Protokoll der Landratssitzung vom 17. Oktober 2013
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Alex Achermann stellt fest, dass sich die Ankündigung einer Wortmeldung des Landschreibers ungemein beschleunigend auf die landrätliche Debatte auswirke. Er hätte schon früher auf die Idee kommen sollen, mit solchen Instrumenten zu arbeiten...
25 Jahre. Der Zufall will es, dass Achermann diesen Monat sein 25-jähriges Jubiläum beim Kanton Basel-Landschaft feiert. In diesem Vierteljahrhundert haben sich Landeskanzlei, Regierung und Verwaltung sowie der Parlamentsbetrieb enorm stark verändert. Ein einfaches Beispiel für die Veränderungen: Vor 25 Jahren war die grosse Hermes Ambassador-Schreibmaschine das wichtigste Arbeitsmittel in den Büros der Landeskanzlei. Heute findet sich im ganzen Regierungsgebäude keine einzige Schreibmaschine mehr. Und so wie sich die Technik in diesen 25 Jahren geändert hat, hat sich die Arbeit gewandelt. War die Bearbeitung des Nachtrages der Gesetzessammlung früher vor allem Handarbeit, steht heute ein hoch komplexer Informatik-Prozess dahinter. Was früher auf der Schreibmaschine geschrieben und danach per Post verschickt wurde, wird heute auf Laptops erstellt und steht Minuten später im Netz.
In den letzten 25 Jahren ist man vernetzter geworden, öfters und vor allem überall erreichbar. Ob in Bolivien, in Namibia oder in Australien: Jeder hat die Möglichkeit, jederzeit top aktuell über die Baselbieter Politik orientiert zu sein. Was in den letzten 10 Jahren in der elektronischen Kommunikation entstanden ist, ist so revolutionär wie die Erfindung des Buchdruckes. Früher haben die Klöster und die Kanzleien das Wissen verwaltet. Heute sind alle Informationen jederzeit und für jedermann zugänglich. Das alles war vor 25 Jahren noch unvorstellbar.
Vor einem Vierteljahrhundert hat sich der Kanton Basel-Landschaft federführend eingesetzt für Partnerschaft und regionale Zusammenarbeit. Ein Beispiel: Die Landeskanzlei hat die Geschäftsstelle der Nordwestschweizer Regierungskonferenz und der interparlamentarischen Konferenz der Nordwestschweiz geführt. Dort sind immer wieder Ideen zur Zusammenarbeit angesprochen und entwickelt worden. Heute sind die Zusammenarbeit und die gemeinsamen Institutionen mit den Nachbarkantonen, mit Frankreich und Deutschland nicht mehr wegzudenken. Dies sind Beispiele von Entwicklungen und Veränderungen, bei denen Achermann mitgewirkt hat, die er miterleben durfte.
Seine Wahl zum Landschreiber vor zwei Jahren hat ihn sehr gefreut. Mit grosser Begeisterung habe er sich im Herbst 2011 an die Arbeit gemacht. Und es war viel Arbeit, die auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landeskanzlei gewartet hat. Komplizierte Vorlagen, grosse verwaltungsinterne Entwicklungen, heikle Geschäfte, grosse personelle Veränderungen, komplexer Erneuerungsbedarf, krankheitsbedingte Personalausfälle, Zeitdruck, Spardruck, der Todesfall eines Regierungsmitgliedes: Diese Ereignisse sind wie eine Lawine auf ihn und die Landeskanzlei zugekommen. Das berühmte Entlastungspaket war für die Landeskanzlei - vom Arbeitsaufwand her - vor allem ein Belastungspaket.
All das ist aber in den letzten zwei Jahren bewältigt worden - neben dem anspruchsvollen Normalbetrieb. So gross die Herausforderungen waren, so sehr waren er und sein Team auf Unterstützung angewiesen. Unterstützung, die in geeigneter Form leider immer wieder gefehlt hat. Zunehmend war der Landschreiber der internen und externen Kritik ausgesetzt. Diese Kritik war oft konstruktiv und hat zu neuen Abläufen und Prozessen geführt. Oft war sie aber auch verletzend und von wenig Respekt gekennzeichnet.
Der Verzicht auf eine erneute Kandidatur ist ihm ausgesprochen schwer gefallen. Achermann hat seine Arbeit all die Jahre immer gerne gemacht und sich mit viel Motivation und Interesse für die Politik und die Menschen im Kanton eingesetzt. Doch nun steht er vor einer beruflichen Neuorientierung und sieht dies als Chance. Als Chance, in einem neuen Arbeitsumfeld noch einmal ganz neue Herausforderungen angehen zu können. Der Weg führt zurück zur Juristerei, wo Achermann ursprünglich herkommt.
Achermann bilanziert, dass ihm die Erfahrungen und Begegnungen der letzten 25 Jahre bleiben und ihm in seiner neuen Aufgabe als starkes Netzwerk zu gute kommen werden. Er dankt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Landeskanzlei und der ganzen Verwaltung für ihre Mitarbeit und Unterstützung. Und den Mitgliedern des Landrates und des Regierungsrates für das Vertrauen. Dem Kanton Basel-Landschaft wünscht er alles Gute.
Und übrigens: Er wird die Landrätinnen und Landräte im Auge und im Ohr behalten, denn die technischen Möglichkeiten dazu wurden in den letzten Jahren geschaffen...
[Applaus]
Landratspräsidentin Marianne Hollinger (FDP) dankt Alex Achermann für die eindrückliche Schilderung und die kurzen Worte über eine lange Zeit. Es ist dies noch nicht die Verabschiedung des Landschreibers. Dies wird an der letzten Sitzung vor Weihnachten erfolgen. Dennoch nimmt sie gern die Gelegenheit wahr, um ihm Danke zu sagen. Es kommt von Herzen, im Namen des Büros, den Kolleginnen und Kollegen vom Landrat, der Regierung - und ganz speziell von ihr. In ihrer kurzen Zeit als Landratspräsidentin konnte sie sehr von seiner kompetenten und wertvollen Arbeit profitieren. Ein herzliches Dankeschön kommt auch von ihrem Vorgänger Jürg Degen, der heute leider abwesend ist. Die Zusammenarbeit war immer von einer angenehmen und freundlichen Loyalität gekennzeichnet. Sie wünscht Alex Achermann viel Glück und alles Gute.
Auch für die Landeskanzlei ist die Zeit im Moment nicht einfach. Und so möchte sie Dölf Ogi zur Hilfe nehmen, der einmal gesagt hat: «Es gibt viel Wandel in wenig Zeit zu bewältigen». Dies trifft wohl auch für die Landeskanzlei zu. Die Umstände sind schwierig. Wie bekannt hat die Zweite Landschreiberin, die nun vorübergehend die Verantwortung übernimmt, ihre Stelle per Ende Jahr gekündigt. Die Landratspräsidentin kann aber bezeugen, dass Andrea Mäder ihre Arbeit mit gewohnter Begeisterung und viel Engagement für die Landeskanzlei, das Parlament und damit für den Kanton erfüllen wird, wobei sie auch auf die Unterstützung eines motivierten Teams zählen kann. Organisatorisch ist alles aufgegleist, damit in Zukunft alles gut kommt. Die Zeichen stehen also trotz dem «grossen Wandel in kurzer Zeit» gut - mit Bestimmtheit auch für Alex Achermann bei seinem Neuanfang.
Für das Protokoll:
Markus Kocher, Landeskanzlei
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Sitzungsschluss: 17 Uhr.
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