Protokoll der Landratssitzungen vom 16./23. März 2017

Landratspräsident Philipp Schoch (Grüne) informiert, dass der Regierungsrat die Motion ablehne.

> Begründung des Regierungsrats

Miriam Locher (SP) nimmt vorweg, dass die SP-Fraktion den vorliegenden Vorstoss ablehne. Auch aus ihrer Sicht besteht natürlich Handlungsbedarf bezüglich einer Überarbeitung und möglichen Anpassung im Hinblick auf die Fremdsprachendidaktik. Der Vorstoss geht der SP aber zu weit. Analog der Argumentation der Regierung ist er schlicht überflüssig angesichts der hängigen Initiativen und dem Postulat zum gleichen Thema.

Monica Gschwind habe, so Béatrix von Sury d'Aspremont (CVP), in ihrer schriftlichen Antwort zum Postulat bereits ausgeführt, dass Baselland sich zum Harmos-Konkordat bekannt hat. Dazu gehört auch der Fremdsprachenunterricht. Man muss eines vergegenwärtigen: Das Erlernen einer Fremdsprache hat sich in der heutigen Zeit verändert. Die Sprachlernforschung zeigt, dass Fremdsprachen zuerst über das Hören und Lesen erworben werden müssen und erst in einem weiteren Schritt das Sprechen und Schreiben (inkl. Grammatik und Rechtschreibung) dazukommen. Das Passepartout wendet genau diese Erkenntnis an.

Die Votantin erlaubt sich, dazu einige Erkenntnisse aus der neusten Sprachenforschung auszuführen. Der GER (Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen der Sprachen: lehren, lernen, beurteilen) wurde 2001 von Fremdsprachenexperten aus 40 Ländern entwickelt. Das Hauptziel war es, die Mehrsprachigkeit und kulturelle Kompetenz und damit die Qualität der Kommunikation unter den Europäern zu fördern. Die Schweiz steht hinter diesem GER. Dieser Referenzrahmen setzt eben nicht mehr das Erlernen von einzelnen Sprachen in den Mittelpunkt, sondern die Entwicklung einer kommunikativen Kompetenz. D. h. sprachliche Kompetenzen wie Hörverstehen, Leseverstehen, Aussprache, Intonation, die mündliche Sprachproduktion haben Vorrang vor der grammatikalischen und orthografischen Korrektheit.

Das Passepartout ist nun ein Resultat dieses GER und der neuesten Sprachlernforschung. Es folgt den Sprachniveaus des GER, hat dieselben Ziele und fördert deren Erreichung nach der Mehrsprachigkeitsdidaktik. In diesem Kontext sind vor allem die Lehrmittel Mille feuilles und Clin d'oeil zu verstehen. Ein neues Lehrmittel braucht seine Zeit, bis sein Potenzial ausgeschöpft werden kann. Deswegen wäre es ein grosser Fehler, bereits zum jetzigen Zeitpunkt über das Passepartout Fremdsprachenmodell ein endgültiges Urteil zu fällen. Dank der Rückmeldungen aus Lehrerkreisen, Elternschaft und Politik entwickelt der Verlag das Lehrmittel laufend weiter.

Es sei nur daran erinnert, dass ebenfalls nicht alle glücklich darüber waren, als das damalige Lehrmittel Envol anfangs der 2000er Jahre herauskam. Das Institut für Mehrsprachigkeit der Uni Fribourg und die EDK führen parallel Evaluationen durch, ob die Harmos-Grundkompetenzen und die kantonalen Bildungsziele erreicht werden. Erste Ergebnisse werden im Sommer 2018 vorliegen, der Schlussbericht folgt im Sommer 2021.

In der Praxis in Reinach hat sich gezeigt, dass sich die Kinder mit Freude auch an anspruchsvolle Texte wagen, sofern sie dazu ermutigt, pädagogisch und methodisch-didaktisch korrekt begleitet werden. Die Reinacher Primarlehrpersonen wenden dies bereits mit Erfolg an und brauchen Rückendeckung. Die Lehrpersonen der Sekundarschule Reinach geben positive Rückmeldungen betreffend den Fremdsprachenkompetenzen ihrer Primarschüler.

