97/40; Amtsbericht 1996; Teil 32
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| Regierungsrat / Verwaltung |
| 13 Kantonales Altersheim Liestal 13.1 Personelles 13.1.1 Personalmutationen Bei einem Anfangsbestand (1.1.) von 81 und einem Endbestand (31.12.) von 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (ohne Praktikumsstellen, Personen im Sozialstellenplan und an beschützenden Arbeitsplätzen) beziffert sich die Fluktuationsrate mit insgesamt drei Ein- und Austritten auf 1,9 %. Sie liegt damit um 8,2 % tiefer als im Vorjahr. 13.1.2 Aus-, Fort- und Weiterbildung Das KAL war 1996 eines der drei Alters- und Pflegeheime im Kanton, das für den Pilotkurs der Ausbildungsvariante A (Berufsschule für Pflege BL) Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen konnte. Die Auswertung gegen Ende des Jahres stellt dem KAL allgemein, und den beteiligten Abteilungen speziell ein sehr gutes Zeugnis aus. Um den laufend wachsenden und sich immer schneller verändernden Anforderungen gerecht zu werden, legt die Heimleitung Wert auf ein Fortbildungsprogramm, das spezifische Aspekte der Pflege umfasst, das aber auch in der Lage ist, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Unterstützung und Sicherheit zu geben, besonders in den Bereichen der Arbeitstechnik, der Bewältigung organisatorischer Aufgaben, Führungsfragen und der Schülerausbildung. Nebst oft kostspieligen externen Angeboten legt das KAL grossen Wert auf die Nutzung der internen Ressourcen und eine enge Zusammenarbeit mit der Leiterin NAB/KPK. 13.1.3 Besucherdienst und freiwillige Hilfe Das zunehmend positive Bild, welches die Öffentlichkeit vom KAL gewinnt, ist zu einem grossen Teil dafür mitverantwortlich, dass das Heim immer auf genügend freiwillige Hilfe zählen kann. Das Standbein dabei ist sicher der bereits in der Vergangenheit mehrfach lobend erwähnte Besucherdienst, welcher von verschiedenen Organisationen der Stadt Liestal getragen wird. Die Unterstützung seitens der Helferinnen geht weit über den eigentlichen Besucherdienst hinaus, steht dieser Dienst doch jeweils auch zur Verfügung, wenn es um die zusätzliche personelle Unterstützung bei Anlässen und Ausflügen geht. 13.1.4 Probelauf Arbeitszeitmodell KAL Seit 1. Januar 1995 führt das Personal einen Versuch mit flexibler Arbeitszeit durch. Der vorerst für ein Jahr vorgesehene Versuch wurde um ein Jahr verlängert und ist mit dem Ende der Berichtsperiode abgeschlossen. Im ersten Quartal 1997 wird ein umfassender Bericht erarbeitet. Anschliessend werden die zuständigen Instanzen definitiv über die Weiterführung dieses Arbeitszeitmodells entscheiden. 13.2 Leistungsausweis 13.2.1 Bettenbelegung und Betriebsrechnung Die Zahl der Pflegetage ging im Berichtsjahr gesamthaft um 520 zurück. Durch die Zunahme der Pflegebedürftigkeit der Bewohnerinnen und Bewohner sind die Erträge aus Pflegetaxen jedoch massiv angestiegen. Im Gegensatz zu den Aufwendungen, die - bedingt durch den Stellenstopp - relativ stabil blieben. Der Staatsbeitrag hat sich infolgedessen relevant verringert und beträgt heute pro Pflegetag noch Fr. 80.05
13.2.2 Qualitätssicherung Seit 1994 sind mögliche Arbeitsinstrumente der Qualitätssicherung in zwei Pilotversuchen mit Erfolg getestet worden. Mit den daraus resultierenden Erkenntnissen als Grundlage arbeiteten im Berichtsjahr alle drei Abteilungen. Sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren aufgefordert, im Rahmen von drei gezielten Umfragen, aus ihrer persönlichen Sichtweise den Ist-Zustand zu beschreiben. Der Umfragenkomplex bezog sich auf die Pflege (bewohnerbezogen), auf das eigene Abteilungsteam (Zusammenarbeit) und die erlebte Struktur und Organisation des KAL. Im Anschluss an die Auswertung wurden die Resultate mit allen Abteilungsteams eingehend besprochen. Sie dienen nun als Grundlage für die Zieldefinition und die Festlegung kurz-, mittel- und langfristiger Massnahmen im Bereich der Qualitätssicherung. 