Protokoll der Landratssitzung vom 21. Juni 2012

Nr. 629

Kathrin Schweizer (SP), Präsidentin der SP-Fraktion, freut sich, Jürg Degen als Präsidenten des Landrates vorschlagen zu dürfen. Seine Karriere im Kantonsparlament begann vor neun Jahren, seit fünf Jahren gehört er dem Büro des Landrates an und er war auch Mitglied verschiedener ständiger Kommissionen sowie Spezialkommissionen. Im laufenden Jahr amtete er als Vizepräsident des Landrates und organisierte in dieser Funktion die Wortverteilung an den Sitzungen optimal. Jürg Degen ist dank seiner integren Persönlichkeit und seiner ausgleichenden, vermittelnden Art prädestiniert, den Landrat als Ganzes zu vertreten. Er ist der Brückenbauer, welcher dafür sorgen kann, dass die Gräben zwischen den einzelnen Fraktionen und Flügeln nicht weiter aufgehen. Kathrin Schweizer bittet den Landrat um die Unterstützung von Jürg Degens Wahl.


Thomas Weber (SVP) bezeichnet die heutige Wahlsitzung als wichtig. Dabei ist es entscheidend zu zeigen, dass der Landrat im Sinne von Regierungsrat Isaac Rebers Votum konstruktiv zusammenarbeiten will. Die SVP-Fraktion unterstützt Jürg Degens Nomination sowie sämtliche übrigen Nominationen vorbehaltlos. Es geht darum, mit denjenigen Kräften, welche bereit sind, sich für den Kanton Basel-Landschaft einzusetzen, gut und sinnvoll zusammenzuarbeiten.


[Die Stimmzettel werden verteilt und anschliessend vom Wahlbüro ausgezählt.]


Landratspräsident Urs Hess (SVP) gibt das Wahlresultat bekannt.


://: Gewählt ist mit 85 Stimmen: Jürg Degen (SP).


Landratspräsident Urs Hess (SVP) gratuliert Jürg Degen zu diesem Glanzresultat. Er begrüsst die 5. Klasse der Primarschule Itingen mit ihrem Lehrer Thomas Weisskopf im Landratssaal. Sie werden dem neu gewählten Landratspräsidenten ein Ständchen bringen.


[Musikalischer Beitrag der Primarschule Itingen]


Der Itinger Gemeindepräsident Martin Mundwiler gratuliert Jürg Degen im Namen des Gemeinderates und der Itinger Bevölkerung zu seinem super Wahlresultat. Die Gemeinde ist stolz, dass während dem nächsten Amtsjahr der höchste Baselbieter aus Itingen stammen wird. Dies war in der Dorfgeschichte erst einmal der Fall, vor 35 Jahren mit Peter Buess. Das Dorf Itingen steht ab heute im politischen Mittelpunkt des Baselbiets. Mit Jürg Degens Wahl zum Landratspräsidenten werden sich einige Veränderungen in dessen Alltag ergeben. Nebst dem Vorbereiten von Traktandenlisten und Sitzungen sowie der Sitzungsleitung wird Jürg Degen das Baselbiet nach aussen vertreten. Martin Mundwiler zeigt sich überzeugt, dass Jürg Degen dieses verantwortungsvolle Amt gut meistern und unseren Kanton mit Geschick und dem nötigen Humor bestens vertreten wird. Er wünscht Jürg Degen viel Freude, Kraft und gute Gesundheit.


Im Namen des Gemeinderates und des Organisationskommittees des Landratspräsidentenfestes ist es Martin Mundwiler eine Ehre, die Anwesenden für heute Abend nach Itingen ans Fest zu Ehren von Jürg Degen einzuladen. Schon jetzt freut er sich auf ein würdiges Fest mit vielen Attraktionen.


Der neue gewählte Landratspräsident Jürg Degen (SP) äussert sich wie folgt:


Vor etwa 45 Jahren sass ich regelmässig als junger Gymnasiast auf der Zuschauertribüne des Landratssaales und ich hätte mir nichts Schöneres vorstellen können, als selbst einmal im Landrat zu sitzen. Dass ich jetzt, Jahrzehnte später, sogar den Baselbieter Landrat für ein Jahr präsidieren kann, hätte ich mir auch in den kühnsten Träumen nie vorstellen können. Ich danke Ihnen allen von ganzem Herzen für die überzeugende Wahl. Dieses Resultat ist eine Herausforderung und ich werde mich bemühen, die hohen Erwartungen zu erfüllen. Vor meiner Aufgabe habe ich grossen Respekt. Während einem Jahr werde ich das Parlament präsidieren und das Baselbiet bei vielen Gelegenheiten repräsentieren. Diese Herausforderung nehme ich mit grosser Freude an und werde alles daran setzen, diese ehrenvolle Aufgabe mit Herz und Verstand und hoffentlich immer im Interesse unseres Kantons zu erfüllen.


