitte der Fahrspur mit einer «Ich-bin-ein-Auto»-Attitüde unterwegs sind.


In diesem Sinne wünscht Urs von Bidder allen unfallfreie Kreiselfahrten.


Postulantin Romy Anderegg (FDP) meint, weil im Kanton noch nie ein schwerer Unfall in einem Kreisel geschehen sei, sehe die Regierung offenbar keine Veranlassung, irgend etwas zu ändern.


Wenn alle Verkehrsteilnehmer die Regeln einhalten, gibt es auf der Strasse keine Probleme und somit auch keine Unfälle - dies ist aber eine Wunschvorstellung.


In einem Kreisel braucht es eine spezielle Aufmerksamkeit der Velofahrer, vor allem bei einem hohen Verkehrsaufkommen. Es braucht nicht nur Mut und Durchsetzungsvermögen, sondern auch einiges Gottvertrauen, mitten im Kreisel zu fahren. Ob man als schwacher Verkehrsteilnehmer den Autolenkern einfach so vertrauen möchte, ist jedem Velofahrer selbst zu überlassen: Die Autofahrer können ermüdet, gestresst oder sonstwie abgelenkt sein. Selbst viele sportliche junge Leute, die täglich eine längere Strecke zur Arbeit fahren, erleben oft sehr heikle Situationen im Kreisel.


Das Problem ist nicht gelöst; es wurde einfach einmal darüber geredet. Der Velofahrer ist im Kreisel der schwächste Verkehrsteilnehmer und nicht wirklich gleichberechtigt. Er ist wendiger und aufmerksamer, weil er weiss, dass er seine Haut vor der Gefahr retten muss. Es gibt wohl keinen Velofahrer, der mit der heutigen Situation der Schweizer Kreisel zufrieden ist. Aber eben: Es ist noch kein grosser Unfall passiert, also lassen wir es alles so, wie es ist.


Die FDP-Fraktion stimmt der Abschreibung des Postulats zu.


Rahel Bänziger (Grüne) findet es schön, dass nicht nur die Grünen, sondern auch einige FDP-Vertreter Velo fahren und sich Gedanken um die Sicherheit der Velofahrer machen. Das ist erfreulich. Die Antwort des Regierungsrats ist nach Ansicht der grünen Fraktion befriedigend und einleuchtend; und sie deckt sich auch mit den Ansichten von Pro Velo, auch wenn dieser Verband nicht zur Stellungnahmen eingeladen worden ist.


Der Postulantin gebührt Dank dafür, dass sie mit ihrem Vorstoss auf die Sicherheit der Velofahrer im Kreisverkehr hingewiesen hat.


://: Das Postulat 2009/278 wird stillschweigend abgeschrieben.


Für das Protokoll:
Alex Klee-Bölckow, Landeskanzlei



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