Protokoll der Landratssitzung vom 24. Juni 2010

Nr. 2035

Kommissionspräsident Marc Joset (SP) führt aus, im Rahmen der ersten Etappe hat der Kanton «ERP» für die Bereiche Finanz- und Rechnungswesen, Personal und für die Materialwirtschaft/Logistik eingeführt. Mit dem System wird in der Verwaltung seit anfangs Jahr gearbeitet.


Bezüglich «Organisationsentwicklung» habe mit dem Projekt ERP in der Verwaltung ein «Kulturwandel» stattgefunden. Die Zusammenarbeit mit den Direktionen habe sich gegenüber dem Projektstart im Jahr 2008 deutlich verbessert. Dies ist ein Punkt, der in der Finanzkommission - diese hat sich jeweils halbjährlich über den Stand informieren lassen - mehrfach erörtert und zu einem sehr wichtigen Anliegen geworden ist.


Die Projektverantwortlichen haben der Finanzkommission überzeugend darlegen können, welche Massnahmen zur Erreichung der Ziele der Etappe 2 vorgesehen sind.


Die Finanzkommission hat sich auf die Frage konzentriert, inwiefern sich die Effizienzgewinne des Projektes nicht nur auf technische, sondern auch auf personelle Einsparungen auswirken.


Die Projektleitung wird die Finanzkommission weiterhin halbjährlich über die Fortschritte des Projektes informieren und aufzeigen, wo Einsparmöglichkeiten bestehen. Die Finanzkommission möchte das in einem zusätzlichen Antrag verbindlich festhalten. Darum beantragt sie, folgende Bestimmung in den Landratsbeschluss aufzunehmen:


Ziffer 3 (neu):


«Im Rahmen des Projekts wird die Ist- und Soll-Situation hinsichtlich der Personalressourcen erfasst werden. Die Projektleitung wird der Finanzkommission halbjährlich über die Realisierung der entsprechenden Einsparungen rapportieren.»


Die Finanzkommission beantragt dem Landrat einstimmig mit 12:0 Stimmen, gemäss abgeändertem Entwurf des Landratsbeschlusses zu beschliessen.


Mirjam Würth (SP) stellt fest, der Kommissionspräsident habe bereits alles Wesentliche gesagt. Sie unterstreicht, dass ihre Fraktion ein Unbehagen gegenüber einer stetig wachsenden EDV spürt und deshalb das Effizienzsteigerungspotenzial ausgewiesen haben will. Die SP unterstützt daher auch den entsprechenden Zusatzantrag der Finanzkommission vollumfänglich.


Karl Willimann (SVP) schickt voraus, die Fraktion werde der Vorlage zustimmen - dies wegen der Erfahrungen mit dem technisch gut geratenen Projekt «ERP 1».


Vor allem hat ERP 1 höchst Erfreuliches gezeigt - nämlich das Zusammenraufen der Direktionen und das gemeinsame Ziehen an einem Strick. Die Finanzkommission musste zwar ein bisschen nachhelfen, aber es hat genutzt. Es hat sich gezeigt, dass in ERP 1 die unabdingbare Zusammenarbeit der Direktionen nun tatsächlich gespielt hat. Darum ist auch die Folgevorlage «ERP 2» in der Finanzkommission auf guten Boden gefallen. Vor allem haben die Direktionen selber noch mögliche Verbesserungen, aus der Erfahrung mit ERP 1 heraus, erkannt. Es ist spürbar, dass sie weiter zusammenarbeiten wollen. Das Rationalisierungspotenzial von ERP 1 ist klar ersichtlich geworden, und es wurde deutlich, welche Massnahmen an die Hand genommen werden sollten, um Effizienzsteigerungen zu erzielen.


Allerdings zeigte es sich, dass zu den 60 Umsystemen, von denen man bei ERP 1 ausgegangen war, noch 40 weitere hinzugekommen sind. Umsysteme - dies zur Erklärung - sind branchenspezifische Informatiklösungen in den Dienststellen, die das Fakturieren oder das Verwalten grosser Datenbestände erlauben.


Die Umsysteme sind nicht umsonst geschaffen worden -


sie waren da, bevor man versuchte, in Zusammenarbeit mit «Wilken» eine Zentralisierung des Rechnungswesens zu erreichen - und was dann gründlich misslang. Schliesslich wurde ERP installiert, und die ursprünglichen Lösungen werden heute als «Umsysteme» bezeichnet.


Im Rahmen von ERP 2 wird eine grosse Aufgabe darin bestehen, die Umsysteme zu reduzieren - entweder durch eine Anbindung an SAP oder indem sie durch eine SAP-Lösung ersetzt werden.


Zu den Effizienzgewinnen: Die SVP erwartet, dass Effizienzgewinne erzielt werden und dabei der Fokus auf die personellen Ressourcen gelegt und diese hinterfragt werden. Dieses Anliegen ist im Landratsbeschluss durch den Zusatzantrag der Finanzkommission fixiert.


Die SVP empfiehlt dem Landrat, dem Geschäft zuzustimmen.


Peter Schafroth (FDP) teilt mit, dass seine Fraktion der Vorlage zustimme. Er nennt als Kernanliegen, dass eine Informatiklösung nicht Selbstzweck sein darf, sondern den Kanton weiterbringen soll. Sie soll zu effizienten Prozessen führen, von denen der Bürger profitiert; gleichzeitig soll sie zu rationellen Prozessen beitragen, damit die Leistungen günstiger erbracht werden können.


