97/40; Amtsbericht 1996; Teil 31
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| 12 Kantonale Psychiatrische Dienste (KPK, EPD, KJPD, DBL) 12.1 Organisation 12.1.1 Wohnheim für Geistigbehinderte "Windspiel" In der Folgeplanung zum Psychiatriekonzept Basel-Landschaft von 1991 wird die Möglichkeit einer "Übernahme des Heimes durch eine gemeinnützige, privatrechtliche Trägerschaft" ins Auge gefasst. Hinter dieser Aussage steht der Grundsatz, dass eine geistige Behinderung keine psychische Erkrankung ist und Geistigbehinderte demzufolge nicht in Psychiatrischen Kliniken bzw. in deren Umfeld untergebracht sein müssen. In gewissem Widerspruch zu diesem Grundsatz steht der Standort des Wohnheimes auf dem Areal der Kantonalen Psychiatrischen Dienste (KPD). Im Hinblick auf die baldige Fertigstellung des Umbaues wurde nun die Frage einer privaten Trägerschaft eingehend diskutiert. Anstoss dazu gaben nebst dem Psychiatriekonzept auch seit längerem offene Fragen betreffend Aufgabenteilung zwischen dem Wohnheim und den Infrastrukturdiensten der KPD. Die Heimkommission und die administrative Leitung der KPD entschieden sich einstimmig, das Wohnheim Windspiel auch künftig innerhalb des Kantons bzw. innerhalb der Kantonalen Psychiatrischen Dienste zu belassen. Das Wohnheim soll allerdings als möglichst selbständige Abteilung der KPD eine klare Organisationsstruktur erhalten. 12.2 Personelles 12.2.1 Wechsel des Verwalters Am 1. Februar nahm Hans-Peter Ulmann seine Tätigkeit auf. Während eines Monats wurde ihm durch seinen Vorgänger die Möglichkeit geboten, dessen Art und Weise der Amtsausübung kennenzulernen. Per 1. März erfolgte die Stabsübernahme als Administrativer Leiter der Kantonalen Psychiatrischen Dienste und des Kantonalen Altersheimes (KAL). 12.2.2 Personalmutationen Bei einem Anfangsbestand (1.1.) von 422 und einem Endbestand (31.12.) von 419 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (ohne Praktikumsstellen, Personen im Sozialstellenplan und an beschützenden Arbeitsplätzen) beziffert sich die Fluktuationsrate mit insgesamt 103 Ein- und Austritten auf 12,2 %. Sie liegt damit um 1,6 % tiefer als im Vorjahr. In der Abwaschküche, in der Cafeteria, im Tierpark, im Technischen Dienst, in der Gärtnerei und in der Bibliothek der Kantonalen Psychiatrischen Klinik (KPK) waren Ende Jahr 38 (Vorjahr 43) ausserhalb der Klinik wohnende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an beschützenden Arbeitsplätzen tätig. Im Rahmen der Massnahmenplätze "Arbeitslosenversicherung" waren am 31. Dezember insgesamt 13 Personen beschäftigt, davon elf in Beschäftigungsprogrammen und zwei in Praktika für stellenlose Lehr- und Studienabgängerinnen und -abgänger. 12.2.3 Versuch mit flexibler Arbeitszeit in den KPD Seit 1. Januar 1995 führt das Personal der Verwaltung und des Technischen Dienstes einen Versuch mit flexibler Arbeitszeit durch. Mit dem Ende der Berichtsperiode ist der Modellversuch abgeschlossen. Im ersten Quartal 1997 wird ein umfassender Bericht über den Versuch erarbeitet. Anschliessend werden die zuständigen Instanzen über die Weiterführung definitiv entscheiden. 12.2.4 Fort- und Weiterbildung Auch 1996 standen insbesondere dem Personal aus den medizinisch-therapeutischen Diensten und der Pflege wiederum ansprechende interne und externe Fort- und Weiterbildungsangebote zur Verfügung. Begrüssenswert wäre der Ausbau der innerbetrieblichen Fortbildung für die Infrastrukturdienste sowie in Richtung von interdisziplinären Angeboten. An Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen (exkl. Einzel- und Teamsupervisionen), die innerhalb und ausserhalb der KPD stattgefunden haben, sind 706 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter delegiert worden. Aufgewendet wurden dafür 1 334 Arbeitstage, was umgerechnet 5,4 (Mitarbeiter-)Jahren entspricht. Die KPD haben für Tagungs- und Seminarkosten Fr. 470 853.