Protokoll der Landratssitzung vom 5. Mai 2011

Nr. 2646

Landratspräsidentin Beatrice Fuchs (SP) bemerkt, der Regierungsrat sei zur Entgegennahme des Vorstosses bereit, beantrage aber dessen gleichzeitige Abschreibung.


> Begründung des Regierungsrats


Jürg Wiedemann (Grüne) erklärt, mit seinem Vorstoss habe er einerseits die Förderung von Lagern, anderseits die Verhinderung unsinniger Lager bezwecken wollen. Der bestehende Mechanismus ist, dass es eine finanzielle Grenze gibt, aber alle Lager, die innerhalb dieses finanziellen Rahmens liegen, faktisch durchgeführt werden können. Es soll aber nicht das finanzielle, sondern das pädagogische Kriterium über die Durchführung eines Lagers entscheidend sein. So gibt es sehr kostengünstige Lager, deren Durchführung aber sinnlos ist. Umgekehrt kann man teurere, aber pädagogisch sinnvolle Lager, aus Kostengründen nicht durchführen. Die Bildungsdirektion sollte andere Kriterien bestimmen, die über die Durchführung von Schullagern entscheiden sollen. Dazu gehört ein Mechanismus zur Überprüfung, da die Schulleitungen diese Kontrollfunktion nicht wahrnehmen. Im Weiteren wäre die Umsetzung dieses Vorstosses kostenneutral. Aus diesem Grund plädiert der Postulant gegen die Abschreibung seines Vorstosses.


Paul Wenger (SVP) meint, wenn unsinnige Lager durchgeführt würden, sei dies das Problem der Schulleitung. Es kann nicht sein, dass andere Instanzen die «Unfähigkeit» einer Schulleitung korrigieren müssen. Der Regierungsrat sollte aber die Schulleitungen «zu sich zitieren» und die Regelungen durchgeben. Es ist also Sache der Vorgesetzten der Schulleitungen. Die SVP-Fraktion wird das Postulat überweisen und gleichzeitig abschreiben.


Christoph Hänggi (SP) versucht, an der Harmonie zwischen der SVP und der SP weiterzuarbeiten. Im Ton gibt es aber Differenzen, so würde man die Schulleitungen nicht zitieren, sondern mit ihnen reden [Heiterkeit] .


Das Problem ist beim Landrat am falschen Ort. Klar ist, dass es seit dem 01.01.2011 eine neue Regelung gibt und das Postulat abgeschrieben werden kann. Das Problem muss auf der Ebene Lehrerschaft/Schulleitung gelöst werden.


Regina Vogt (FDP) meint, die FDP-Fraktion werde für Überweisung und gleichzeitig für Abschreibung stimmen. Wie bereist gesagt ist das Anliegen mit der neuen Weisung so umgesetzt, dass es keine Exzesse mehr geben soll. Letztlich ist auch die Schulleitung das Kontrollorgan.


Christian Steiner (CVP) meint, dass die CVP/EVP-Fraktion klar für Abschreibung sei. Es muss doch möglich sein, dass die Schulleitung, flankiert von einem Lehrerkonvent und einem Schulrat, festlegen kann, welche Lager sinnvoll sind. Dafür braucht es weder den Regierungsrat noch die Bildungsdirektion.


Regierungsrat Urs Wüthrich (SP) ortet einen gewissen Widerspruch zwischen diesem Postulat und früheren Vorstössen von Jürg Wiedemann, mit denen verlangt worden sei, dass grundsätzlich jeder Lehrer und jede Lehrerin selbst über die durchzuführenden Lager bestimmen solle. Nun müsste der Bildungsdirektor bei Exkursionen rekognoszierend mitlaufen und überprüfen, ob tatsächlich etwas Intelligentes passiert. Es ist zu hoffen, dass möglichst viele Schulleiter/innen die klaren Erwartungen - nämlich die Wahrnehmung ihrer Führungsfunktion - zur Kenntnis nehmen. Der Bildungsdirektor bittet den Landrat um Überweisung und gleichzeitige Abschreibung des Vorstosses.


Postulant Jürg Wiedemann (Grüne) entgegnet, beim vorhin angesprochenen Vorstoss ging es darum, dass die Klassenlehrkraft entscheiden können solle, welche Typen von Lagern - Skilager, Musiklager, Projektlager - durchgeführt werden sollten. Es stimmt, dass die Verantwortung bei den Schulleitungen liegt, nur ist Tatsache, dass dies letztlich nicht funktioniert. Er erinnert an eine Liste mit pädagogisch unsinnigen Lagern, die der Bildungsdirektor ihm gezeigt habe. Der Landrat steht in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass solcher Unfug künftig nicht mehr erfolgt. Dass die Mechanismen momentan nicht funktionieren, deutet auch auf Handlungsbedarf beim Amt für Volksschulen (AVS) Handlungsbedarf hin.


://: Der Landrat überweist das Postulat 2010/374 Mit 63:7 Stimmen und schreibt es gleichzeitig ab. [ Namenliste ]


Für das Protokoll:
Miriam Schaub, Landeskanzlei



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