Es ist unbestritten, dass die Schülerinnen und Schüler heute über andere Fremdsprachenkompetenzen verfügen als früher. Wenn die herkömmlichen Inhalte abgefragt werden, sind diese logischerweise tiefer als früher. Heute sind die Kinder jedoch befähigter zu kommunizieren und eine Sprachhandlung auszulösen. Wie wichtig dies in der heutigen Zeit ist, sollte eigentlich allen klar sein.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist es für den Erfolg von Passepartout unabdingbar, die Lehrpersonen in dieser Unterrichtsdidaktik zu unterstützen und ihnen das Vertrauen auszusprechen. Deshalb lehnt die CVP/BDP Fraktion die Motion ab.

Paul Wenger (SVP) kann den Inhalt von Béatrix von Surys leidenschaftlichem Plädoyer nur punktuell teilen. Die Mehrsprachigkeitsdidaktik ist gescheitert, sagt Jürg Wiedemann. Der Votant neigt dazu, dieser Aussage absolut zuzustimmen. Man überlege sich einmal, was Mehrsprachigkeitsdidaktik eigentlich aussagen möchte. Damit verbindet man die falsche Annahme, dass es einfacher ist, mehrere Sprachen gleichzeitig zu lernen, als sich nur auf eine neue Sprache zu konzentrieren. Natürliches Lernen ist beim Schuleintrittsalter mehr oder weniger vorbei. Es braucht dann trotz allem das Lernen in klassischen Strukturen.

In der Zeitschrift des Lehrerverbands Baselland stand eine Umfrage zu lesen. Man kann nun sagen, dass die Lehrer überhaupt nicht kompetent sind und irgendwo ihr Kreuzchen gesetzt haben; trotzdem sind die Rückmeldungen wenig ermutigend, sogar frustrierend. Die Lehrmittel Clin d’oeil und New World schneiden dabei selbstverständlich etwas unterschiedlich ab, weil Englisch und Französisch bei den Menschen üblicherweise unterschiedliche Kompetenzen aufweisen.

Einige Aussagen aus dieser Rückmeldung sollen hier in den Raum gestellt werden: In der Umfrage kommt zum Ausdruck, dass ein Grossteil der Lehrpersonen Clin d’oeil eher als negativ beurteilt (New World kommt etwas besser weg). Die Rückmeldungen der Lehrpersonen ergaben, dass 76% der Schüler mit Clin d’oeil nicht selbständig lernen können (und 49% mit dem New World). Gemäss der Umfrage sind Wortschatz, Grammatik und das Beherrschen von sprachlichen Strukturen sehr unterentwickelt: Bei 84% der Schüler liegen die Fähigkeiten im schriftlichen Ausdruck im Französisch tief, 89% sind es bei Grammatik und dem Beherrschen von sprachlichen Strukturen, 97% beim Sprechen und 87% im Hörverstehen. Man mag diese hohen Werte anzweifeln. Aber sogar dann, wenn man eine Toleranzgrenze einbaut und statt 80 bis 90 annimmt, dass die Werte bei 50-70% liegen, ist das immer noch viel zu hoch für ein Sprachenkonzept, das einst als das alleinseligmachende dargestellt wurde. Die Schreibfähigkeiten sind in beiden Sprachen, insbesondere im Französischen, sehr tief. Im Französisch sind im Unterricht 78% wenig motiviert oder gar abgelöscht, steht hier. Im Übrigen stehen auch die IT-Lehrmittel nicht überall so zur Verfügung, wie es eigentlich sein sollte.

Zusammenfassend ist die Beurteilung von Jürg Wiedemann, dass dieses Konzept gescheitert sei, allenfalls etwas spitz formuliert, sie geht aber in die richtige Richtung. Es ist zu hoffen, dass die Lehrmittel angepasst werden und in der Weiterbildung der Sprachlehrpersonen die entsprechenden Massnahmen eingeleitet werden. Die Mehrsprachigkeitsdidaktik aber muss zum grossen Teil als gescheitert betrachtet werden. Die SVP-Fraktion unterstützt die Motion grossmehrheitlich.

Florence Brenzikofer (Grüne) gibt bekannt, dass ein Teil der Fraktion Grüne/EVP die Motion unterstütze. Ein anderer Teil lehnt sie ab, mit der Begründung (analog zu jener der Regierung), dass eine Initiative sowie ein Postulat zu diesem Thema hängig sind. Béatrix von Sury hat richtig darauf hingewiesen, dass das Lehrmittel laufend entwickelt wird. Auch die Ausbildung wurde stark verändert und verkürzt im Vergleich zum Beginn. Die Auswertung, die der LVB präsentiert hatte, ist mit Vorsicht zu geniessen. Das Clin d’oeil ist im Kanton Baselland erst seit letztem Sommer im Einsatz. Man hat also noch nicht einmal ein ganzes Schuljahr mit diesem Lehrmittel hinter sich. Und auch zur Motivation gibt es unterschiedliche Aussagen. Es gibt auch Lehrpersonen, die sagen, dass die Schüler motivierter sind als mit dem vorherigen Lehrmittel. Auch dieses wurde am Anfang sehr kritisiert. Und viele Lehrpersonen sind froh, dass es nun abgelöst wurde.