-- übernommen. Für Einzel- und Teamsupervisionen sind zusätzlich Fr. 307 108.-- aufgewendet worden. Das Gesamttotal von Fr. 777 961.-- entspricht 2,04 % der Bruttolohnsumme der KPD. 12.3 Leistungsausweis 12.3.1 Bettenbelegung, Pflegetage In der Psychiatrischen Klinik ist, entsprechend der Tendenz der Vorjahre, die Zahl der Pflegetage gesamthaft um 1 247 zurückgegangen. Während die Belegung auf den Abteilungen der Akutpsychiatrie um 153 Tage zunahm, ging die Zahl der Pflegetage in den Bereichen Rehabilitation und Langzeit- sowie Alterspsychiatrie um 230 bzw. 1 170 Tage zurück. Dies im Gegensatz zu früheren Annahmen. Die budgetierten Werte wurden gar um 3 548 Tage unterschritten. Die Gründe für den Rückgang der Belegung im Alters-, Langzeit- und Rehabilitationsbereich werden in der Hauptsache im Ausbau der Angebote der kommunalen Alters- und Pflegeheime und der sozialpsychiatrischen Versorgung des Kantons vermutet. Mit der Veränderung der Aufnahmestruktur durch die Senkung der Altersschwelle im Bereich der bisherigen Altersakutpsychiatrie (Abteilung I) auf Patienten ab 30 Jahren soll einerseits dort eine Erhöhung der Belegung angestrebt werden und andererseits im Akutbereich, wo die Belegung nach wie vor sehr hoch ist, eine Entlastung der angespannten Verhältnisse erreicht werden. Die Leitung der KPD geht davon aus, dass auch der vergleichsweise rückständige Wohnkomfort und Ausbaustandard des Alterslangzeitbereiches im Haus 5 mit seinen Achterschlafsälen in bezug auf die Belegung eine Rolle spielt. Hier besteht Nachholbedarf. Die Aufteilung auf die einzelnen Bereiche ergibt:
12.3.2 Betriebsrechnung Der Vergleich der Rechnungen 1995 und 1996 der Kantonalen Psychiatrischen Klinik (ohne die Wohnheime Windspiel und Wägwiiser) ergibt folgendes Bild:
Die Kosten pro Pflegetag sind im Vergleich zum Vorjahr um Fr. 30.-- oder 7 % angestiegen. Die Gründe liegen zur Hauptsache in erhöhten Lohnkosten (Fr. 13.-- pro Tag), im Rückgang der Belegung (Fr. 8.-- pro Tag) sowie in ausserordentlichen Verpflegungskosten wegen des Küchenumbaues und in der Beschaffung der neuen Finanzsoftware. Im Vergleich zum Budget fielen die Krankenkassentaxen der Psychiatrischen Klinik tiefer aus, als erwartet. Die Belegung war ebenfalls um knapp 5 % tiefer und zudem hat sich auch in diesem Vergleich der Küchenumbau ausgewirkt. Die Bereiche Personalaufwand und Sachaufwand konnten andererseits unter den budgetierten Werten abgeschlossen werden. Erfreulich haben sich im Budgetvergleich die gestiegenen Erträge der Cafeteria, der Küche und der Nachtpatienten auf die Rechnung ausgewirkt. Der Staatsbeitrag der Klinik ist trotzdem leicht höher ausgefallen als budgetiert. Ausserordentlich positiv sind die angestiegenen Erträge aus ärztlichen und nichtärztlichen Leistungen der Externen Psychiatrischen Dienste (EPD), des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes KJPD) und auch der Drogenberatung Baselland (DBL). Sowohl die Vorjahreswerte wie auch die budgetierten Werte wurden klar übertroffen. Gesamthaft zeigt die Rechnung der Kantonalen Psychiatrischen Dienste folgendes Ergebnis:
*) Gemeindeanteil. Der Mehraufwand DBL wird zur Hälfte den Gemeinden übertragen. 12.3.3 Allgemeines zu den Infrastrukturbereichen Zur Zeit laufen an den KPD etliche ausserordentliche Projekte (FIBIS, TVA, Umbau Wohnheim Windspiel, dritte Akutstation und weitere Umbauprojekte, Konzeptarbeiten, Leistungsauftrag EPD, Vorbereitung weiterer Leistungsaufträge, KVG-Anpassungen etc.). Wegen des relativ kleinen Stabes an entsprechend qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Infrastrukturbereichen sind immer wieder die Abteilungsleitungen des Kaufmännischen Dienstes, des Technischen Dienstes, der Ökonomie und der Informatik in diesen Projekten vertreten. Weil mit der Projektarbeit die angestammten Aufgaben in der Linie nicht reduziert werden können, kann es beim Kader zu gewissen Arbeitsüberlastungen kommen. Die Leitungsgremien der KPD überlegen sich diesbezüglich Abhilfemöglichkeiten. 