Protokoll der Landratssitzung vom 28. November 2013
| |
|
1
2013-400 vom 14. November 2013 Vorlage: Bericht der Findungskommission Landschreiber/in (FKLS) an den Landrat betreffend die Wahl eines neuen Landschreibers - Beschluss des Landrats vom 28. November 2013: < Peter Vetter gewählt > |
Roman Klauser (SVP), Präsident der Findungskommission, berichtet, dass sich diese Spezialkommission am 27. Juni konstituiert hat. Sie hat im Vorfeld die Aufgaben des Landschreibers abgeklärt. Es gab dann eine Ausschreibung per Inserat, auf die 32 Bewerbungen eingingen. Diese wurden unter Beizug des Instituts für angewandte Psychologie (IAP) in Basel als externer Beratungsfirma geprüft. Nach einer Vorselektion blieben noch zehn Bewerbungen. Aufgrund von Gesprächen, die das IAP führte und dann der Kommission darüber berichtete, kam man zu einer Gruppe von noch vier Kandidierenden, die bei den Bewertungen und in den Gesprächen durchweg hervorragend abschnitten. Mit diesen vier Kandidierenden führte die Kommission persönliche Gespräche. Bei weiteren drei Kandidierenden wurden Einzel-Assessments durchgeführt. Die fachliche Qualifikation war bei den Verbleibenden gleich gut. Nach allen Abwägungen entschied man sich für den heute auf der Tribüne anwesenden Peter Vetter.
Die Kommission fand, dass er aufgrund seiner Persönlichkeit und der Tätigkeit, die er derzeit ausübt, ein Kandidat mit den Führungsqualitäten ist, die die Landeskanzlei jetzt braucht.
Der Präsident dankt allen Mitgliedern der Findungskommission, die einen hervorragenden Job gemacht haben. Die Kommission hat das Parteibüchlein von Peter Vetter bis zum Schluss aussen vor gelassen und sich nicht von diesem Aspekt leiten lassen, sondern ausschliesslich von der persönlichen Qualifikation.
Das Sekretariat der Findungskommission wurde verwaltungsextern besetzt mit der pensionierten ehemaligen GPK-Sekretärin Marie-Therese Borer, welcher der Präsident für ihre ausgezeichnete Arbeit dankt. Ein richtiger Entschluss war es auch, mit dem IAP zusammenzuarbeiten; dieses hat eine sehr wertvolle Aussensicht in den Findungsprozess eingebracht.
Der Entscheid fiel klar für Peter Vetter. Er ist 1962 geboren, aufgewachsen in der Region, hat an der Universität Bern promoviert und führt heute, nach verschiedenen Tätigkeiten, sehr erfolgreich eine Firma, die etwa die gleiche Grösse hat wie die Landeskanzlei.
Die Findungskommission beantragt dem Landrat daher einstimmig, Peter Vetter zum Landschreiber zu wählen.
Dominik Straumann (SVP) teilt mit, die SVP-Fraktion habe bei der Anhörung von Peter Vetter eine Person erlebt, die durch ihr Auftreten und ihre Art, aber auch durch die rasche Auffassungsgabe in Bezug auf die bestehende Problematik überzeugt hat. Deshalb unterstützt die SVP den Antrag der Findungskommission und wird Peter Vetter wählen.
Kathrin Schweizer (SP) hält fest, sie könne sich ihren beiden Vorrednern anschliessen. Peter Vetter hat sich auch in der SP-Fraktion vorgestellt, wo er den meisten bis zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt gewesen war. Man hat ihn als kompetente und kommunikative Persönlichkeit kennen gelernt. Dank seiner Art wird er sich sehr schnell in die Arbeit der Landeskanzlei einarbeiten und die Lücke in der Führung schliessen können. Als Generalist und mit seinem Hintergrund wird er frischen Wind in die Landeskanzlei bringen; und er ist fähig, diese so zu führen, wie das Parlament sich dies wünscht.
Die SP-Fraktion unterstützt daher den Vorschlag der Findungskommission und würde sich auf die Zusammenarbeit mit Peter Vetter freuen.
Rolf Richterich (FDP) teilt mit, die FDP-Fraktion schätze die Arbeit der Findungskommission und die Art und Weise, wie sie jetzt einen Vorschlag unterbreitet. Diesen könne der Landrat jetzt nur zustimmend entgegennehmen. Auch von der Person Peter Vetters hat die FDP einen guten Eindruck gewonnen; es handelt sich offenbar um eine Persönlichkeit, die dem Parlament und dem Regierungsrat dienlich sein kann. Es bleiben einfach drei Fragezeichen:
Erstens ist Peter Vetter verwaltungsfremd. Das kann sowohl Chance als auch Risiko sein. Die FDP hofft, dass es eine Chance ist.