Es gibt sicher Verbesserungsbedarf. Ein Buch wie das Clin d’oeil besteht aus fünf Magazinen. Niveau A kann davon zwei absolvieren, Niveau E drei und Niveau P vier bis fünf. Das geht nicht, denn das Material kann nicht wieder verwendet werden. Man sollte klar auf eine umweltverträgliche Lösung achten und sich vorher überlegen, was den Schülern ausgehändigt wird – ohne dass sie den ganzen Apparat zu Hause haben müssen.

Man kann ihm, Paul R. Hofer (FDP), nun vorwerfen, er sei stur, da es noch hängige Vorstösse zu diesem Thema gibt. Ihm ist es aber so wichtig, dass er gerne auf stur schaltet. Vor einigen Wochen konnte der Votant mit Lehrern aus dem Kanton Basel-Stadt zusammen sitzen, die schon mehr Erfahrung mit den neuen Franzi- und Englisch-Lernmethoden haben. Einer davon hielt ein längeres Referat, das sich so zusammenfassen lässt: Die Lehrmittel sind auf falscher Basis aufgebaut. Steht aber etwas auf falschem Fundament, kann man noch so sehr versuchen, es zu verbessern – ein grünes Auto wird dann eben noch grüner, der Karren aber ist damit trotzdem nicht besser. Man sollte die Sache ganz seriös nehmen, denn die Lehrmittel für Französisch, Englisch und Mathematik sind nicht gut. Werden sie einfach nur immer «verbessert», verdient daran nur der Verlag.

Jürg Wiedemann (Grüne-Unabhängige) möchte den Zahlen von Paul Wenger noch eine hinzufügen, die er als sehr wichtig erachtet. Bei der erwähnten Umfrage wurde gefragt, wie die Aussichten für die vorbereitenden Schulen stehen. Dabei gaben genau 5.4% der Lehrpersonen an, dass sie die Erreichung des nächsten Levels als problemlos möglich erachten. 10.8% gaben an, dass es mit Abstrichen möglich sei. 10% gaben an, keine Aussage machen zu können. Die überwiegende Mehrheit jedoch sagte, dass sie dies nicht als möglich erachte. Diese Resultate sind verheerend. Bei der Umfrage gilt es zu beachten, dass  nur Französisch- und Englischlehrpersonen befragt wurden, die eine 7. Klasse betreuen und somit mit diesen Lehrmitteln unterrichten –  und die das auch am professionellsten beurteilen können, weil viele von ihnen schon seit Jahrzehnten unterrichten.

Man kann zwar immer noch anzweifeln, dass die Umfrage wirklich aussagekräftig sei. Es sei aber darauf hingewiesen, dass der Kanton Solothurn (der ein Jahr weiter ist als Baselland und damit mehr Erfahrung hat) in einer ähnlichen Umfrage praktisch identische Resultate zutage gefördert hat. Auch im Kanton Graubünden wurde eine entsprechende Umfrage gemacht, mit gleichem Resultat. Es gibt also x verschiedene Umfragen. Jede zeigt in die gleiche Richtung. Was braucht es denn noch? Selbstverständlich kann man die Haltung einnehmen, man wolle das Ganze erst einmal durchlaufen, um dann zu schauen, was herauskommt. Man sollte die negativen Konsequenzen davon aber nicht ausblenden. Mit jedem Jahr wird eine Generation von Schülern neu in das System hinein geschickt. Sind sie einmal drin, müssen sie da durch. Man kann sie nicht nach drei Jahren herausnehmen, wenn man merkt, dass es wirklich nicht geht.