13.2.3 Aktivierungstherapie/Physiotherapie Eine äusserst beliebte Einrichtung stellt die Aktivierungstherapie im KAL dar. Die Zusammenarbeit mit den drei Abteilungen sorgt dafür, dass alle - auch schwerstpflegebedürftige Bewohnerinnen und Bewohner - regelmässig in den Genuss eines abwechslungsreichen Angebotes im Rahmen einer absoluten Freiwilligkeit kommen. Die Stelle Aktivierungstherapie muss trotz nach wie vor angespannter Situation vom Pflegedienststellenplanes abgedeckt werden. Unter ähnlichen Bedingungen ist die Physiotherapie im KAL ein fester Bestandteil des Behandlungsangebotes. Sie leistet einen wichtigen Beitrag an die Bestrebungen, den Bewohnerinnen und Bewohnern auch die körperliche Selbständigkeit so lange wie möglich zu erhalten oder mindestens die Beschwerden zu lindern. Die Physiotherapeutin stellt ihre Zeit immer wieder für die interne Schulung des Personals zur Verfügung. Eine sehr sinnvolle Investition, kann doch somit auch bei knappen personellen Ressourcen die gerade in diesem Bereich so wichtige Kontinuität einigermassen gewährleistet werden. 13.2.4 Aktivitäten und Veranstaltungen Das KAL war im Berichtsjahr in der glücklichen Lage, ein sehr vielfältiges Veranstaltungsprogramm in regelmässigen Abständen anbieten zu können. Vom Kinderchor über Dichterlesungen, Theatervorführungen und Konzerte aller Stilrichtungen bis hin zur Zaubershow und zum Diavortrag wird der Mehrzwecksaal häufig mehrmals wöchentlich in Anspruch genommen. Weiterhin werden auch regelmässig Ferienlager im Haus "Axenfels" in Morschach durchgeführt. 13.2.5 Das KAL als Ort der Begegnung Das positive Bild des KAL in der Öffentlichkeit hat auch mit dem "Pfrundstübli" zu tun, mit dem im Quartier ein Ort der Begegnung geschaffen wurde. Diese gelebte Offenheit des Hauses sorgt für manche Kontakte zwischen Aussenstehenden und Bewohnern und Bewohnerinnen. 13.3 Besonderes 13.3.1 Unternehmensleitbild Seit einem Jahr ist das Unternehmensleitbild in Kraft. Die Leitung stellt mit Freude fest: Es lebt! Das Personal hat trotz der grossen Belastung die Herausforderung der Umsetzung angenommen, das eigene Handeln wird überdacht und bewusst auf das Leitbild ausgerichtet. Die Betreuungsqualität und damit auch die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner ist gestiegen. Ein Leitbild, das gelebt wird, ist Orientierungshilfe, vermittelt Werte und grundlegende Ziele und ist Ausdruck der Unternehmensphilosophie. Das Personal kann sich so an einem verbindlichen Rahmen orientieren, und es ist bei der kollektiven Identitätssuche und Identitätsfindung wegweisend. Unersetzlich ist hier die Arbeit des Kaders, sie hat Vorbildcharakter. 13.3.2 Zusatzbericht zum Gutachten für eine Spitalplanung Basel-Landschaft betreffend Langzeitpflege und Rehabilitation Dieser Bericht der VSD sieht im Hinblick auf die per Ende 1997 zu veröffentlichende Spitalliste des Kantons Basel-Landschaft für das KAL die Umwandlung der 40 Spitalbetten vor. An ihrer Stelle sollen sogenannte Nischenangebote entwickelt werden. Deshalb wurde die Verwaltung beauftragt, ein Projekt vorzubereiten, welches den entsprechenden Bedarf abklärt. Ins Auge gefasst werden Angebote für jüngere Pflegebedürftige, sozial randständige Betagte, ältere Behinderte u.a.m. 14.1 Rechtssetzung Die vor vier Jahren lancierten neuen Ausbildungsbestimmungen des SRK beeinflusste die Arbeit der Schule im Berichtsjahr zentral. Die Umsetzung der Bestimmungen des SRK wurde in unserem Kanton durch das Projekt Pflege 2000 realisiert und führte 1996 zu konkreten Resultaten. Neben neuen Ausbildungsangeboten wurde der Auftrag der Schule neu definiert und durch die Dienstordnung rektifiziert. Der Name der Schule wurde geändert und gibt den direkten Auftrag der Schule konkret wieder. Die Schule für Spitalberufe heisst neu Berufsschule für Pflege. 14.2 Organisation Die Umsetzung der neuen Ausbildungsangebote tangierten alle Bereiche, die mit Ausbildungsfragen beschäftigt sind. Nicht nur von der Schule, sondern auch von der Praxis wurde eine Entwicklung gefordert, die 1996 konkretisiert werden musste. Diese Entwicklung bedeutet für die Schule, dass bestehende Ausbildungsangebote bis 1998 auslaufen und neue Angebote aufgebaut und in die Organisation eingebunden werden müssen. Weiter wird sich die Organisation Richtung Gesamtschule entwickeln. Die Aufgaben der pädagogischen Verantwortlichen, der Administration und der Leitung werden neu definiert und im Alltag umgesetzt. Das Gesamtangebot der Schule wurde nach regionalen Gesichtspunkten entwickelt und die Beratungsstelle gezielter in die Schule eingegliedert. Durch ein neues Werbekonzept wird das neue Angebot kommuniziert. 