Protokoll der Landratssitzung vom 26. Januar 2012
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2011-199 vom 23. Juni 2011 Motion von Urs Berger, CVP/EVP Fraktion: Einführung des obligatorischen Berufswahlunterrichts auf allen Mittelschulstufen (Sekundar I + II inkl. Gymnasien) - Beschluss des Landrats vom 26. Januar 2012: < überwiesen > |
Landratspräsident Urs Hess (SVP) vermerkt einleitend, dass der Regierungsrat bereit sei, den Vorstoss als Postulat entgegenzunehmen.
Regierungsrat Urs Wüthrich (SP) erklärt, dass die Berufswahlvorbereitung im Kanton Baselland sehr gut entwickelt sei. In enger Zusammenarbeit zwischen dem Amt für Berufsbildung und Berufsberatung, den Sekundarschulen sowie dem Amt für Volksschulen seien die nötigen Grundlagen entwickelt worden, um Schülerinnen und Schüler frühzeitig für die Berufswahl zu sensibilisieren.
Da für Unterrichtsinhalte der Bildungsrat zuständig ist und nicht das Parlament, ist ein Postulat in diesem Zusammenhang das richtige Instrument. Das Parlament kann den Regierungsrat im Sinne eines Appells beauftragen, darauf hinzuwirken, dass die gewünschten Veränderungen passieren. Der Regierungsrat ist bereit, im Rahmen eines Berichtes aufzuzeigen, welche Massnahmen eingeleitet wurden und was die Überlegungen für die heutigen Konzepte waren.
Christian Steiner (CVP) hält fest, dass gemäss Bundesamt für Statistik rund 30 Prozent der Studierenden an Schweizer Universitäten und Hochschulen diese Bildungsstätten ohne Abschluss verlassen würden. Er gibt ausserdem zu bedenken, dass es auch im Gymnasium oder am Ende des Progymnasiums Schüler gebe, die plötzlich nicht mehr sicher seien, ob sie weitermachen wollen oder nicht. Dort ist für die Berufswelt ein grosses Potenzial abzuholen. Deshalb ist es wichtig, dass man den Berufswahlunterricht auf allen Stufen einführt. Urs Berger möchte an der Motion festhalten, ist aber auch mit einem Postulat zufrieden.
Aufgrund der Ausführungen des Bildungsdirektors, wonach die Kompetenz in diesem Bereich beim Bildungsrat liege, aber auch aufgrund von HarmoS, ist die CVP-Fraktion mit der Umwandlung der Motion in ein Postulat einverstanden.
Christoph Hänggi (SP) führt aus, dass die SP-Fraktion es als sinnvoll erachte, dass auf allen Stufen immer wieder ein Praxisbezug hergestellt werde. Man muss sich immer wieder überlegen, wohin einem die theoretische Ausbildung führt. Wie dies gemacht wird soll der Postulatsbericht aufzeigen. Das können Projektwochen sein, wie sie im Kanton Baselland jetzt gerade durchgeführt werden, oder es können Aktionstage sein. Eine Praxisorientierung hilft nicht nur den Studenten und Lehrlingen, die ihre Ausbildung abbrechen, sondern auch denjenigen, welche ihre Ausbildung beenden. Auch sie wissen am Schluss nicht immer ganz genau wohin es gehen soll.
Bea Fünfschilling (FDP) betont, dass die FDP-Fraktion die Motion nicht überwiesen hätte, da ein solches Obligatorium die Stundentafel aufs Neue belasten würde. Es hätte Kürzungen in anderen Bereichen zur Folge. Gegen Abklärungen im Rahmen eines Postulats spricht nichts.
//: Der in ein Postulat gewandelte Vorstoss 2011/199 wird überwiesen.
Für das Protokoll:
Andrea Mäder, Landeskanzlei
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