12.4 Besonderes 12.4.1 Neues Finanz- und Betriebsinformationssystem FIBIS Die bisher in den KPD für die betriebswirtschaftlichen Aufgaben im Bereich des Finanz- und Rechnungswesens benutzten EDV-Programme waren mehr als zehn Jahre im Einsatz. Nach einer intensiven Evaluationsphase mit Einbezug der Finanz- und Kirchendirektion und der anderen drei Kantonsspitäler, begleitet von einer externen Beratung, konnte im Herbst eine hochmoderne Informatiklösung der Firmen PEBE/Wurm & Besewski beschafft werden. Mit dem neuen FIBIS werden die KPD ab 1997 in die Lage versetzt, das bestehende Controlling zu aktualisieren und auf einem modernen Stand auszubauen. 12.4.2 Fertigstellung der Sanierungs-, Umbau- und Ausbaumassnahmen der Haustechnik, der Küche und der geschützten Werkstätte Die im Juni 1995 begonnenen Umbauarbeiten konnten im Mai 1996 erfolgreich beendet werden. Noch nicht realisiert und bis zum Umbau der dritten Akutstation aufgeschoben ist die vorgesehene Wärmerückgewinnung. 12.4.3 Umbau Wohnheim Windspiel Der Umbau des Wohnheimes Windspiel verläuft in jeder Hinsicht plangemäss und zur Zufriedenheit aller Beteiligten. Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen sich auf die Rückkehr aus den verschiedenen Wohnprovisorien in das neu umgebaute Wohnheim im Frühling 1997. 12.4.4 Umbau Tagesklinik Münchenstein Leider wird der Umbau der Tagesklinik Münchenstein durch die Einsprache eines Anwohners weiterhin verzögert. Eine gütliche Regelung vom Sommer 1996 zwischen den KPD und diesem künftigen Nachbarn scheiterte leider an formalen Kriterien. Als nächstes wird sich der Regierungsrat mit dem Umbauprojekt bzw. den entsprechenden Beschwerden zu befassen haben. 12.4.5 Umbau KPK, dritte Akutstation Der Landrat hat an seiner Sitzung vom 25. Januar für die Schaffung einer dritten Akutstation in der Kantonalen Psychiatrischen Klinik einen Verpflichtungskredit von 7,89 Mio. Fr. bewilligt. Dieses Bauvorhaben ermöglicht die Aufhebung der wegen der fehlenden Intimität unbefriedigenden Wachsaalunterbringung im Intensivpflegebereich. Mit dieser Massnahme wird ein mangelhafter Zustand behoben, der krankheitsbedingte Tendenzen bei Patientinnen und Patienten noch verstärkt hat, statt sie zu lindern und deshalb schon seit langem klinikintern und -extern gewünscht wurde. Für dieses komplexe Projekt, in das alle Bereiche der Klinik involviert sind, wurde eine schlagkräftige Organisation mit Einbezug aller betroffenen Dienste entwickelt. Im Berichtsjahr standen für die dritte Akutstation Fr. 350 000.-- zur Verfügung. Damit konnte die Projektphase A mit der Detailplanung abgeschlossen werden. 12.4.6 Erneuerung der Telekommunikationseinrichtungen der Kantonalen Psychiatrischen Dienste Die entsprechende Baukreditvorlage der Bau- und Umweltschutzdirektion über Fr. 2 150 000.-- wurde am 12. März vom Regierungsrat an den Landrat überwiesen. An seiner Sitzung vom 20. Juni hat der Landrat die Vorlage verabschiedet. Die Realisierung des Projektes kommt gut voran und entspricht dem Zeitplan. Als Telefonvermittlungsanlage wurde die Beschaffung des Modells System Integral 33xE der Firma Robert Bosch AG, Zürich, beschlossen. 