97/113; Bericht zur Wirtschaftslage; Teil 2
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| 2 Die wirtschaftliche Entwicklung im Kanton Basel-Landschaft nach ausgewählten Bestimmungsfakoren 2.1 Das Volkseinkommen Gemäss dem Konzept der Nationalen Buchhaltung ist auf kantonaler Ebene das Volkseinkommen nach wie vor die einzige verfügbare gesamtwirtschaftliche Grösse. Das absolute Volkseinkommen misst die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Kantons. Es weist alle Einkommen aus, die den in einem Kanton ansässigen Haushalten und Unternehmungen während eines Jahres zugeflossen sind. Dabei werden die Einkommensströme unabhängig davon erfasst, ob die Produktionsleistung innerhalb oder ausserhalb der Kantonsgrenzen erfolgt ist. Das Konzept des Volkseinkommens beruht auf dem sog. Inländerprinzip; bei dessen Berechnung wird auf den Wohnsitz eines Wirtschaftssubjekts abgestellt. Dies hat u.a. zur Folge, dass die von den rund 40 000 Grenzgängerinnen und Grenzgängern in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft verdienten Einkommen in der jeweiligen Volkseinkommenszahl nicht in Erscheinung treten. Ebenso werden die unverteilten Gewinne der Kapitalgesellschaften nicht beim Volkseinkommen des Standortkantons ausgewiesen, sondern die Kantonszuteilung erfolgt aufgrund des Hauptsitzes der Unternehmung. Der Kanton Basel-Landschaft erzielte im Jahr 1995 ein Volkseinkommen von 11,7 Mrd. Franken. Dasjenige des Nachbarkantons Basel-Stadt erreichte im gleichen Jahr die Summe von 12,4 Mrd. Franken. Beide Kantone hatten 1995 zusammen einen Anteil von 7,5 Prozent am gesamten Volkseinkommen der Schweiz von insgesamt 320 Mrd. Franken. Den grössten Anteil des Volkseinkommens in der Schweiz erwirtschaftete der Kanton Zürich mit einem Anteil von 21,1 Prozent. Im Laufe der Entwicklung hat eine relative Annäherung der Volkseinkommen von BS und BL stattgefunden. Machte zu Beginn der siebziger Jahre das Baselbieter Volkseinkommen knapp 60 Prozent des baselstädtischen Volkseinkommens aus, so lag dieser Anteil im Jahre 1995 fast bei 95 Prozent. Im Jahr 1995 resultierte für das Baselbieter Volkseinkommen mit einem nominellen Wachstum von 0,8 Prozent im gesamtschweizerischen Vergleich eine verhältnismässig tiefe Wachstumsrate. Gesamtschweizerisch war ein prozentuales Wachstum von 2,6 Prozent verzeichnet worden. Mitentscheidend für das eher tiefe Wachstum des Volkseinkommens im Baselbiet waren die praktisch stagnierenden Einkommen der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen (Zunahme von 0,2%). Verstärkend kommt hinzu, dass dieser Anteil am gesamten Volkseinkommen im Baselbiet besonders hoch ist. Die Statistik der Volkseinkommen weist jeweils Werte für drei verschiedene Einkommenskomponenten aus: Einkommen der Arbeitnehmenden, Geschäftseinkommen der Selbständigen sowie Einkommen aus Unternehmung und Vermögen. Die Einkommen der Arbeitnehmenden stellen mit einem Anteil am Volkseinkommen von 52,5 Prozent in Basel-Stadt und 75,1 Prozent im Baselbiet die grösste Komponente dar. Kein anderer Kanton weist einen höheren Anteil an Einkommen von Arbeitnehmenden auf als das Baselbiet. Weitere 6 Prozent des Volkseinkommens entfallen im Baselbiet auf die Selbständigeneinkommen, was im schweizerischen Vergleich nach Basel-Stadt (5,0%) die zweittiefste Quote ergibt. Bei den Kapitaleinkommen liegt Basel-Stadt mit einem Anteil von 43 Prozent nach Zug (45%) an der Spitze. Mit einer Quote von 19 Prozent beim Kapitaleinkommen liegt hier das Baselbiet deutlich darunter. Absolut betrachtet übertrifft Basel-Stadt