Protokoll der Landratssitzung vom 26. Januar 2012
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2011-203 vom 23. Juni 2011 Postulat von Urs von Bidder, CVP-EVP Fraktion: Wirkliche Entlastung der Lehrpersonen - Beschluss des Landrats vom 26. Januar 2012: < überwiesen > |
Regierungsrat Urs Wüthrich (SP) hält fest, dass die Ablehnung dieses Postulats die logische Konsequenz der falschen Annahme des Postulanten sei. Der Postulant fordert, dass der Regierungsrat den Entscheid, wie die fünfte Ferienwoche umzusetzen sei, korrigieren müsse. Den Entscheid, dass die Umsetzung der fünften Ferienwoche ohne Unterrichtsausfall gestaltet werden muss, hat jedoch nicht der Regierungsrat, sondern der Landrat gefällt. Konsequenterweise kann nun nicht der Regierungsrat einen Parlamentsentscheid übersteuern, indem er eine Lösung des Ferienanspruchs präsentiert.
Georges Thüring (SVP) spricht sich im Namen der SVP-Fraktion gegen die Überweisung des Postulats aus. Angesichts der wirtschaftlichen Probleme mit denen der Kanton zu kämpfen hat, ist die SVP-Fraktion der Meinung, dass im Sinne der Opfersynergie auch von den Lehrpersonen die Bereitschaft zu einem gewissen Mehraufwand erwartet werden darf und auch zumutbar ist.
Christoph Hänggi (SP) spricht sich im Namen der SP-Fraktion für das Postulat aus. Die Umsetzung der fünften Ferienwoche ist noch nicht bei den Lehrpersonen angekommen. Es gibt Lehrer, die am 15. Dezember nicht wussten, dass der 23. Dezember oder der 2. Januar schulfrei sind. Einerseits handelt es sich um ein Kommunikationsproblem, andererseits gibt es wahrscheinlich in anderen Jahren ganz andere Lösungsmöglichkeiten.
Regina Werthmüller (Grüne) ist der Meinung, dass es ein «Beschiss» sei, was den Staatsangestellten und insbesondere den Lehrern zugemutet werde. Die drei Tage vor Ostern wurden früher als Weiterbildungstage genutzt, nun sind sie als Ferientage deklariert, was dazu führt, dass die Weiterbildungen an anderen Tagen stattfinden müssen. Die Arbeitszeit wird jedoch trotzdem eingefordert, was zu zusätzlichen Arbeitstagen für die Lehrer führt. Die Belastung der Lehrer ist in den vergangenen zwanzig Jahren gestiegen. Früher hatte man vielleicht einmal eine Konferenz, heute hingegen müssen die 15 Prozent Arbeitszeit, welche für Administration, Schulbetreuung, Schulentwicklung, etc. genutzt werden können, auch umgesetzt werden. Dies führt zu einer Mehrbelastung für die Lehrerschaft.
Früher war man als Lehrer eine Respektsperson, heute ist man in einem schwierigen Umfeld, mit welchem es umzugehen gilt. Die Lehrer werden immer älter, die Schüler immer jünger. Auch die Burnout-Rate steigt, was grosse Kosten zur Folge haben kann. Die Fraktion der Grünen spricht sich für eine Überweisung des Postulats aus.
Christine Gorrengourt (CVP) sagt, dass die CVP/EVP-Fraktion in dieser Frage gespalten sei. Der eine Teil kann der Argumentation des Regierungsrates folgen, der andere Teil findet die heutige Lösung schlecht, weil nun gleiche Arbeit in weniger Zeit erledigt werden muss. Die Verlängerung der Weihnachtsferien ist keine gute Lösung. Auch darum nicht, weil es nicht weniger Lektionen gibt, sondern zum Teil sogar mehr als in den umliegenden Kantonen. Es würde nicht schaden, die Anzahl Lektionen um ein paar Stunden zu reduzieren.
Michael Herrmann (FDP) führt aus, dass die Argumentation des Regierungsrates für die FDP-Fraktion überzeugend sei. Es ist eine vernünftige Regelung, welche der Jahrearbeitszeit Rechnung trägt. Die FDP-Fraktion spricht sich daher gegen das Postulat aus.
://: Der Landrat überweist das Postulat 2011/203 mit 39:36 Stimmen bei 2 Enthaltungen.[ Namenliste ]
Für das Protokoll:
Andrea Mäder, Landeskanzlei
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