97/40; Amtsbericht 1996; Teil 29
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| 9.3 Leistungsausweis Aus den verschiedenen statistischen Zusammenstellungen, aus der Betriebsrechnung und aufgrund von Vergleichen mit Vorjahreszahlen ist ersichtlich, dass die Leistungen des Spitalbetriebes im 23. Betriebsjahr gegenüber dem Vorjahr leicht abgenommen haben. Die Anzahl behandelter Patienten (Klinikaustritte) 1996 hat im Vorjahresvergleich abgenommen (- 93 Patienten / - 0,6 %). Die im Budget geplanten Leistungsziele der Pflegetage wurden nicht erreicht. Im bereinigten Budget 1996 waren 169’500 Pflegetage geplant. Die Belegungsstatistik ergab 163’855 Pflegetage (1995: 168’093). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer konnte von 11,5 auf 11,3 Tage gesenkt werden (- 1,74 %). Die reduzierte Aufenthaltsdauer von 0,2 Tage für 14’482 Patienten ergibt eine Reduktion von insgesamt 2’896 Pflegetagen. Die Defizitleistung des Staates ist im Jahre 1996 rund Fr. 87 000.-- Franken weniger hoch als im Jahre 1995 und beträgt Fr. 219.24 pro Pflegetag (Vorjahr: 214.23).
9.4 Besonderes Im Rahmen eines intensiven und breit angelegten Prozesses wurden die Strukturen sämtlicher Kliniken und Dienstleistungsbereiche analysiert. Mit externer Unterstützung wurde umfassend über künftige Leistungsaufträge und über unsere Position im regionalen gesundheitspolitischen Umfeld nachgedacht. Daraus resultierten Empfehlungen bezüglich Führungs- und Organisationsstruktur der beiden Kliniken „Innere Medizin" und „Rehabilitation" sowie die strukturellen Visionen für die anderen Kliniken und Institute. Mehrere Arbeitsgruppen, unter anderem auch unter dem Vorsitz von Chefärzten, erarbeiteten verschiedene Themenkreise. Anschliessend erhielt eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe den Auftrag, Empfehlungen zuhanden der Spitalleitung auszuarbeiten. Diese, in Berichten zusammengefassten Schlussfolgerungen, waren eine entscheidende Grundlage für die Empfehlungen der Spitalleitung, die dem Sanitätsdirektor und seinen Mitarbeitern am 23. September 1996 unterbreitet wurden. Das Kantonsspital Bruderholz hat die Absicht, im Umfeld des immer stärker zunehmenden Kostendruckes, das Potential seiner Organisation und Infrastruktur noch besser zu nutzen. Die Spitalleitung hat eine interne Arbeitsgruppe eingesetzt, mit dem Auftrag, in Zusammenarbeit mit Beratern der Ingenieurschule beider Basel (IBB), eine entsprechende Studie prozessorientiert zu erarbeiten. Der Projekt-Titel FLOATING BEDS bringt zum Ausdruck, dass eine flexible Zuordnung der Klinikbetten im Mittelpunkt der Studie steht. Eine Optimierung der Bettenbewirtschaftung soll helfen, Engpässe zu eliminieren und Kapazitätsgrenzen flexibler zu gestalten. Inskünftig soll neu die Anzahl der betreuten Patientinnen und Patienten der einzelnen Kliniken als wichtigste Grösse entscheidend für die Beurteilung der Klinik oder Abteilung sein. Bis anhin war es die Anzahl der fest zugeteilten Betten. Die angestrebte bessere Auslastung konnte dank vielseitigen Anstrengungen im medizinischen Bereich erreicht werden. Trotz rückläufigen Patientenzahlen konnten die erbrachten Pflegetage gesteigert werden, d.h. der Zuwachs ist vor allem auf eine bessere Auslastung der Geriatrieabteilung zurückzuführen und daher ohne kostenmässige Auswirkungen. Die Anpassung und die praktischen Auswirkungen des neuen KVG (Krankenversicherungsgesetzes) erwiesen sich als Dauerbrenner. Schwierig und während