Protokoll der Landratssitzung vom 22. April 2010

Nr. 1852

://: Der von der Interpellantin verlangten Diskussion wird stattgegeben.


Hanni Huggel (SP) bedankt sich vorerst herzlich für die Antwort. Der neu gebaute Kreisel bei der Motorprüfstation sei zwar schön, grosszügig und breit geworden. Ihre Fragen sind aber nicht ganz befriedigend beantwortet worden. Begründung für die Anpassung des Kreisels war die laut Unfallstatistik zu hohe Unfallhäufigkeit. Der Kreisel wurde daraufhin verbreitert, es wurden breitere Fahrbahnen gemacht. Die von den Zeitungen aufgegriffene Diskussion darum, ob dafür eine Planauflage notwendig gewesen wäre, ist zur Zeit am Laufen, und es soll daher nicht weiter darauf eingegangen werden. Es scheint ihr fraglich, ob eine Minderung der Unfallgefahr mit einem breiteren Kreisel tatsächlich gegeben ist. Jeder Automobilist, der in der inneren Kreiselbahn fährt, muss irgendwann die äussere Bahn überqueren, um den Kreisel zu verlassen, und bei derart breiten Streifen könne auch schneller gefahren werden.


Die Frage 5, warum der Kreisel nicht von Beginn weg in der heutigen Form gebaut worden ist, wenn doch die Baulinie bewilligt gewesen sei, ist für sie nicht wirklich beantwortet. Denn man habe von Anfang an gewusst, dass bei den Kreiseln mit anderthalb Strassenbreiten solche Streifungsunfälle vorkommen.


Was der Kanton unter Randsteinanpassungen versteht, sei schon sehr speziell. Der Kreisel hat nämlich nicht nur neue Randsteine erhalten, sondern zwei 'wunderschöne, breite' Fahrbahnen, welche wirklich zum Schnellfahren verleiten. Den Velofahreren sei im Übrigen geraten, sich im Kreisel den notwendigen Platz zu nehmen.


Warum in dem Kreisel ein Velobypass im Sinne eines 'Parallelweglis' - von Reinach herkommend - gemacht wurde, ist ihr ein Rätsel; das sei Geld ausgegeben für gar nichts. Der Velofahrer, der sich nicht traut, im Kreisel zu fahren, kann nämlich, wenn er das Bypass-Weglein nutzt, nicht so über den Fussgängerstreifen gehen und das Velo stossen, dass er damit ans Ziel kommt, denn an zwei Strassen fehlt der Fussgängerstreifen. In Zukunft müsse man sich überlegen, ob solche Velo-Bypass-Wege wirklich Sinn machen.


Fazit: Es wird sich weisen müssen, ob die Unfälle in dem Kreisel abnehmen. Sie selbst befürchtet, dass dies nicht der Fall sein wird, da insgesamt nun auch wegen der grösseren Übersichtlichkeit schneller in den Kreisel hinein gefahren wird.


Laut Regierungsrat Jörg Krähenbühl (SVP) ist die Wahrnehmung, dass der Kreisel verbreitert wurde, nicht ganz richtig. Dieser sei uneinheitlich breit gewesen, was immer wieder zu Streifkollisionen geführt habe; denn der Verkehr konnte nicht flüssig fahren. Nach heutigem Stand wurde das Ziel eindeutig erreicht. Bezüglich der Frage, warum der Kreisel nicht von Anfang an so gebaut wurde, kann sich der Baudirektor lediglich auf die ihm zugetragenen Informationen abstützen - er war 2001 noch nicht im Regierungsrat. Zur Bypass-Frage: Man hätte gern den ganzen Kreisel mit Bypässen ausgerüstet, dies hätte aber eine Planauflage erfordert, und man wollte raschmöglichst die Unfallgefahr beseitigen. Die Idee wird nun weiter verfolgt. Es wird eine Projektauflage geben, da dies ausserhalb des Bauperimeters ist. Wenn immer möglich soll der Bypass um den ganzen Kreisel herum geführt werden.


Keine weiteren Wortbegehren


://: Damit ist die Interpellation erledigt.


Für das Protokoll:
Brigitta Laube, Landeskanzlei



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