Protokoll der Landratssitzung vom 5. Mai 2011
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2010-391 vom 11. November 2010 Interpellation von Georges Thüring, SVP-Fraktion: Kantonale Unterstützung der Davidoff Swiss Indoors - Schriftliche Antwort des Regierungsrats vom 19. April 2011 - Beschluss des Landrats vom 5. Mai 2011: < erledigt > |
://: Der von Georges Thüring beantragten Diskussion wird stattgegeben.
Georges Thüring (SVP) dankt dem Regierungsrat für die Beantwortung seiner Interpellation. Mit Recht streicht die Regierung die Bedeutung der Swiss Indoors heraus. Bei den Swiss Indoors handelt es sich nicht nur um den beliebtesten Sportanlass in der Schweiz, sondern auch um ein kommerziell durchgeplantes und gestyltes Produkt. Es handelt sich dabei sicher nicht um eine Non-Profit-Organisation, sondern um das Gegenteil. Es stellt sich für Georges Thüring daher die Frage, ob es Aufgabe der öffentlichen Hand sei, in ein kommerzielles Unterfangen Geld zu investieren. Kommt hinzu, dass bei den Swiss Indoors vor allem in die Marke Basel investiert werde. Wo also bleibt der konkrete Gegenwert für unser Baselbiet? Georges Thüring erachtet es als bezeichnend, dass die Regierung den Baselbieter Nutzen nicht näher beziffern kann.
Die Unterstützung der Jugendförderung (Jugendaktion "Take that Ticket") mit einem jährlichen Beitrag von 50'000 Franken erachtet Georges Thüring als sinnvoll, denn es gehe dabei um eine echte Breitensportförderung. Trotzdem stelle sich die Frage, ob die genannte Aktion nicht auch von einem anderen Sponsor unterstützt werden könnte.
Den zusätzlichen Sponsoringbeitrag von 250'000 Franken bezeichnet Georges Thüring als unnötig. Es handelt sich dabei aus Sicht des Breitensportes um herausgeworfenes Geld. Der damit gekaufte Werbeauftritt bringt aus Baselbieter Sicht nichts. Es wird damit kein wirkungsvolles Standortmarketing für unseren Kanton betrieben und es wäre auch fatal, wenn sich unser eigenes Standortmarketing allein auf die Marke Basel reduzieren würde.
Eine Unterstützung von kommerziellen Anlässen im oben aufgezeigten Umfang bezeichnet Georges Thüring als sehr fragwürdig. Einverstanden zeigt er sich damit, dass wichtige Anlässe bezüglich Erlass von Gebühren oder Erteilen von Bewilligungen entgegenkommend behandelt werden, eine zusätzliche Unterstützung jedoch sei nicht notwendig.
Christoph Hänggi (SP) zeigt sich im Namen der SP-Fraktion mit der Antwort zur Interpellation sehr zufrieden. Der Interpellant ziele mit seinem Anliegen wieder einmal in die gleiche Richtung, wie dies jeweils auch bei den Kulturdebatten der Fall sei: Sobald irgendwo das Wort Basel auftauche, löse dies einen Reflex aus. In der Antwort wurde auf verschiedene, wichtige Aspekte hingewiesen. Die Firma Swiss Indoors AG hat ihren Sitz in Allschwil und beschäftigt zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit den notwendigen Zulieferern bringt der Anlass Swiss Indoors unserer Region einen recht grossen Nutzen.
Christoph Hänggi ruft dazu auf, nicht nur in engen Grenzen zu denken und beim Wort Basel immer erst einmal abwehrend zu reagieren. Basel-Landschaft wird in unserer Region als gleichwertiger Partner der Stadt angeschaut, jedoch kann diese Anerkennung nur aufrechterhalten werden, wenn nicht ständig bei jeglichen partnerschaftlichen Geschäften um einen Rückzug des Baselbiets diskutiert werde. Im Sport und in der Kultur gebe es eben keine Kantonsgrenzen. In der Kultur (Kulturleitbild) habe sich unser Kanton bereits in eine Sackgasse hinein manövriert. Das Gleiche soll nun nicht auch noch im Bereich des Sports geschehen.
Christoph Frommherz (Grüne) erinnert Georges Thüring daran, dass Basel sowohl für Basel-Landschaft wie auch für Basel-Stadt stehe. Ennet des Jura und ennet der Landesgrenzen könne sowieso niemand zwischen Basel-Landschaft und Basel-Stadt unterscheiden.
Georges Thüring (SVP) betont, die Landratsmitglieder seien vom Baselbieter Volk gewählt worden. Wird nicht überlegt, welche Gelder für welche Zwecke ausgegeben werden, so spielt das Parlament mit den Steuergeldern der Baselbieterinnen und Baselbieter. Dass für gewisse Ratsmitglieder Basel-Landschaft und Basel-Stadt das Gleiche sei, erklärt doch einiges.
://: Damit ist die Interpellation erledigt.
Für das Protokoll:
Andrea Maurer, Landeskanzlei
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