Protokoll der Landratssitzung vom 27. August 2015

Nr. 44

Regierungsrat Thomas Weber (SVP) betont, die Fragen beträfen die Ebene Versorgung. Für das Verständnis der Zusammenhänge sind auch die operativen Hintergründe aus Sicht der Spitäler wichtig. Diese sind in die Antworten integriert.


Frage 1


Wie wird die Grundversorgung im Bereich Gynäkologie angesichts der oben beschriebenen Ausgangslage gewährleistet?


Antwort


Das Bethesda-Spital führt, analog dem KSBL Standort Bruderholz bisher, neu ein Chefarztsystem ein (bisher Belegarztsystem). Mit der Kooperation Bethesda/KSBL und dem Übertritt von Chefarzt Dr. David Hänggi und seinem Team ans Bethesda werden im Bethesda die folgenden neuen Strukturen geschaffen:


- Gynäkologischer und geburtshilflicher Notfall mit 24h-Dienstarztsystem;


- Neugeborenen-Überwachungsstation;


- Pränatalstation;


- 4. Gebärsaal, um das zusätzliche Volumen aufzufangen;


- Ausbau Gynäkologie und Wochenbettstation;


- Ausbau Sprechstunden;


- Eigener OP mit 5 Tagen Slots für das heutige «Team Bruderholz».


Am Bruderholzspital wird unter Leitung von Chefarzt Hänggi eine gynäkologische Praxis mit Sprechstunden weitergeführt. Dabei gibt es eine enge Zusammenarbeit mit der Frauenklinik KSBL am Standort Liestal, namentlich auch für komplexe Eingriffe. Der entsprechende Zusammenarbeitsvertrag des KSBL mit dem Bethesda-Spital ist momentan in Ausarbeitung.


Fazit: Das gesamte, bisher bestehende Angebot der Frauenklinik im Bruderholz wird ins Bethesda-Spital verlagert. Alle Ärzte (Fachärzte und Assistenzärzte) der Frauenklinik gehen mit ins Bethesda, somit kann die Rund-um- die-Uhr-Abdeckung konform mit dem Arbeitsgesetz gewährleistet werden. Zu den Kapazitäten: Liestal kann problemlos weitere 200 Geburten mehr aufnehmen. Im Bethesda sind künftig 1'800 Geburten möglich. Damit ist die Versorgung für die Region sichergestellt.


Frage 2


Wie weit ist der Regierungsrat als Vertreter der Eigentümerschaft in die aktuelle Politik des Verwaltungsrates des KSBL involviert?


Antwort


Die Unternehmensstrategie fällt in die Kompetenz des Verwaltungsrats. Die VGD als Vertreterin der Eigentümerschaft prüft die Einhaltung der Eigentümerstrategie. Der Austausch zwischen der Eigentümervertretung und dem strategischen Führungsorgan, dem Verwaltungsrat des KSBL, ist institutionalisiert und findet regelmässig statt.


Regula Meschberger (SP) wünscht die Diskussion.


://: Dem Antrag auf Diskussion wird stillschweigend stattgegeben.


Regula Meschberger (SP) bedankt sich für die Ausführungen. Sie hört hier ganz neue Zahlen. Ihr sind die Funktionen von Regierungsrat und Landrat sehr wohl bewusst. Hingegen hat das, was an der Basis passiert, Auswirkungen, und irgendwo müsse dahinter eine Strategie ersichtlich sein. Der Landrätin liegen Aussagen über Gespräche mit Hebammen aus dem Bruderholzspital vor, die belegen, dass diesen Berufspersonen keine Perspektiven auf eine Arbeitsstelle in Liestal oder im Bethesda eröffnet werden. Dies widerspricht den Ausführungen des Gesundheitsdirektors, welcher von einem entsprechenden Kapazitätsausbau im Bethesda sowie im KSBL Liestal gesprochen hat. Nach den Aussagen des Gesundheitsdirektors wäre die Grundversorgung sicher gestellt, entsprechend den der Interpellantin vorliegenden Aussagen hingegen nicht, daher ihre Anfrage.


Regula Meschberger geht davon aus, dass die Landrätinnen und Landräte in absehbarer Zeit schriftlich über den genauen Ablauf informiert werden. In Bezug auf die Versicherungen des Gesundheitsdirektors zeigt sie sich kritisch. Sie ist nicht ganz davon überzeugt, dass die Versorgung sicher gestellt ist.


://: Damit ist die Interpellation 2015/314 beantwortet.


Für das Protokoll:
Brigitta Laube, Landeskanzlei



Back to Top