Protokoll der Landratssitzung vom 24. September 2015
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2014-401 vom 27. November 2014 Motion von Sandra Sollberger, SVP-Fraktion: Schloss Wildenstein mit dem Jahrhunderte alten Eichenwytwald gehört ins UNESCO Welterbe - Beschluss des Landrates vom 24. September 2015: < zurückgezogen > |
Landratspräsident Franz Meyer (CVP) informiert, dass der Regierungsrat das Postulat ablehnt. Es liegt eine schriftliche Begründung vor.
> Begründung des Regierungsrats
Sandra Sollberger (SVP) schickt voraus, dass die Motion vom Regierungsrat erst als Postulat definiert wurde. In ihrer Begründung schreibt die Regierung, dass gemäss BAK mit 2.5 Millionen für eine Kandidatur zu rechnen ist. Hier stellt sich der Votantin eine Frage: Wie kommt der Regierungsrat auf die Zahl? Sie bittet um eine Antwort.
Jürg Degen (SP) findet Wildenstein einen tollen Ort, und Regierungsrat wie auch Sandra Sollberger haben bereits auf dessen Schutzwürdigkeit hingewiesen. Es wird auch aufgezählt, was dort oben schon alles schweizerisch und kantonal geschützt wurde. Für die SP-Fraktion ist es ganz wichtig, dass der Ort den Schutz hat, der nötig ist, damit dort wirklich nichts zerstört werden kann. Sie zweifelt aber daran, ob es ein Unesco-Kulturerbe sein soll. Der Votant war dieses Jahr in Schweden an einem Ort, das als Kulturerbe anerkannt ist. Dazu ist zu sagen: Es zieht eine unheimliche Welle an Touristen nach sich. Alle wollen dahin, um es anzuschauen, zu filmen und fotografieren. Der Sprecher glaubt, dass ein Unesco-Kulturerbe nicht angebracht ist, wenn es um Schutz geht. In Wildenstein braucht es nicht noch mehr Touristen. Aber es braucht die Erhaltung. Wenn irgend etwas anderes noch mehr Schutz gibt als heute, wäre der Votant jederzeit dafür. Aber nicht als Kulturerbe.
Man konnte heute in der Fragestunde vernehmen, welch grossen Aufwand es bedeutete, wenn aus Augusta Raurica Weltkulturerbe würde. Aus diesem Grund lehnt die SP-Fraktion das Postulat ab.
Markus Dudler (CVP): Letzte Woche hat die CVP-Bundesrätin Doris Leuthard die Region auf Wildenstein beehrt. Es ist ein repräsentativer Ort, der schützenswert ist. Das Schloss und der Eichenwytwald sind zwar schön, jedoch fehlt für die CVP/BDP-Fraktion die herausragende, überregionale Strahlkraft. Man vergleiche z.B. mit folgenden bestehenden Unesco-Weltkulturerben in der Schweiz: Die Altstadt von Bern, Stiftsbezirk St. Gallen, Jungfrau-Aletsch-Region etc. Die Fraktion interessierte eher den Stand bei Augusta Raurica. Diese Antwort hat sie nun erhalten.
Wird die Motion überwiesen, so öffnen sich Tür und Tor für weitere Vorstösse. So könnte z.B. von Landrat Dudler der Vorstoss kommen, die Eremitage als grösster englischer Landschaftsgarten mit dem Schloss Birseck als Unesco-Weltkulturerbe anzumelden. Die CVP ist überzeugt, dass dies nicht sein kann und nicht sinnvoll ist. Übrigens ist es doch etwas erstaunlich, von welcher Partei der Vorstoss kommt... Braucht Wildenstein und der umliegende Wald zum Schutz dieses Zertifikat? Die CVP ist überzeugt: Nein. Es gibt genug andere Möglichkeiten dazu. Deshalb die Empfehlung der CVP/BDP-Fraktion, die Motion aus den genannten Gründen nicht zu überweisen.
Andrea Heger (EVP): Wildenstein und der Eichenwytwald sind zweifelsohne von grossem historischem, kulturellem und naturschützerischem Wert. Das Prädikat «von nationaler Bedeutung» hat der Ort nicht umsonst erhalten. Das Label der Unesco ist aber, etwas salopp gesagt, aus Sicht der Grünen/EVP-Fraktion noch mal eine etwas grössere Kiste. Es ist auf verschiedenen Ebenen sehr wertvoll und man möchte, dass es so bleibt. Man hat aber das Gefühl, es führe zu einem Reputationsverlust, wenn das Label inflationär verteilt bzw. die Liste zu sehr erweitert wird. Das Fazit der Fraktion Grüne/EVP ist: Das Verhältnis von Aufwand und Ertrag ist schwierig nachzuvollziehen; als Motion wäre es etwas heftig, als Postulat würden es aber Einzelne unterstützen.
Regierungsrätin Monica Gschwind (FDP) antwortet zur Frage von Landrätin Sandra Sollberger bezüglich der 2.5 Millionen Franken, dass es sich um Angaben des Bundesamts für Kultur handle. Der Grund für den Betrag liegt vorab darin, dass mit einer Kandidatur eine riesige Dokumentation notwendig würde. Eine detailliertere Information über die Zusammensetzung dieser Zahl müsste erst erfragt werden.
Für Sandra Sollberger (SVP) ist Wildenstein definitiv Unesco-würdig. Damit sie Wildenstein als einer der schönsten Orte auch in Zukunft für sich alleine behalten und geniessen kann, zieht sie ihren eigenen Vorstoss zurück.
://: Damit ist die Motion 2014/401 zurückgezogen.
Für das Protokoll:
Markus Kocher, Landeskanzlei
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