Zu Béatrix von Sury: Selbstverständlich sind die Fremdsprachen sehr wichtig. Wenn die Schülerinnen und Schüler die obligatorische Schulzeit beendet haben, sollen sie Englisch und Französisch in etwa gleich gut beherrschen. Das muss das Ziel sein. Die Resultate zeigen jetzt aber, dass die Schülerinnen und Schüler selbst beim Sprechen, wo sie eigentlich ihre Stärken haben, ganz schlecht abschneiden – und nicht einmal beim Schreiben oder der Grammatik, wo sie sogar gottsjämmerlich schlecht sind. Hier sollten die Alarmglocken schlagen, wenn selbst dort die Schülerinnen und Schüler versagen, wo sie eigentlich ihre Stärken haben sollten, wie einem die Passepartout-Promotoren vorgaukelten.

Dem Votant ist klar, dass sein Vorstoss als Motion nicht überwiesen werden wird. Er wandelt ihn deshalb zum Postulat um, auch als Goodwill, damit Monica Gschwind eine Prüfung vornehmen kann. Es ist zu erwarten, dass dies sehr seriös und ernsthaft angegangen wird und sie nicht noch drei Jahre wartet, bis der erste Durchgang erfolgt ist und drei ganze Jahrgänge in diesem System stecken. Es ist notwendig, dass auch die Zahlen und Fakten der Kantone Solothurn und Bern berücksichtigt werden. Diese Kantone haben mehr Erfahrung gesammelt und dabei alle dieselben schlechten Resultate erzielt. Wird das analysiert, muss man zur Einsicht kommen, dass diese Didaktikform abgeklemmt werden muss.

Caroline Mall (SVP) weist darauf hin, dass vor einem oder zwei Jahren eines ihrer Postulate überwiesen wurde mit dem Titel «Lehrmittelfreiheit an unseren Schulen». Sollte das gutgemeinte Postulat von «cher ami» Jürg Wiedemann nicht überwiesen werden, könnte ihr Postulat dann möglicherweise doch noch auf den richtigen Kurs führen. Ziel aller Ziele sollte sein, dass bei Verlassen der Schule die Schüler Englisch und Franzi beherrschen. Wenn es an der Didaktik scheitern sollte, ist tatsächlich zu berücksichtigen, ob die von ihr postulierte Lehrmittelfreiheit nicht ein möglicher Anker wäre. Sie wäre froh um eine Antwort.

Paul Wenger (SVP) scheint, dass die Tatsache, die auch in den Medien thematisiert wird, im Universum verpufft. Der Votant zitiert aus einem Zeitungsbericht: «Gestern berichtete die Berner Zeitung, dass in Bern der Grammatikteil der Aufnahmeprüfung für das Gymnasium gestrichen werden musste. Grund: Die Schüler können noch immer kaum Verben konjugieren.» Dies ist eine dramatische Situation. Weiter unten steht: «In Basel müssen die Prüfungen für das Gymnasium nicht angepasst werden. Jedoch nur aus dem Grund, weil bei diesen Aufnahmeprüfungen für das Gymnasium gar kein Französisch, sondern nur Deutsch und Mathematik abgenommen wird.» Frage: Weshalb wird in Basel kein Französisch abgenommen? Weil es vermutlich ähnlich herauskäme wie in Bern.

Eine solche Meldung kann man natürlich auch ignorieren und sich einreden, dass der Journalist sich verirrt und die falschen Leute gefragt hat. Kommt dieser Hinweis jedoch gleich aus mehreren Kantonen, dann stimmt am System doch etwas nicht. Wer sind die Leidtragenden? Die Lehrpersonen in den weiterführenden Schulen. Denn sie müssen das ganze Gerüst, das bei den eintretenden Schülern noch nicht vorhanden ist, aufbauen. Ein junger Mensch, der mit dem Zug von Basel nach Lausanne fährt, sollte sich doch wenigstens mit ein paar einfachen Sätzen zurechtfinden können. Offenbar ist das nicht möglich.

Es ist absolut dringlich, dass man bei den Lehrmitteln Mille feuilles und allenfalls den Englischlernmitteln eine Wende einleitet. Der Votant unterstützt das Postulat von Jürg Wiedemann.

Die Umfrage des Lehrerverbands verunsichere nur, findet Linard Candreia (SP). Man sollte nicht zu viele Umfragen machen. Der Zeitpunkt ist schlecht gewählt. Es ist zu früh. Man hört immer wieder, dass es früher besser war. Der Votant ist heute übrigens auch Sprachlehrer. Nach sechs, sieben Jahren fuhr er einmal nach Paris – und scheiterte. Schon bei der Métro. Er wusste nicht, wie fragen. Man sollte bedenken, dass es früher nicht unbedingt besser war. Umfragen hin oder her.