als Domizilkanton zahlreicher grosser Kapitalunternehmungen seinen Nachbarkanton im Jahr 1995 um mehr als 3 Mrd. Franken. Unter den Kapitaleinkommen figurieren zu einem bedeutenden Teil die nicht ausgeschütteten Unternehmungsgewinne, die aus verschiedenen Gründen starken Schwankungen unterliegen können. Das Pro-Kopf-Einkommen betrug im Baselbiet 1995 knapp 46 900 Franken, was im Vorjahresvergleich eine Zunahme um ein halbes Prozent ergibt. Dies bedeutet wie schon beim absoluten Volkseinkommen das tiefste Wachstum der letzten zwanzig Jahre. Das Pro-Kopf-Einkommen von Basel-Stadt liegt wegen der höheren Kapitaleinkommen um gut 15 000 Franken oder um einen Drittel über dem Wert des Baselbiets. Das schweizerische Mittel bewegt sich 1995 bei 45 300 Franken, rund 1 600 Franken unter dem Wert des Baselbiets. Die Nordwestschweizer Kantone Aargau und Solothurn liegen beide unter dem schweizerischen Durchschnitt. Volkseinkommen nach Komponenten in Mio. Franken seit 1985 2.2.1 Die Entwicklung der regionalen Wirtschaft in den Jahren 1995 und 1996 Nach wie vor ist es aufgrund der Datenlage aus der Nationalen Buchhaltung nicht möglich, kantonale Bruttoinlandsprodukte (BIP) zu berechnen. Eine solche, gemäss dem Inlandskonzept abgegrenzte Grösse umfasst die von den Produktionsfaktoren im Kantonsgebiet erbrachte Wertschöpfung und ist ein aussagekräftiger Indikator der wirtschaftlichen Leistung. Für den Wirtschaftsraum Nordwestschweiz veröffentlicht die Regio Wirtschaftsstudie Nordwestschweiz seit 1979 jährlich Wertschöpfungszahlen auf Branchenebene. Die Berechnungen erfolgen auf der Grundlage einer Stichproben-Erhebung und sind deshalb mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. Die Wertschöpfung einer Unternehmung stellt ihren Beitrag zum BIP einer Region dar; die Summe der Brutto-Wertschöpfung aller Branchen dieser Region ergibt das Bruttoinlandsprodukt. Wegen des unterschiedlichen Kapitaleinsatzes und des daraus resultierenden Abschreibungsbedarfs in den verschiedenen Branchen ist ein wirtschaftlicher Leistungsvergleich der Branchen nur aufgrund der Nettowertschöpfung (Bruttowertschöpfung abzüglich Abschreibungen) möglich. Die Berechnung erfolgt auf der Entstehungsseite [1] , indem vom Umsatz einer Unternehmung die Kosten aller von anderen Wirtschaftseinheiten zugekauften Rohstoffe, Halbfabrikate und Dienstleitsungen sowie die betriebsnotwendigen Abschreibungen abgezogen werden. Die wirtschaftliche Lage in der Nordwestschweiz war gemäss der letzten Analyse für 1995/96 bei weitem nicht befriedigend, aber auch nicht so schlecht wie vielfach geglaubt. Die Untersuchung charakterisiert die Region Nordwestschweiz nach wie vor als strukurstarken Wirtschaftsraum, der ein Pro-Kopf-Einkommen erzielt, das deutlich über dem schweizerischen Durchschnitt liegt. Nach einem realen Wachstum des BIP im Jahre 1994 wurden für 1995 weitere Verbesserungen erhofft. Das Jahr begann in der Region denn auch vielversprechend, vermochte aber im zweiten Semester den Erwartungen nicht mehr zu genügen. Beinahe alle Komponenten des Wirtschaftsgeschehens entwickelten sich 1995 weniger gut als 1994. Sehr günstig entwickelte sich 1995 wiederum die Nachfrage nach Anlageinvestitionen. Von dieser Entwicklung profitierten besonders die Maschinenindustrie und ihre Zulieferer. Die Industrieproduktion stieg dadurch im ersten Semester 1995 deutlich und führte zu einer wiederum hohen Auslastung von über 85 Prozent. In der Finanzwirtschaft entwickelte sich die Geschäftstätigkeit während des ganzen Jahres erfreulich. Der private Konsum - der die