Protokoll der Landratssitzung vom 5. September 2013
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Regine Vogt ist am 10. Dezember 2008 in den Landrat nachgerückt und nahm zweieinhalb Jahre lang Einsitz in die Bildungs- Kultur und Sport Kommission. Sie war während ihrer ganzen Landratszeit sehr engagiert für die Belange der Bildung, besonders für die Universität und dort speziell für die medizinische Fakultät. So setzte sie sich mit Herzblut für die medizinische Grundversorgung ebenso ein wie für die Spitzenmedizin und wiederholt gegen den numerus clausus. Mit vollstem Einsatz stand sie hinter ihren Geschäften, hat sie geradezu verkörpert. Und auch wenn man nicht gleicher Meinung war, hat man ihr immer geglaubt. Und das ist wahrscheinlich ihr Markenzeichen: Authentizität. Belesen und wach, elegant, und eine der wenigen, die nicht in Laptop und Zeitung versunken war sondern vom Morgen bis Abends interessiert den Debatten folgte. Wobei das wahrscheinlich nur einer Ausdauersportlerin, wie es Regina Vogt ist, gelingen konnte.
Im Juli 2011 wechselte sie in die Gesundheits- und Volkswirtschaftskommission. Mit ihrem fast unendlichen Engagement leistete sie auch dort wertvolle Beiträge. Ihr Fachwisssen und ihr gesunder Menschenverstand waren allseits geschätzt. Stark engagiert war sie in Altersfragen und als überzeugte Liberale stellte sie immer wieder die richtigen Fragen zur Finanzierung. Etwas weniger Freude hatten vielleicht Schüler und Schülerinnen an ihrem Vorstoss aus dem Jahr 2010: Integration von Alltagskompetenzen / Hauswirtschaft als Pflichtfach. Aber auch dabei blieb Regina authentisch: Als ausgezeichnete Hausfrau und Gastgeberin - neben Arztpraxis, Poltik und Sport.
Sport prägt ihr Leben. Sie läuft den Marathon in etwas mehr als 4 Stunden. Auf die Frage, wie sie neben der ganzen Arbeit noch zum trainieren komme, antworte sie: «Du musst einfach die Turnschuhe neben die Haustüre stellen und in jeder freien halben Stunde, die sich ergibt, reinsteigen und von zu Hause weg eine Runde laufen.» Seither stehen die Turnschuhe auch bei der Laudatorin neben der Haustüre. Zum Training hat es trotzdem noch nicht gereicht. Der eiserne Wille, auch das ist Regina.
«Am 18. Juli 2013 eine Diagnose - ein Tag an dem sich alles verändert». Diesen Satz musste sie dem Landrat mitteilen. Nach so vielen Jahren im Einwohnerrat, in der Praxis und im Parlament hat sie sich um die Gesundheit von allen andern gesorgt. Nun muss sie sich ganz auf ihre eigene Gesundheit konzentrieren. Es ist verständlich, dass sie nun das Landratsmandat abgeben möchte, das sie sehr gerne ausgeübt hat. Für alles, was sie für das Baselbiet geleistet hat, dankt Hollinger ihr vielmals.
Vielleicht ist es ihr, mit diesem Temperament, ganz ohne Poltik und Ämter dann und wann doch etwas zu ruhig. Dann soll sie sich an die Worte von Albert Schweitzer erinnern: Kraft macht keinen Lärm, sie ist da und wirkt.
Dass die Kraft wirke, das wünscht ihr der gesamte Landrat von ganzem Herzen. Und es ist wunderbar, dass man nun noch mit ihr anstossen darf. Ganz im Sinne des heute bereits zitierten Pioniers Piccard: Anstossen auf das Vertrauen in die Zukunft. Viel Glück, Regina.
[langer stehender Applaus]
Regina Vogt (FDP) bleiben die Worte fast im Hals stecken. Sie ist sprachlos. Sehr gerne war sie Landrätin und der Rücktritt fällt schwer. Aber der Schritt ist notwendig. Nur selten im Leben aber erlebt man aber etwas so Berührendes, wie das, was sie eben gehört hat. Sie lädt die Anwesenden anschliessend an die Sitzung zum Umtrunk ein. Carpe diem.
Für das Protokoll:
Markus Kocher, Landeskanzlei
Sitzungsschluss: 17.05
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