Protokoll der Landratssitzung vom 9. Juni 2011
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2011-016 vom 13. Januar 2011 Interpellation von Stephan Grossenbacher, Grüne Fraktion: Langsamverkehr in der Agglomeration - Velowege in beiden Frenkentälern - Schriftliche Antwort des Regierungsrats vom 19. April 2011 - Beschluss des Landrats vom 9. Juni 2011 < erledigt > |
Beatrice Fuchs (SP) fragt an, ob die Interpellanten mit der regierungsrätlichen Antwort zufrieden sind, eine kurze Erklärung abgeben wollenoder die Diskussion verlangen.
Stephan Grossenbacher (Grüne) verlangt die Diskussion.
://: Der Diskussion wird stillschweigend stattgegeben.
Stephan Grossenbacher (Grüne) führt aus, dass der Langsamverkehr in den beiden Frenkentälern schon seit langer Zeit ein Thema ist. Vor etwa zwanzig Jahren wurden die Agglomerationen ins Auge gefasst und damals ging auch der Ausbau der Velowege in Planung. Die Angelegenheit ist sehr heikel, denn für Velofahrende ist der Weg zwischen Bubendorf und Hölstein wie auch zwischen Bubendorf und Ziefen sehr gefährlich. In Richtung Höl-stein betrifft dies insbesondere vier Kreuzpunkte. Zwei schwierige Punkte sind bei der WB-Kreuzung und der Hauensteinstrasse, wo es nach Lampenberg hoch geht, ein weiterer schwieriger Kreuzpunkt befindet sich oben in Hölstein. Er selbst ist die Strecke schon oft gefahren; für den Velofahrer sei die Linienführung sehr irritierend. Bewegt man sich auf der legalen Ebene, so fährt man auf der rechten Strassenseite der Kantonsstrasse hinauf und ist damit 'saunah' am Waldenburgerbähnli mit seinem schon älteren Trassee, das sehr nahe an die Strasse heranreicht. Ist das Bähnlein in Fahrt, so sei man mit der Schulter in Kontakt mit der Bahn, wenn man am rechten Strassenrand fährt. Man muss also ein wenig Distanz nehmen und gerät somit in die Mitte der Strasse. Abwärts ist das Problem noch etwas vielschichtiger: Man fährt auf dem Trottoir - übrigens fahren auch talaufwärts die meisten Leute auf dem Trottoir, was wahrscheinlich sinnvoll ist. Es gibt zwar ein Stück Veloweg, dieses endet aber dann auf dem Trottoir. Fährt man nun etwas schneller (mit Rennvelo), so ist das Trottoir nicht sehr geeignet, da der Asphalt schon längst von diversen Wurzeln durchstossen ist. Man weicht also auf die Strasse aus - eine in jeder Hinsicht ungelöste Situation.
In der Antwort des Regierungsrates wird behauptet, dass ein problemloses Befahren der alten Kantonsstrasse möglich ist. Das oben Geschilderte sowie seine eigenen Erfahrungen zeigen aber, dass das Gegenteil der Fall ist; man ist als Velofahrer dort sehr exponiert. Er fände es sehr traurig, wenn auch dieser Veloweg für seinen Ausbau zuerst ein Todesopfer oder einen Verletzten fordern müsste, wie es beim Bubendörfer Veloweg der Fall war. Dieser erhielt erst grünes Licht, nachdem ein Schulkind auf der Strasse tödlich verunfallt war. Anschliessend ging es 'ratzfatz', und der Veloweg entlang des Waldes zwischen Bubendorf und Liestal war gebaut. Es wäre himmeltraurig, wenn erst so etwas passieren müsste.
Vor vier Jahren habe er vom Amt die Information erhalten, die Planung sei so weit fortgeschritten, dass man 2010 mit dem Bau beginnen könne. Man sei scheinbar in der Angelegenheit nicht weiter gekommen. Er bittet, in dieser dringenden Sache vorwärts zu machen.
Monica Gschwind (FDP) kann als Velofahrerin, die oft auf dieser Strecke unterwegs ist, die Aussagen ihres Vorredners nur bestätigen. Es sei in der Tat, wie die Basler Zeitung so schön beschrieben hat, eine velofahrerische Katastrophe, wenn man zwischen Talhaus und Hölstein unterwegs ist. Sie bedankt sich für die Fragenbeantwortung, ist aber ziemlich enttäuscht, denn was hier geschrieben wird, ist schon lange bekannt. Natürlich erschwert die Ufer- und Gewässerschutzzone die Planung. Trotz allem sollte nun endlich ein mutiger Entscheid gefällt werden zugunsten der Velofahrer in dem Gebiet. Zudem glaubt sie, dass es der Frenke nicht allzu sehr schaden dürfte, wenn man in deren Nähe einen Veloweg anlegt.
Im Bericht wird gesagt, man prüfe, ob im Einmündungsbereich Ramlinsburg - Lampenberg die alte Kantonsstrasse geöffnet werden könnte. Dies sollte ihres Erachtens ohne lange Prüfung sofort geschehen, denn in diesem Bereich müssen die Velofahrer vom Trottoir auf die andere Strassenseite wechseln - eine ganz schlechte Situation! Sie bittet um eine schnelle Umsetzung. Sie wird die Entwicklung im Auge behalten. Sollte innert nützlicher Frist nichts passieren, wird sie einen entsprechenden Vorstoss einreichen, damit sich wirklich etwas tut.
Martin Rüegg (SP) erinnert daran, dass das kantonale Veloroutennetz seine Wurzeln in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts hat und damit seit ca. 25 Jahren sozusagen in Bau ist. Immer wieder werde versichert, es stehe kurz vor seiner Vollendung. Nur: Weder wenn das Geld da ist noch viel weniger, wenn es fehlt, wie heute, wird das Velowegnetz vollendet. Man frage sich, was die Antwort, 2013 werde die Strecke realisiert, überhaupt noch wert ist angesichts des heute vorliegenden Sparpakets. Er habe die Hoffnungen langsam aufgegeben. Man werde immer wieder von Neuem vertröstet. Die Geschichte erinnere ihn ein wenig an die H2 , für welche man auch 40 Jahre habe warten müssen. Hoffentlich kommt es in diesem Fall nicht so weit, und hoffentlich tritt nicht der Fall ein, dass wegen eines Ereignisses in der Art, wie es Stefan Grossenbacher skizziert hat, letztendlich zwingend gehandelt werden muss!
://: Damit ist die Interpellation erledigt.
Für das Protokoll:
Brigitta Laube, Landeskanzlei
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