14.3 Personelles Das letzte Jahr hat verschiedene personelle Veränderungen mit sich gebracht. B. Weishaupt, Rektor und E. Früh, Leiterin der Beratungsstelle, wurden pensioniert. Beide haben die letzten Jahre der Schule intensiv geprägt. Für die geleistete Arbeit möchten wird beiden an dieser Stelle nochmals bestens danken. Durch die personelle Umstellung und durch die neuen Angebote wurden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schule ausserordentlich gefordert. Trotz den nicht immer optimalen Bedingungen wurde die Herausforderung mit grossem Engagement angegangen. Grosse Anstrengungen wurden unternommen, um die Besetzung der offenen Stellen zu gewährleisten. Es zeigte sich aber auch in diesem Jahr, dass es schwierig ist, pflegepädagogisch geschulte Berufsschullehrerinnen und Berufsschullehrer zu finden. Diese Situation verlangt von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern grosse Flexibilität und die Bereitschaft, zusätzliche Arbeiten zu übernehmen. 14.4 Leistungsausweis Die Berufsschule für Pflege konnte im Berichtsjahr die Billigung der neuen Programme zu den Diplomniveaus I und II realisieren. Damit haben die Lernenden die Garantie, nach der Ausbildung ein vom SRK registriertes Diplom zu erhalten. Weiter erhielten wir die Anerkennung des Passerelle-Programms, damit kann der Kanton Basel-Landschaft einen anerkannten Diplomabschluss Niveau I anbieten. Durch das neue Beratungs- und Werbekonzept und durch ein attraktives Angebot der Schule, konnte die Auslastung der Kurse mit qualifizierten Lernenden im Berichtsjahr verbessert werden. Zusammen mit den Ausbildungsinstitutionen wurde ein neues Konzept zur Umsetzung der Lernziele in der Praxis lanciert. Neu werden vermehrt auch die Bereiche Heim, Gemeindepflege und Kind in der Grundausbildung gewichtet. Die Ausbildungverantwortung der Praxis wird in diesem Konzept notwendig, was auch eine praxisorientiertere Ausbildung ermöglicht. Neue Formen der Begleitung in der Praxis wurden eingeführt oder sind lanciert. Statistiken 14.4.1 Interessentinnen und Interessenten Insgesamt wurden 817 Beratungen und Anfragen durch die Beratungsstelle vollzogen oder beantwortet. Berufswünsche: Diplompflegeberufe 66 %* Pflegeassistenz 12 %* Diverse Berufe im Gesundheitswesen 22 %* Erfasste Daten von Interessentinnen und Interessenten nach Wohnkanton: BL 69 %* BS 16 %* diverse Kantone 15 %* Organisierte Schnupperlehren 117* * Die Statistik der Interessentinnen und Interessenten bezieht sich auf das 2. Halbjahr 1996 (Neukonzeption der Beratungsstelle) 14.4.2 Selektion * Die Vorabklärungen beziehen sich auf ein halbes Jahr
14.4.3 Lernende
14.4.4 Ausbildungsabschlüsse Diplome bzw. Fähigkeitsausweise des SRK konnten abgegeben werden:
14.5 Besonderes 14.5.1 Entwicklung der Ausbildungsprogramme Die Entwicklung der neuen Ausbildungen ist noch nicht abgeschlossen. Verschiedene Aspekte sind noch zu differenzieren oder konkreter auszuarbeiten. Im weiteren müssen wir auch die Ausbildungsqualität der auslaufenden Ausbildungen gewährleisten. Zudem muss eine Basis vermittelt werden, um den Lernenden nach der Grundausbildung eine Integration im neuen System zu ermöglichen. 14.5.2 Ausbildungsstationen Bis ins Jahr 2000 werden zunehmend neue oder bestehende Ausbildungsinstitutionen in das neue System integriert. Entsprechend ist diese Arbeit für Schule und Praxis intensiviert worden und bedeutet einen grösseren Mehraufwand auf beiden Seiten. 14.5.3 Fort- und Weiterbildung Die Fort- und Weiterbildung wurde durch die knappen personellen Ressourcen und den grösseren Zeitaufwand für Entwicklungsarbeiten im direkten Sinne etwas vernachlässigt. Vermehrt wurde durch Einbezug von externen Beratungen die direkte Umsetzungshilfe angeboten. 14.5.4 Passerelle-Programm FA SRK > Diplomniveau I Das Passerelle-Programm ist ein Angebot der Schule, das Pflegerinnen und Pflegern mit Fähigkeitsausweis die Möglichkeit bietet, einen Diplomabschluss Niveau I zu absolvieren. Die Zusammenarbeit mit der Praxis ist in diesem System unumgänglich. Beide, Schule wie Arbeitgeber der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, mussten in diesem System Pionierarbeit leisten. Bisher wurden 4 Kurse bewilligt. Nächstes Jahr muss wieder neu entschieden werden, ob dieses Angebot von der Schule aufrecht erhalten werden soll und kann. |
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