Protokoll der Landratssitzung vom 25. November 2010
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2010-098 vom 11. März 2010 Interpellation von Christine Koch, SP Fraktion: Trinkwasser-Versickerung in belastetem Gebiet? - Schriftliche Antwort des Regierungsrats vom 22. Juni 2010 - Beschluss des Landrats vom 25. November 2010: < erledigt > |
Christine Koch (SP) verlangt die Diskussion.
://: Der Diskussion wird stillschweigend stattgegeben.
Christine Koch (SP) bedankt sich für die Beantwortung der Fragen; sie habe aber ehrlicherweise nicht sehr viel davon verstanden. Vielleicht könnten Regierungspräsident Jörg Krähenbühl oder Regierungsrätin Sabine Pegoraro bei diesem Problem helfen. Was ist ein GC/MS-Screening? Was ist ein VOC? Diese Antworten sind Bosheit. Fakt ist, dass die Antworten so formuliert sind, dass ein normal gebildeter Landrat oder eine Landrätin diese nicht verstehen. Christine Koch legte die Antworten einem Fachmann zur Übersetzung vor. Aus dieser Übersetzung ergeben sich Folgefragen:
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1.
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Sind die Konzentrationen für die organischen Stoffe aus dem GC/MS nicht falsch, sind nicht Einheiten verwechselt worden? Diese sind nämlich viel zu hoch.
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2.
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Wo genau sind die Schwermetalle und organischen Schadstoffe gemessen worden?
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3.
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Von speziellem Interesse ist bei den VOC-Analysen das Tetrachloreten - maximal 8,6 Mikrogramm pro Liter ist viel. Wo wurde dies gefunden? Die Interpellantin wünscht die Angabe der Probestelle und das Probedatum.
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4.
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Wo und wann wurde das Hexachloretan gemessen?
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5.
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Wurde auch Gold gefunden? Dieses Edelmetall ist nicht aufgeführt worden. Das Gold würde aber dem Kanton helfen, die finanziellen Probleme zu lösen.
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Die Interpellantin bedauert, nochmals einen Vorstoss schreiben zu müssen: Im Hinblick auf ihre Kinder und Nachkommen sei das Thema für sie noch nicht vom Tisch.
Auch in ihren Augen sei der Bericht nicht sehr zufriedenstellend, bemerkt Rahel Bänziger (Grüne), obwohl sie zur seltenen Gattung Spezies von Naturwissenschaftlerinnen gehöre. Die vielen Abkürzungen wie beispielsweise VOC, welche verschiedene Stoffgruppen darstellen, erwecken den Eindruck, dass dahinter etwas versteckt werden soll. Rahel Bänziger hat gelernt, ein Bericht sollte so verfasst sein, dass er auch ohne Übersetzung eines Chemikers verstanden werden kann. Es ist sehr offensichtlich, dass Mikrogramm pro Liter mit Pikogramm pro Liter verwechselt worden sind. Grenzwerte sind sehr kritische Werte; die dargestellte Grenze sollte nicht überschritten werden. Kritische Werte von Substanzen fehlen jedoch, dabei wären diese sehr wichtig für die Gesamtinterpretation. So wurde zum Beispiel ein Wert von 10 Mikrogramm Hexachloretan pro Liter gefunden. Die maximal erlaubte Arbeitsplatzkonzentration im Labor beträgt genau 10 Mikrogramm pro Liter. Man trinkt also die Menge im Trinkwasser, der ein Laborant im Labor maximal ausgesetzt werden darf. Beim Atrazin, von dem 10 bis 20 Mikrogramm pro Liter gefunden worden sind, beträgt die maximale Arbeitsplatzkonzentration, allerdings in der Luft, 2 Mikrogramm, also zehnmal weniger. Falls keine Grenzwerte dieser gefundenen und nicht unbedenklichen Substanzen vorhanden sind, möchte Rahel Bänziger wenigstens LD 50 haben, um die Giftigkeit der Stoffe abschätzen zu können. LD 50 ist die letale Dosis, bei der 50 Prozent der Versuchstiere sterben.
Jürg Wiedemann (Grüne) zeigt grosses Verständnis für Christine Kochs Reaktion und ist der Ansicht, die Antworten kämen relativ lausig daher. Einerseits erlauben sie nicht, dass daraus etwas herausgeholt werden kann, andererseits befinden sie sich auf einer sehr technischen Ebene. Die von Christine Koch aufgeworfene Frage, wo die Proben entnommen worden sind, ist sehr entscheidend bei der Beurteilung und Bewertung. Jürg Wiedemann bittet Regierungsrätin Sabine Pegoraro, diese Fragen weiterzuleiten. Wie bereits erwähnt stimmen die aufgeführten Werte nicht, so wurden Mikrogramm mit Nanogramm verwechselt.
Thomas de Courten (SVP) ist der Ansicht, seine Vorredner/innen redeten über Angelegenheiten, die sie selbst nicht verstehen würden. Er selbst habe die Interpellationsbeantwortung gelesen und erhalte daraus ganz klare Antworten. So heisst es: «Das Trinkwasser im Birstal ist nicht durch Schwermetalle gefährdet. Es ist auch in ferner Zukunft nicht mit einer Beeinträchtigung zu rechnen.» Die gelieferten Antworten werden zusätzlich mit wissenschaftlichen Argumenten unterlegt. Die Bewertung sollte den Fachleuten überlassen werden und den Antworten der Fachleute sollte Glauben geschenkt werden.
Regierungsrätin Sabine Pegoraro (FDP) bemerkt, sie habe eine juristische und keine naturwissenschaftliche Ausbildung, weshalb auch sie nicht alle Abkürzungen der Interpellationsbeantwortung nachvollziehen könne. Allerdings habe sie auch nicht alle gestellten Fragen verstanden. Sie bittet deshalb die Fragestellenden, ihre Zusatzfragen doch an die BUD weiterzuleiten. Es bestand aber bestimmt keine böse Absicht dahinter, die Fachleute haben ihr Bestes gemacht.
Christine Koch (SP) bemerkt, sie habe eine pädagogische Ausbildung. Wer eine pädagogische Ausbildung besitzt, kann mit der vorliegenden Antwort nicht zufrieden sein. Die Aussage, das Trinkwasser sei unbedenklich und die gefundenen Substanzen passen nicht zusammen. Irgendetwas stimmt hier einfach nicht.
://: Damit ist die Interpellation 2010/098 erledigt.
Für das Protokoll:
Miriam Schaub, Landeskanzlei
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