Ich zitiere aus der Basler Zeitung vom 27. Mai 2012:


"Harsche Töne, raues Klima" , so war ein Artikel überschrieben. Illustriert war der Artikel mit einem grossen Comic-Bild aus einem Asterix-Band. Darauf ist eine Massenschlägerei dargestellt und der Artikel endet wie folgt: "Eine politische Ausmarchung der Fusionsfrage würde zu einer üblen Keilerei im gallischen Dorf führen. Im Moment bezieht vor allem Cäsar Prügel, dann aber würden Schmied und Fischhändler aufeinander losdreschen." Welche römische oder gallische Rolle mir als Landratspräsidenten in diesem Polit-Hickhack zugeteilt ist, stand nicht im Artikel. Ich sehe meine Aufgabe eher darin, eine mögliche, üble Keilerei - falls es eine solche überhaupt geben sollte - auf einen rein verbalen Schlagabtausch einzuschränken.


Ich danke meinem Vorgänger und Noch-Präsidenten Urs Hess. Wir haben uns in diesem Jahr besonders gut verstanden. Ein wenig bedaure ich es, dass die Zusammenarbeit in dieser Form nun ein Ende hat. Ich glaube jedoch, dass wir uns auch in Zukunft freundschaftlich verbunden bleiben.


Besonders danken möchte ich aber auch der Sozialdemokratischen Fraktion im Landrat, welche mich einstimmig zu diesem Amt nominierte. Wenn ich die Namen der sozialdemokratischen Landratspräsidentinnen und -präsidenten der letzten Zeit vor mir sehe, ist es für mich zusätzlich eine besondere Ehre, nun auch zu ihnen gehören zu dürfen.


Ich danke auch der Einwohnergemeinde Itingen mit ihrem Gemeindepräsidenten Martin Mundwiler. Das ganze Dorf hat sich für das heute geplante Fest zurechtgemacht. Ich habe in den letzten Wochen sehr viel Unterstützung gespürt. Die Grosszügigkeit der Bevölkerung hat mich tief berührt. Ich hoffe, Sie alle können heute Abend am Fest dabei sein.


Euch, liebe Schülerinnen und Schüler mit eurem Lehrer Thomas Weisskopf, danke ich besonders für den tollen Auftritt. Als Lehrer ist es mir besonders wichtig, auch die Jugend im Landratssaal begrüssen zu dürfen. Die Zukunft liegt in euren Händen: im Dorf, aber auch im Kanton.


Zum Schluss danke ich meiner Familie: meiner Frau Regula und meinen Kindern Lisa, Florian und Silvan. Sie haben mich immer unterstützt, aber auch herausgefordert. Ich freue mich sehr, dass ihr alle politisch interessiert seid und den Mut zu einer eigenen politischen Meinung habt. Genauso habe ich es auch in meinem Elternhaus erlebt. Ich danke daher auch meinen Eltern dafür, mir gezeigt zu haben, dass es selbstverständlich ist, Verantwortung zu übernehmen und dass es wertvoll ist, sich für das Gemeinwohl einzusetzen. Mein Vater verstarb kurz vor meinem Amtsantritt als Landrat, meine Mutter nimmt mit ihren 87 Jahren aber umso mehr regen Anteil an meiner politischen Arbeit.


Liebe Anwesende, nach der Sommerpause werden wir uns wieder an die Arbeit machen. Ich hoffe, wir werden dies mit gegenseitigem Respekt tun. Unserem Kanton gegenüber haben wir eine grosse Verantwortung und wir werden nur tragfähige Lösungen finden, wenn wir bereit sind, aufeinander zuzugehen und wertschätzend miteinander umzugehen. Ich freue mich auf diese Zusammenarbeit und in diesem Sinne noch einmal: Herzlichen Dank!


Für das Protokoll:
Andrea Maurer, Landeskanzlei



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