12.4.7 Informatikkonzept von KPD und KAL Mit Unterstützung eines ausgewiesenen externen Fachberaters und mit Einbezug aller wichtigen Anwender sind die Arbeiten der Informatikabteilung für eine umfassende Darstellung der heutigen Informatiksituation sowie deren zukünftiger Ausrichtung und Strategie weit vorangeschritten. Das Informatikkonzept soll eine klare Marschrichtung für die nächsten drei bis fünf Jahre in den Bereichen Anwendung, Technik, Datenlogistik, Organisation und Sicherheit vorgeben sowie deren Kosten- und Terminplanung beinhalten. Es wird Ende Januar 1997 fertiggestellt sein. 12.4.8 Sicherheitskonzept für KPD und KAL In Umsetzung des Sicherheitsleitbildes der Kantonalen Krankenanstalten vom 16. Februar 1987 hat sich die administrative Leitung entschlossen, auch für die KPD und das KAL ein eigenes Sicherheitskonzept zu entwickeln, das den spezifischen Risiken und Gefahren dieser Betriebe Rechnung trägt. Unter Beizug eines externen Spezialisten und in Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Liestal und der Betriebsfeuerwehr der Kantonalen Krankenanstalten ist eine Projektgruppe an der Arbeit. Ziel des Sicherheitskonzeptes ist einerseits eine Analyse der Bedrohungen aktiver und passiver Natur auf sämtlichen Gebieten inklusive des Personen-, Objekt-, Daten- und Umweltschutzes. Entsprechend dem Resultat der Analyse soll das Konzept andererseits Massnahmen definieren, welche die vorhandenen Risiken und Gefahren minimieren und die Sicherheit innerhalb von KPD und KAL verbessern. Offene organisatorische und personelle Fragen (Sicherheitsausschuss, Sicherheitsbeauftragter etc.) sollen durch das Konzept beantwortet werden. 12.4.9 Betrieb Wohnheim Windspiel Die Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Team des Wohnheims Windspiel haben ein gutes und erlebnisvolles Jahr hinter sich. Das Leitungsteam erarbeitete im Laufe des Jahres den Entwurf des Heimkonzeptes, welches die Situation des Wohnheims darstellt und Ziele setzt. Ausserdem wurde ein weiteres Führungsinstrument ausgearbeitet und mit gutem Anfangserfolg eingeführt: die ressourcenorientierte Standortbestimmung. Die Sanierung des Wohnheims beschäftigte das Windspiel-Team das ganze Jahr intensiv. Sitzungen, Besprechungen und Besichtigungen nahmen viel Zeit in Anspruch. Bei all den Zusammenkünften wurden immer wieder die Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner in den Mittelpunkt der Gedanken und Entscheidungen gestellt. Einen besonderen Wert für die Bewohnerinnen und Bewohner stellten die "Samstags-Rundgänge" dar, an denen sie etwa einmal pro Monat mit einem Mitarbeiter des Technischen Dienstes ihre neuen Wohnungen besichtigen konnten. Haftung und Versicherungsschutz von Bewohnerinnen und Bewohnern waren im laufenden Jahr für Verwaltung, Heimkommission und Heimleitung ein wichtiges Thema, welches auf das Jahresende befriedigend und im Sinne der Betroffenen abgeschlossen werden konnte. Zum ersten Mal absolvierte ein Zivildienstleistender seinen Dienst im Wohnheim Windspiel. Dieser einjährige Einsatz war für das Windspiel nicht nur gut und sinnvoll, sondern brachte auch sehr viel Entlastung für das Team. Es wurden zahlreiche Kurse des Bildungsclubs besucht. Folgende Angebote wurden genutzt: Yoga, Geschenke basteln, mit Freude kochen, Malen, Tanz und Bewegung, Französisch, spielerische Erfahrung mit allen Sinnen. Die Beschäftigung änderte ihre Bezeichnung um in "Förderstätte". Dieser Begriff soll deutlich machen, dass es um wesentlich mehr geht als Beschäftigen, nämlich um ein gezieltes und professionelles Fördern, aufbauend auf den Ressourcen der Bewohnerinnen und Bewohner zur Entwicklung ihrer Fähigkeiten und Autonomie. 12.4.10 Wohnheim Wägwiiser Ende Februar verliess die bisherige Stellvertreterin des Heimleiters wegen Schwangerschaft das Wohnheim. Die Nachfolgerin wurde eingearbeitet. Wie schon früher berichtet, zeigten sich bei der Heizung und Warmwasserversorgung Probleme. Planung und Realisierung zogen sich über viele Monate dahin, ehe der Umbau zur Zufriedenheit aller Beteiligten abgeschlossen werden konnte. |
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