inländische Nachfrage zu beinahe zwei Dritteln prägt - wuchs 1995 mit + 0.2 Prozent nur in geringem Ausmass. Das regionale Inlandprodukt wuchs 1995 in der Nordwestschweiz weniger stark als die regionale Teuerung; die Region stagnierte also real gesehen. Nach Sektoren aufgeschlüsselt erlitt das Gewerbe [2] einen Einbruch, während der Industrie- und vor allem der Dienstleistungsbereich ihre Wertschöpfung steigern konnten. Die wichtigsten Wirtschaftskennzahlen aus der Wirtschaftsstudie Nordwestschweiz 1995/96 zeigen, dass die Wirtschaftsentwicklung im Jahre 1996 ungünstiger geworden ist: Die Exporte haben infolge der Abschwächung des Wirtschaftswachstums in den wichtigsten Exportmärkten kleinere Zuwachsraten erzielt; die schweizerische Binnenwirtschaft stagniert. Bezüglich der erwirtschafteten Wertschöpfung musste das Gewerbe einen effektiven Rückgang hinnehmen. Betroffen waren sowohl der Detailhandel als auch die Bauwirtschaft. Drei Gründe werden dafür genannt: Erstens bewirkt das verringerte Haushaltseinkommen der Konsumenten und Konsumentinnen eine Ausgabenreduktion. Zum zweiten wirken sich die Redimensionierungen in der Wirtschaft und die Sparanstrengungen der öffentlichen Hand ebenfalls negativ auf die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen auf dem regionalen Markt aus. Und drittens ist ein Überangebot an Büro- und Gewerberaum sowie zum Teil an Wohnraum massgeblich verantwortlich für die Flaute in der Bauwirtschaft. Die allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen blieben demgegenüber günstig: Vor allem 1996 sind dank des wieder sinkenden Aussenwertes des Schweizer Frankens die Exportpreise weniger unter Druck gekommen als 1995. Die Inflationsrate ist auf 0,8 Prozent gefallen, die Zinssätze haben sich weiter zurückgebildet und sind noch am Fallen. In der Nordwestschweiz dürfte der Wertschöpfungszuwachs 1996 voraussichtlich auf rund 1,5 Prozent zu stehen kommen. Auch in unserer Region beschäftigen die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) rund zwei Drittel aller Arbeitnehmenden. Diese Firmen kämpfen gegenwärtig mit immer kleiner werdenden Margen, was einerseits auf die Löhne drückt, andererseits auch den Selbstfinanzierungsgrad der Unternehmen schmälert oder ihnen - wie in der Bauwirtschaft - laufend Substanz raubt. Wie positioniert sich nun der Kanton Basel-Landschaft in der Nordwestschweizer Branchenbetrachtung? Der Kanton Basel-Landschaft ist ein von der chemischen Industrie geprägter Wirtschaftsraum; ihr Wertschöpfungsanteil am Bruttoinlandprodukt beträgt laut Regio-Wirtschaftsstudie 12 Prozent. Auch der Grosshandel ist im Kanton Baselland überdurchschnittlich vertreten. Wegen der ländlichen Struktur unseres Kantons hat der Bankensektor nur eine verhältnismässig kleine Wertschöpfung. Die übrigen Branchen liegen punkto Wertschöpfungsanteil etwa im schweizerischen Mittel. Die Standortqualität der Region wird von den meisten exportorientierten Firmen trotz des hohen Frankens positiv beurteilt. Zudem werten sie die Beziehungen zu den Arbeitsmarkt- und Steuerbehörden als gut. Im Baubewilligungsverfahren werden erhebliche Fortschritte erwähnt, und auch die Steuersituation wird als erträglich bewertet. Vorbehalte werden gegenüber weiteren Umweltschutzauflagen geäussert. Auf Seiten der Unternehmen und Betriebe besteht kein Verständnis für Auflagen, die über EU-Normen hinausgehen. Als zunehmend wichtiger Standortnachteil wird zudem das fehlende Risikokapital für Unternehmungsgründungen, aber auch die geringe Risikobereitschaft der Bevölkerung hervorgehoben.