Das zweite Thema ist der Einbezug der Regierung in den Auswahlprozess. Zwar ist es so, dass der Landrat den Landschreiber wählt. Aber den Nutzen haben ja zwei Gremien, nämlich Landrat und Regierungsrat. Letzterer ist offenbar suboptimal in den Auswahlprozess eingebunden gewesen. Dies muss man als Lehre für ein nächstes Mal mitnehmen. Man muss sich ja vor Augen halten, dass der Landschreiber am Regierungstisch sitzt und bei dessen geheimen Gesprächen anwesend ist. Er ist daher auch eine Person des Vertrauens der Regierung. Diesem Umstand muss man ein nächstens Mal viel mehr Rechnung tragen, damit auch das Atmosphärische zwischen Regierungsrat und Landschreiber stimmt.
Das dritte ist natürlich das Parteibüchlein - aber das nimmt die FDP jetzt einfach einmal so hin. Der Landschreiber hat ja die Verpflichtung, allen im Landrat vertretenen Parteien gerecht zu werden. Walter Mundschin hat das auch geschafft in seiner langen Amtszeit. Man kann dem jetzigen Kandidaten sogar sagen, der Landschreiber ist eher verpflichtet, die eigenen Partei stärker an die Kandare zu nehmen. Das hatte Walter Mundschin mit der FDP auch gemacht.
Felix Keller (CVP) dankt vorab der Findungskommission für deren tolle und professionelle Arbeit. Die CVP/EVP-Fraktion habe bei der Anhörung feststellen können, dass bei Peter Vetter des Parteibüchlein nicht im Vordergrund stehe. Der Kandidat hat in seiner Art überzeugt. Die CVP/EVP wird ihn unterstützen und wünscht ihm einen guten Einstieg und viel Freude an seiner neuen Tätigkeit. Man ist überzeugt, dass Peter Vetter in der Landeskanzlei eine engagierte Mannschaft antreffen wird. Felix Keller möchte an dieser Stelle auch die Gelegenheit nutzen, der Landeskanzlei herzlich zu danken für die gute Arbeit, die sie in den zurückliegenden, doch ziemlich turbulenten Monaten geleistet hat. Sie hat einen tollen Job gemacht. Der Votant ist überzeugt, dass die Landeskanzlei Peter Vetter bei seinem Einstieg unterstützen wird. Die CVP/EVP-Fraktion freut sich auf die Zusammenarbeit mit ihm.
Philipp Schoch (Grüne) gibt vorab zu bedenken: Parlament, Regierung und Landeskanzlei hätten sehr hohe Ansprüche an die Funktion des Landschreibers oder der Landschreiberin. Dessen muss man sich bewusst sein auch im Zusammenhang mit der Tatsache, dass Peter Vetter bisher verwaltungsfern ist und sich erst in die Materie einarbeiten muss. Die hohen Ansprüche rühren auch daher, dass der Landschreiber Diener zweier - mindestens zweier - Herren ist. Das Parlament hat diesbezüglich die Verantwortung zu prüfen, ob in Zukunft diese Organisationsform etwas entflochten und besser strukturiert werden kann. Das müsste auch möglich sein, ohne alles auf den Kopf zu stellen.
Die Grünen wünschen der Landeskanzlei zusammen mit Peter Vetter einen guten Neustart. Die grüne Fraktion ist überzeugt, dass dies mit Peter Vetter möglich sein wird. Der Landschreiber hat eine herausgehobene Führungsposition; die Grünen sind der Überzeugung, dass Peter Vetter hierfür die Qualifikation mitbringt, und freuen sich auf die Zusammenarbeit mit ihm.
Marc Bürgi (BDP) berichtet von der Anhörung, in welcher die BDP/glp-Fraktion Peter Vetter persönlich kennenlernen konnte. Die Findungskommission habe professionelle, gute, sachlich fundierte Arbeit geleistet. Peter Vetter bringt aufgrund seiner Persönlichkeit, seines Erfahrungsschatzes und auch seiner Führungserfahrung die richtigen Eigenschaften mit, um das Amt des Ersten Landschreibers qualitativ hochstehend auszufüllen. Der Votant dankt der Findungskommission für ihre gute Arbeit und freut sich auf die künftige Zusammenarbeit mit Peter Vetter.
://: Peter Vetter, Arlesheim, ist in stiller Wahl zum Landschreiber des Kantons Basel-Landschaft für die Amtsperiode vom 1. April 2014 bis 31. März 2018 gewählt.
[Beifall]
://: Die Findungskommission wird aufgelöst.
Für das Protokoll:
Jörg Bertsch, Landeskanzlei
Back to Top