Es ist der FDP daher ein grosses Anliegen, dass der Zusatzantrag der Finanzkommission beschlossen wird - sonst würde die FDP allenfalls nachstossen.


Rita Bachmann (CVP) erklärt, es habe sie persönlich sehr beeindruckt, mit welcher Professionalität der Kanton Baselland die Umsetzung des ERP-Projektes vorgenommen hat. Im Gegensatz zu anderen Kantonen, welche ERP in mehreren kleinen Schritten eingeführt haben, hat Baselland gleichzeitig alle betriebswirtschaftlichen Hauptthemen wie Finanzen, Personal und Materialwirtschaft per 1.1.2010 in Betrieb nehmen können. Und es hat geklappt: Die Löhne sind fristgerecht überwiesen worden - bei der letzten Systemumstellung hatte dieser Punkt nicht einwandfrei geklappt. Der Zeitrahmen und, für die CVP/EVP-Fraktion besonders wichtig, der Budgetrahmen sind bisher eingehalten worden. Es hat sich aber auch gezeigt, dass eine Weiterentwicklung des Prozesses wichtig und sinnvoll ist.


Es ist genau der richtige Zeitpunkt - dank der Motivation und Bereitschaft der Mitarbeitenden -, das Projekt mit ERP 2 zu einem guten Abschluss zu führen. Mit dieser Folgeetappe wird explizit eine Überprüfung des Ressourceneinsatzes im Finanz- und Personalwesen sowie in der Informatik erfolgen. Es sind dies alles Bereiche, welche die Kantonsfinanzen stark beeinflussen.


Die CVP/EVP-Fraktion wird dem Landratsbeschluss, inklusive Zusatzantrag der Finanzkommission, zustimmen.


Schliesslich spricht Rita Bachmann all jenen Personen, die namhaft und mit sehr grossem Engagement an der Umsetzung des ERP-Projektes beteiligt gewesen sind, ihren speziellen Dank aus.


Klaus Kirchmayr (Grüne) stellt fest, es sei nicht möglich, ERP 2 zu beurteilen, ohne kurz auf ERP 1 zu sprechen zu kommen.


Es handelt sich um eines der Projekte, die wirklich Freude gemacht haben. Die Projektleitung war sehr gut, ebenso die Unterstützung der Verwaltung. Auch die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Parlament war sehr gut - letzteres hat geholfen, wo es helfen konnte. ERP 1 ist daher fast mustergültig abgelaufen. Das ganze Team und der ganze Set-up verdienen das Vertrauen des Parlamentes. Es ist auch richtig, das «Momentum» auszunutzen, um die zweite Phase in Angriff zu nehmen und die weiteren Effizienzsteigerungen und Verbesserungen zu verwirklichen.


In diesem Sinne ist dem ganzen ERP-Team ein grosser Dank auszusprechen.


Die grüne Fraktion wird den Anträgen, einschliesslich Zusatzantrag der Finanzkommission, zustimmen.


Regierungsrat Adrian Ballmer (FDP) dankt für die gute Aufnahme der Vorlage. Baselland ist der erste Kanton, der alle drei Module - Finanzen, Personal und Logistik - auf einmal eingeführt hat, und dies gemäss der geplanten Qualität, innerhalb der geplanten Fristen und innerhalb der geplanten Kosten. Überdies konnte erst noch mehr realisiert werden, als in der Ausschreibung verlangt worden war.


An dieser Stelle dankt der Finanzdirektor der Projektleitung - Hansruedi Ruefli, dem internen Projektleiter, Ruedi Hausammann, dem externen Projektleiter der Firma Novo Business Consultants AG, sowie Generalsekretär Michael Bammatter - sehr herzlich für ihr sehr grosses Engagement und ihre professionelle, hervorragende Arbeit.


Danken möchte er auch der Finanzkommission, die das Projekt sehr engagiert und gut begleitet hat und die auch einen wichtigen Beitrag zur Realisierung des Projektes geleistet hat.


Der zweite Teil, der mit diesem Folgeprojekt nun in Angriff genommen wird, ist wichtig, um die Errungenschaften des neuen Systems noch besser nutzen zu können. Die Analyse der möglichen Einsparungen ist Teil dieses Projektes. Darum ist der Finanzdirektor auch sehr einverstanden mit dem Zusatzantrag der Finanzkommission. Er bittet, den fünf Anträgen in dieser Form zuzustimmen.


Keine weiteren Wortbegehren.


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- Detailberatung


Titel und Ingress keine Wortbegehren


Ziffern 1 bis 5 keine Wortbegehren


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- Rückkommen


Rückkommen wird nicht verlangt.


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- Beschlussfassung


://: Der Landrat stimmt der Durchführung des Projektes ERP, Etappe 2, mit 77:0 Stimmen bei 3 Enthaltungen zu. [ Namenliste ]


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Landratsbeschluss
betreffend ERP-Projekt, Etappe 2, im Kanton Basel-Landschaft für die Bereich Finanz-, Personalwesen und Logistik


vom 24. Juni 2010


 Der Landrat des Kantons Basel-Landschaft beschliesst:


  Für das Protokoll:
Barbara Imwinkelried, Landeskanzlei



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