Die negativen Einflussgrössen auf die Entwicklung der Binnenkonjunktur werden auch in den kommenden Monaten weiter bestehen bleiben: Die Lage am Arbeitsmarkt verändert sich dadurch gemäss Firmenaussagen kaum. Die Abbautendenzen in der Industrie werden sich 1997 fortsetzten und in einzelnen Dienstleistungsbranchen eher noch verstärken. Insbesondere in Verbindung mit den bestenfalls stagnierenden Löhnen ist auch eine Erholung der Konsumausgaben nicht zu erwarten. Eine Verbesserung der Situation in der Bauwirtschaft ist ebenfalls nicht in Sicht: Angesichts der sinkenden Investitionsneigung der Industrie und der Überkapazitäten im Wohnungsbau bleibt der Tiefbau weiterhin der einzige Lichtblick für die Bauwirtschaft. Da für 1997 in fast allen Märkten wieder ein Wirtschaftswachstum von 2 bis 2,5 Prozent erwartet wird, kann die Schweizer Exportwirtschaft - vorausgesetzt, der Franken wird nicht teurer - mit stärker steigenden Zuwachsraten rechnen. Im Finanzbereich sind die Erwartungen ebenfalls positiv. Insgesamt ist für 1997 mit einer weiterhin geringen Zuwachrate der regionalen Wertschöpfung und einem anhaltenden Rückgang der Arbeitsplatzzahlen zu rechnen. Gemäss den Aussagen der Unternehmungen in der Wirtschaftsstudie Nordwestschweiz wird dieser Rückgang der Arbeitsplätze in den kommenden zwei Jahren anhalten und zu einem weiteren Abbau der Beschäftigung bis zum Jahr 2000 führen.
Am 29. September 1995 - dem Stichtag der Eidg. Betriebszählung 1995 - arbeiteten im Baselbiet 110’180 voll- und teilzeitbeschäftigte Personen. Dies sind 4’900 Beschäftigte oder 4,3 Prozent weniger als Ende September 1991. Im Zehnjahresvergleich hingegen weist das Baselbiet 1995 insgesamt über 15’000 Beschäftigte mehr auf als 1985. Prozentual betrachtet beläuft sich die Zunahme in dieser Zeitspanne auf 16,0 Prozent. In der Phase des Konjunkturaufschwungs von 1985 bis 1991 stiegen die Beschäftigtenzahlen um gut 20’000 Personen oder 21,1 Prozent von 95’000 auf über 115’000 an. Mit dem Jahr 1991 erreichte der wirtschaftliche Aufschwung seinen Höhepunkt. Anders als die Beschäftigtenentwicklung sieht im gleichen Zeitraum die Entwicklung der Anzahl Arbeitsstätten aus: Von 1991 bis 1995 hat ihre Zahl von 10’119 um fast 700 Einheiten oder 6,9 Prozent auf 10’800 Arbeitsstätten zugenommen. (Die vorstehend erwähnten statistischen Angaben sind insofern harmonisiert, als die Resultate des Bezirks Laufen in den Zahlen des Kantons Baselland mit enthalten sind.) Im Gegensatz zu den Beschäftigten war bei den Arbeitsstätten von 1985 bis 1995 ein anhaltendes Wachstum zu verzeichnen. Im Zehnjahresvergleich nahm die Zahl der Arbeitsstätten um 2’175 Einheiten oder exakt einen Viertel auf 10’814 Arbeitsstätten zu. Zwei Drittel dieses Anstiegs resultieren dabei aus der Periode von 1985 bis 1991. Bei den Arbeitsstätten ist die Trendwende des Jahres 1991 somit durch eine Wachstumsverlangsamung charakterisiert. Per Ende September 1995 betrug die Zahl der Beschäftigten in der Nordwestschweiz 304’510 Personen. Davon waren 1995 52,5 Prozent im Kanton Basel-Stadt und 36,2 Prozent im Kanton Basel-Landschaft tätig. Weitere 8,4 Prozent der Beschäftigten arbeiteten im aargauischen und 2,9 Prozent im solothurnischen Teilgebiet. Bezüglich des Arbeitsplatzangebotes haben sich die Gewichte in der Nordwestschweiz eindeutig zugunsten des Baselbiets und der Region Rheinfelden/Laufenburg verschoben. So sind vier Fünftel des gesamten Beschäftigtenwachstums von über 18’000 Personen in der Nordwestschweiz seit 1985 allein auf das Baselbiet zurückzuführen. Der Vergleich der Beschäftigtenzahlen innerhalb der Wirtschaftssektoren 2 (Industrie, Gewerbe) und 3 (Dienstleistungen) verdeutlicht, wie