Was besonders wichtig ist, ist das Beherrschen der Muttersprache und der Fokus auf die erste Fremdsprache. Dann werden die nächsten Fremdsprachen einfacher. Eigentlich gibt es gar kein schlechtes Lehrmittel. Ein guter Sprachlehrer macht aus dem schlechtesten Lehrmittel einen guten Sprachunterricht. Man kann ja sonst auch zusätzliches Material einbeziehen.

Zum Schluss: Gebe man der Zeit Zeit. Die Italiener sagen: tempo al tempo. Man hat erst damit angefangen, nun sollte man etwas optimistischer sein. Und dazu die Chance der Grenznähe nutzen und mehr ins Elsass oder Richtung Jura ausschwärmen. Damit werden die Schüler motiviert – und das Lehrmittel ist wieder gut.

Regierungsrätin Monica Gschwind (FDP) dankt Linard Candreia für sein aufmunterndes Votum. Jürg Wiedemann schätzt die Votantin ja eigentlich sehr. Sie findet es aber doch etwas überbetrieben, wenn er von einem gescheiterten Passepartout-Projekt spricht. Es gab wie gehört eine Umfrage des Lehrerverbands bei allen Französisch- und Englischlehrpersonen der 7. Klasse – nach nur einem halben Jahr Unterricht. Dabei wurden die Einschätzungen der Lehrpersonen abgeholt. Im Kanton Graubünden wurde nur eine Umfrage bezüglich Englisch gemacht. Weiterhin ist zu sagen, dass der LVB nur seine Mitglieder angeschrieben hatte. Es handelte sich also nicht um eine flächendeckende Umfrage.

Die Votantin redet die Umfrage nicht klein, sie hört gut hin und war entsprechend auch erschrocken über die Einschätzungen nach einem halben Jahr. Sie selber steht dem Passepartout-Projekt bekanntlich kritisch gegenüber und verfolgt es eng. Es ist eine der Hauptaufgaben auch des neuen Leiters des Amts für Volksschulen, das Konzept kritisch zu begleiten. Es ist ihr sehr wichtig, mit den Fremdsprachenlehrpersonen die Fachschaften ins Boot zu holen, damit man gemeinsam einen Schritt weiter kommt. Man kann aber nicht etwas als gescheitert beurteilen, von dem es keine echte Wirksamkeitsüberprüfung gibt. Auf diese muss gebaut werden.

Es wurde bereits in der Begründung festgehalten, dass die Initiativen und ein anderes Postulat von Wiedemann überwiesen wurden. Sein Anliegen wird entsprechend bei der Beantwortung der Initiative einbezogen werden. Es ist nicht notwendig, zum selben Thema nochmals einen Vorstoss zu bringen. Deshalb sei der Landrat gebeten, die Überweisung abzulehnen. Es sei ihm versichert, dass sie das Anliegen ernst nehme und es ohnehin verfolgen werde. Denn es liegt ihr als Bildungsdirektorin natürlich sehr am Herzen, dass Fremdsprachen unterrichtet werden und die Schüler darin gut abschneiden. Sie ist aber mit Béatrix von Sury einverstanden, dass heute auch andere Fähigkeiten als früher gefördert werden müssen. Dabei muss es (an Paul Wenger gerichtet) laufbahnorientiert sein. Die Lehrer müssen ihre Schüler jeweils dort abholen, wo sie auf der vorhergehenden Stufe angekommen sind.

Klammerbemerkung: Heute gab es eine Medienkonferenz zu den Checks P3 und P6. Die Baselbieter Schülerinnen und Schüler schnitten auch im Französisch gut ab.

Caroline Mall (SVP) wartet noch auf die Antwort auf ihre Frage zur freien Wahl der Lehrmittel.

Regierungsrätin Monica Gschwind (FDP) sagt, dass der Bildungsrat sich derzeit mit ihrem Postulat befasse. Ziel ist, dass bis Juni dieses Jahres eine Auslegeordnung gemacht werden kann. Das Lehrmittel Clin d’oeil wurde aber natürlich entwickelt und zugeschnitten auf den Französisch-Lehrplan. Deshalb wird sehr sorgfältig beurteilt werden müssen, ob die Lehrmittel freigegeben werden könn oder nicht.

://: Der Landrat lehnt das Postulat 2017/060 mit 40:35 Stimmen bei drei Enthaltungen ab.

[Namenliste]

 

Für das Protokoll:
Markus Kocher, Landeskanzlei

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