Protokoll der Landratssitzung vom 31. März 2011
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2010-241 vom 17. Juni 2010 Postulat von Thomas Bühler, SP-Fraktion: 45-Minuten-Lektionen an der Primarschule? - Beschluss des Landrats vom 31. März 2011: < überwiesen > |
Gemäss Landratspräsidentin Beatrice Fuchs (SP) ist die Regierung bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Sie fragt an, ob jemand dagegen sei.
Laut Regina Vogt (FDP) ist ihre Fraktion zum Schluss gekommen, dass die Reduktion der Schulstunden von 50 auf 45 Minuten nicht im Sinne eines Erreichens der Bildungsziele der Schülerinnen und Schüler sei. Die Fraktion ist daher gegen Überweisung des Postulates.
Postulant Thomas Bühler (SP) betont, er wünsche wirklich einen Bericht im Sinne einer Auslegeordnung zu erhalten, sei aber in Bezug auf das Ergebnis dieses Berichtes offen.
Ihm ist auch klar, dass bei den Drittklässlern nicht einfach die Lektionenzahl von 24 beibehalten werden soll, wenn die Lektionen neu 45 statt 50 Minuten dauern würden.
Es ist jedoch festzustellen, dass die überwiegende Mehrheit der Kantone heute mit 45-Minuten-Lektionen arbeiten, auch an der Primarschule. Im gemeinsamen Bildungsraum - in Basel-Stadt oder Aargau - ist die 45-Minuten-Lektion bereits eine Tatsache oder aufgegleist. Auch ist gegenwärtig ein gemeinsamer Lehrplan, der Lehrplan 21, in Entwicklung begriffen, der anschliessend für alle das massgebende Gerüst darstellen soll.
In dieser Situation ist es doch sinnvoll zu prüfen, wie beispielsweise die Jahresunterrichtsdauer eines Drittklässlers oder einer Viertklässlerin aussehen soll.
Christian Steiner (CVP) erinnert daran, dass die Gegner von Harmos im Vorfeld zur Abstimmung argumentiert hatten, die Kinder könnten mit dem Fremdsprachenunterricht überlastet sein. Auch Lehrpersonen haben gesagt, sie würden bei einer Einführung von Harmos überlastet sein.
Mit dem Postulat kann zumindest geprüft werden, die Belastung der Kinder herunterzusetzen, indem 45-Minuten-Lektionen eingeführt werden. Damit entstünde ein gewisser Spielraum für die Lehrer und auch ein gewisser Spielraum in der Stundenplangestaltung. Das Ganze könnte grösstenteils kostenneutral umgesetzt werden.
Aus diesen Überlegungen ist die CVP/EVP-Fraktion für die Überweisung des Postulates.
Für das Protokoll:
Barbara Imwinkelried, Landeskanzlei
Georges Thüring (SVP) und die SVP sind, wie bereits angedeutet, gegen die Überweisung des Postulats.
Für Jürg Wiedemann (Grüne) ist unverständlich, warum Regina Vogt gegen eine Prüfung durch die Regierung sein kann. Es gehe darum, die Konsequenzen aufzuzeigen. Ihr als Bildungspolitikerin müsse es doch wichtig sein, die Fakten auf dem Tisch zu haben, um weitere Entscheidungen fällen zu können. Im Übrigen gebe es noch mehr als die von Thomas Bühler aufgezeigten Konsequenzen. Beispielsweise sind heute für Primarschüler nur vier Schulstunden am Vormittag möglich. Mit 45 Minuten könnten 5 Lektionen erteilt werden.
Regierungsrat Urs Wüthrich (SP) bemerkt vorweg, jeder habe die Freiheit, Nein zu sagen, er hoffe aber, dass eine Mehrheit dem Vorstoss zustimmt. Eine wichtige Klarstellung: Es geht nicht um eine Arbeitszeitverkürzung für die Lehrerinnen und Lehrer. Absicht ist, dass die Wochenlektionenverpflichtung auf ein Niveau gesetzt wird, wie es in den Nachbarkantonen üblich ist, nämlich auf 28. Nimmt man die heutigen Werte als korrekt an, so bleiben noch 90 Stunden pro Jahr übrig, die dringend gebraucht werden für diese Arbeit. Gerade eben sei viel Verständnis geäussert worden für die Aufgaben der Klassenlehrerinnen und -lehrer.
Die zusätzliche Lektionenverpflichtung stellt sicher, dass damit nicht in vollem Umfang eine Verkürzung der Schülerinnen- und Schülerzeiten einhergeht. Wichtig ist dabei, dass sich die Reformarbeiten so übersichtlich wie möglich gestalten und nichts kompliziert wird. Nimmt man hierbei als Planungsgrundlage die Regelung der Nachbarkantone, so ist dies wohl die einfachste und sinnvollste Variante. So kann im Rahmen der Harmonisierung zusammen mit den Nachbarkantonen gearbeitet werden, und man muss nicht als einigermassen exotische Erscheinung in der Schweiz alles umrechnen. Er bittet um Zustimmung zum Postulat.
://: Der Landrat überweist das Postulat 2010/241 mit 46 : 35 Stimmen ohne Enthaltung.
[Namenliste einsehbar im Internet; 16.20]
Für das Protokoll:
Brigitta Laube, Landeskanzlei
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