Protokoll der Landratssitzung vom 23. Februar 2017
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2017-027 vom 12. Januar 2017
Postulat der FDP Fraktion: Uni Basel - Design to Cost: Drittmittelziel anpassen - Der Regierungsrat beantragt: Entgegennahme - Beschluss des Landrates vom 23. Februar 2017: < überwiesen > |
Landratspräsident Philipp Schoch (Grüne) informiert, dass der Regierungsrat das Postulat entgegen nimmt.
Christoph Hänggi (SP) verweist auf sein zuvor gehaltenes Votum zu den Drittmitteln. Die Annahme ist falsch, zumindest fragwürdig. Das Bundesamt für Statistik kommt zu ganz anderen Schlüssen. Die Uni Basel steht im Vergleich zu den anderen Universitäten sehr gut da. Es stehen im Postulat noch andere Forderungen wie jene nach dem Globalbudget und Matching Funds zum Verbessern des Anreizsystems. Auch hier handelt es sich eigentlich nicht um neue Ideen. Deshalb bittet die SP-Fraktion, das Postulat nicht zu überweisen. Die Regierungen von Baselland und Basel-Stadt sind zusammen mit der Universität bereits selber auf diese Idee gekommen.
Paul R. Hofer (FDP) kommt auf das Problem zu sprechen, dass es keine Eignerstrategie gibt. Gäbe es eine, wäre ganz sicher darin enthalten, wie viele Drittmittel akquiriert werden sollten. Es geht nicht darum, auf welchem Platz bei den Drittmitteln die Uni liegt. Es ist schlecht für eine Institution, die die beste sein möchte. Es gibt nur einen Rang – der beste. Vorwärts machen, mehr, mehr, vorwärts machen, mehr! Bitte unterstützen, es geht um prüfen und berichten.
Florence Brenzikofer (Grüne) muss Paul Hofer enttäuschen. Auch die Fraktion Grüne/EVP wird das Postulat einstimmig ablehnen. Wieder hat man es hier mit einem Berechnungsfehler zu tun. Die Berechnung kann nicht über die Gesamtzahl des akademischen Personals berechnet werden, denn es gibt Personen, die über eingeworbene Drittmittel eingestellt wurden. Für ein aussagekräftiges Gesamtbild müssen die Drittmittel durch die eigenfinanzierten akademischen Stellen geteilt werden. Als Grundlage dazu müssen, wie von Christoph Hänggi ausgeführt, die Zahlen des Bundesamts für Statistik zugrunde gelegt werden. Zudem unterscheiden sich auch die Kostenrechnungen der Uni. Ein Beispiel: In der Uni Basel werden die Erträge der Medizin nicht an der uneigennützigen Kostenrechnung aufgeführt. Bei der Uni Bern ist das anders. Die Votantin bittet zu differenzieren und das Postulat abzulehnen.
Für Klaus Kirchmayr (Grüne) ist relativ offensichtlich, dass die Studie in diesem Bereich die qualitativen Ansprüche nicht erfüllt. Wer das Bundesamt für Statistik nicht konsultiert, wer nicht hinterfragt, wie die Kostenrechnungen der Benchmarkpartner zustande kommen, der macht seine Arbeit nicht sauber und muss sich in Folge diese Vorwürfe anhören, die hier vorgebracht wurden.
Als Ergänzung sei noch gesagt: Das Drittmittelthema ist seit seiner Zeit im Landrat ein grosses Thema. Jedesmal, wenn die Uni ihren Jahresbericht abliefert, immer, wenn der Leistungsauftrag behandelt wird, ist dieses Thema traktandiert. Die Uni kann aber für sich in Anspruch nehmen, dass sie in diesem Bereich den Finger rausgenommen und wirklich etwas erreicht hat. Der Votant bittet, dies zu honorieren. Die Tatsache, dass sich die Uni Basel heute an erster oder zweiter Stelle befindet, noch vor einer ETH, sollte auch den Postulanten zu denken geben. Es scheint dem Votanten nötig, dass in diesem Rahmen auch einmal anerkannt wird, dass ein Physikprofessor offenbar (wie von Rolf Blatter gehört) bis zu 80% seiner Finanzen selber erwirtschaftet. Hier wäre längst eine Dankeschön an die Adresse der Universität und ihrer Exponenten nötig.
Thomas Eugster (FDP) meint, dass der Rang weniger eine Rolle spielt. Es werden viele Drittmittel akquiriert, die primär aus dem Nationalfonds stammen. Es ist deshalb sicher sinnvoll, wenn mehr Drittmittel generiert werden – auch in der Industrie. Damit wäre man wieder beim Life Science-Standort. In diesem Bereich gäbe es noch genügend Entwicklungspotential, das es auszunutzen gilt. Dafür ist das Postulat da.
Rolf Richterich (FDP) findet es eine Unterstellung, zu sagen, dass für diese Frage die Zahlen des Bundesamts für Statistik nicht verwendet worden seien. Es zeigt nur, dass man sich gegen mehr Drittmittel wehrt – was unverständlich ist. Zum anderen: Wenn diesbezüglich Unklarheiten bestehen, gäbe man der Uni und der Regierung damit die Chance, die korrekten Zahlen zu liefern, falls sie nicht stimmen sollten.
://: Der Landrat überweist das Postulat 2017/027 mit 48:38 Stimmen.
Für das Protokoll:
Markus Kocher, Landeskanzlei