rasant der Strukturwandel im Baselbiet voranschreitet. Das im zweiten Sektor zwischen 1985 und 1991 im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs verzeichnete Wachstum von über 5’100 Beschäftigten oder 11,1 Prozent bricht nach der Trendwende von 1991 rapide ab. Vier Jahre später hat der zweite Sektor bereits wieder über 6’400 Beschäftigte oder 12,6 Prozent verloren. Im dritten Sektor dagegen, der zwischen 1985 und 1991 ein Wachstum von rund 15’000 Beschäftigten verzeichnet hatte, ging danach das Wachstum ebenso zurück, ohne aber zu einem eigentlichen Beschäftigungsabbau zu führen. Diese unterschiedliche Entwicklung der beiden Sektoren seit 1991 hat sich beschleunigend auf den Strukturwandel ausgewirkt. Den stärksten Rückgang verzeichnete die Chemie, wo in den Jahren 1991 bis 1995 fast ein Viertel oder mehr als 2’000 Beschäftigte eingespart wurden. Zu den weiteren Verlierern zählen die Bereiche Gummiwaren, Kunststoffe sowie Holzverarbeitung. Am markantesten zugelegt hat im gleichen Zeitraum das Gesundheits- und Sozialwesen. Ein Blick auf die Geschlechterverteilung beim Abbau von Arbeitsplätzen zeigt, dass der Rückgang die Männer stärker getroffen hat als die Frauen. Eine weitere wichtige Erkenntnis aus der Betriebszählung ist die Tatsache, dass die Struktur der Baselbieter Wirtschaft massgeblich von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) geprägt wird. Acht von zehn Betriebsstätten gehören 1995 zu den Betrieben mit weniger als zehn Beschäftigten. In diesen Unternehmen sind seit 1991 auch über tausend neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Weiter zeigt die Betriebszählung auf, dass die Arbeit zunehmend auf mehr Hände verteilt wird: Die Baselbieter arbeiten immer weniger Vollzeit. 1995 waren rund 28 Prozent teilzeitig angestellt. Die BAK Konjunkturforschung Basel AG rühmt die Wirtschaftsregion der beiden Halbkantone für ihr im Vergleich zum Landesdurchschnitt ausgeglichenes Konjunkturbild: In 15 Branchen aus insgesamt 26 hat die Region im vergangenen wie auch im laufenden Jahr bezüglich Wachstum besser abgeschnitten als der Landesdurchschnitt. Die BAK prognostiziert für die Baselbieter Wirtschaft im Jahre 1997 eine Wertschöpfungssteigerung um 2,6 Prozent, nachdem sie bereits im Vorjahr gewachsen ist. Selbst für den momentan schwer geprüften Bausektor sagt die BAK in der Nordwestschweiz eine Zunahme um 4,5 Prozent voraus. Entsprechend dürfte sich das zuversichtliche Wirtschaftsklima auch im gewerblichen Bau vorteilhaft auswirken. Die wirtschaftliche Prosperität soll sich besonders im Baselbiet auch positiv im Beschäftigungsniveau niederschlagen. Die BAK erwartet für Baselland überdurchschnittliche Beschäftigungszunahmen im Maschinen- und Elektonikbereich. Der Regierungsrat nimmt derartige Prognosen mit Interesse zur Kenntnis. Aus Erfahrung sind sie jedoch mit Zurückhaltung zu gewichten. [1]Das Volkseinkommen erfasst die Einkommensverteilungsseite (Geldstrom), d.h. alle Einkommen, die den im Kanton ansässsigen Haushalten (Löhne) und Unternehmungen (Gewinne) plus verteilte Gewinne und Zinsen an Kapitalgeber plus Steuern und Abgaben an die Öffentliche Hand in einem Jahr zugeflossen sind. [2]Die Wirtschaftsstudie von Dr. R. Füeg macht teilweise einen andern Branchen-Zusammenzug als die Eidg. Betriebszählung. Füeg weist insbesondere das Gewerbe separat als Branche aus, während auf Betriebszählungsebene das Baugewerbe zum industriellen Sektor und das Gastgewerbe sowie der Fachhandel zum Dienstleistungssektor gezählt werden. Vergleiche sind deshalb zwischen den beiden Statistiken nicht ohne weiteres möglich. |
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