des ganzen Jahres ungeklärt blieb die Leistungspflicht der Kassen bei ausserkantonalen Privatpatienten. Trotz allgemein gutem Einvernehmen mit den Verantwortlichen der Krankenkassen lassen sich die Differenzen bei der Festlegung der Kassenleistungen für Patienten, welche über längere Zeit spitalbedürftig waren und intensive Pflege benötigten, oft kaum lösen. Mit dem Kanton Solothurn konnte für Patienten aus dem Thierstein ein vereinfachtes Kostengutspracheverfahren für Augenoperation abgeschlossen werden. Ebenso profitieren die Patienten aus dem Kanton Jura weiterhin von der gegenseitigen Freizügigkeitsvereinbarung. 10.1 Organisation Durch eine auswärtige Beratungsfirma wurden im Frühjahr/Sommer die Führungs- und Organisationsstrukturen überprüft. Bedingt durch die relativ bescheidene Unternehmensgrösse bestehen in verschiedenen Abteilungen und Leistungsbereichen Probleme bezüglich der Fachkompetenz einzelner Mitarbeiter resp. einer qualifizierten Stellvertretung. Auf Vermittlung der Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion erklärte sich Herr Hans Bider, ehemaliger Spitalverwalter des Kantonsspitals Liestal bereit, zusammen mit der Spitalleitung von Laufen geeignete Lösungsvorschläge und organisatorische Massnahmen zu erarbeiten. Mit einer straffen und flachen Organisation soll einerseits die Effizienz erhöht und andererseits die Kompetenz und Eigenverantwortung gefördert werden. 10.2 Personelles Im Sinne einer weiteren Integration ins Baselbieter Spitalkonzept, hat Herr Dr. H.M. Grünig, Kantonsapotheker, ab 01.01.1996 nebst der Leitung der Apotheke im Kantonsspital Bruderholz auch die Verantwortung als Spitalapotheker in Laufen übernommen. Die Zusammenarbeit hat sich hervorragend angelassen, und wir profitieren von Synergien im fachlichen Bereich wie auch bei der Medikamentenbeschaffung. An dieser Stelle danken wir Herrn Dr. Hans Kern für die mehr als 10jährige Betreuung unserer Spitalapotheke. Seit anfangs 1996 behandeln die Herren PD Dr. med. Kurt Tschopp und Dr. med. Hansjörg Züst HNO-Patienten in Laufen. Die lokalen Sprechstunden sind sehr gefragt und entsprechend gut ausgelastet. Als Konsiliararzt für orthopädische Chirurgie ist seit Herbst Herr Dr. med. Markus Rothweiler, Aesch, bei uns tätig. 10.3 Leistungsausweis
Wie bereits erwähnt, ergab sich ein Rückgang bei den stationären Patienten um 184 Personen, resp. 10,8 %. Ein Teil dieses Rückganges ist auf die vermehrte Durchführung ambulanter Operationen zurückzuführen. So erhöhten sich z.B. die ambulanten Katarakteingriffe um 130. Infolge zusätzlicher Patientenverlagerungen in den Bereich Geriatrie und Langzeitpflege, hat sich die Bettenauslastung insgesamt von 77,5 auf 83,5 % verbessert, wobei aber auch die durchschnittliche Aufenthaltsdauer stark angestiegen ist. Insgesamt wurden 30’551 Pflegetage geleistet; ein Plus von 8,0 %. Durchaus erfreulich sind die finanziellen Resultate: der Gesamtaufwand ist gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig: - CHF 41’957.-- (- 0,26 %), während der Ertrag um CHF 577’670.--, resp. 4,19 % gesteigert werden konnte. Nebst den höheren Pflegetaxen der zusätzlichen Pflegetage, ist vor allem der Mehrertrag bei den Ambulatoriumspauschalen und medizinischen Sprechstunden erfreulich. Mit einem Staatsanteil von Fr. 1’934’502.49 oder Fr. 63.32 pro Pflegetag darf das Kantonsspital Laufen auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. |
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