97/40; Amtsbericht 1996; Teil 65
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| 4 Schulpsychologischer Dienst (SPD) 4.1 Materielles Neben den statistisch erfassten Interventionen für einzelne Schülerinnen und Schüler waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Schulen für verschiedenste Einsätze tätig. Dazu gehörten schulinterne Projekte und Fortbildungen, Schulentwicklungsprojekte, Konzeptarbeiten für Integrative Schulformen und Fördergruppen, schulpsychologische Sprechstunden, Klassenbesuche etc. In den Umkreis Schule gehörten auch verschiedene Referate, Informationsveranstaltungen und Kooperation mit verwaltungsin- und externen Fachstellen. Die kantonsweite Zahl der Anmeldungen einzelner Schülerinnen und Schüler lag bei 2'063 (1'926). Im Laufental waren es 162 (147) Anmeldungen. Die Laufentaler Zahlen sind in den folgenden Angaben nicht mitenthalten. Die teilweise noch Bernischen Schulverhältnisse erlauben noch keine Integration in die Gesamtstatistik. Wieder ca. 3:2 betrug das Geschlechtsverhältnis zwischen angemeldeten Schülern und Schülerinnen. Am häufigsten meldeten Lehrkräfte, Therapeutinnen und Kindergärtnerinnen (in dieser Reihenfolge) Schülerinnen oder Schüler für eine Beratung an. Bekanntlich kann dies nur mit Einverständnis der Erziehungsverantwortlichen geschehen. 1'590 (1'483), also mehr als 4/5 aller Einzelfall -Anmeldungen stammten aus der Primarschule. Dazu gehörten auch die 343 (298) Anmeldungen aus Kindergärten, zur Mehrheit für eine Abklärung und Beratung hinsichtlich der Einschulung. Die übrigen der gemeldeten Schülerinnen oder Schüler kamen aus der Oberstufe oder aus einer nachobligatorischen Schule. In der Primarstufe erreichte wie gewöhnlich die 3. Klasse eine relative Spitze mit 331 (294) Anmeldungen. In der Oberstufe verminderten sich die Anmeldungen mit wachsendem Alter und erreichten aus der nachobligatorischen Schulzeit noch 33 (42) Beratungsfälle. Die Häufigkeiten der eingeleiteten Massnahmen geben grob Auskunft über die Thematik der schulpsychologischen Beratungen. Die Rangreihe entsprach wieder der des Vorjahres. Die pädagogisch-therapeutischen Massnahmen für einzelne Schülerinnen oder Schüler standen mit 617 (648) im Vordergrund. Dabei handelte es sich um Legasthenie- oder um Dyskalkulietherapien. Nicht eingeschlossen sind hier die Fördergruppen, die unten separat erwähnt werden. 294 (281) Anmeldungen suchten eine Einschulungsberatung im Zusammenhang mit fraglicher Schulreife, Eintritt in EK, vorzeitige Einschulung etc. 266 (216) mal wurden nach entsprechenden Abklärungen für Schülerinnen oder Schüler Übertritte in Kleinklassen (exkl. EK) beantragt. Und bei 164 (176) Anmeldungen führten die Beratungen zu Klassenübertritt oder Repetition. In 426 (373) Fällen wurde die angemeldete Frage- oder Problemlage durch den SPD abgeklärt und ohne Antrag auf eine spezielle Massnahme beraten. In 62 (72) Situationen wurden die Betroffenen länger und intensiver schulpsychologisch betreut. Schliesslich erfolgte in 137 (113) Fällen eine Überweisung an andere Stellen oder an spezifische Fachleute der Medizin, Psychiatrie, Logopädie etc. zur Abklärung und Behandlung. 4.2 Spezielles Die Zahl der Fördergruppen stiegen auf 171 (135), das Laufental eingeschlossen. Damit kamen 535 (415) Kinder der Unter- und Mittelstufe in den Genuss von speziellen Förderbemühungen. Diese Fördergruppen arbeiten im Schulhaus und umfassen in der Regel 2 bis 4 Kinder derselben Schulklasse. Der Bericht einer Arbeitsgruppe von Legasthenielehrerinnen, der im Sommer erschien, wies eine gute Akzeptanz der Massnahme bei allen Beteiligten, bei Lehrkräften, Therapeutinnen, Eltern und bei den Kindern nach. Sie hielten Fördergruppen auch in der grossen Mehrheit der Aussagen für wirksam im Sinne der Verbesserung der Schulleistungen und des Selbstbewusstseins der Kinder, auch wenn sie nicht in jedem einzelnen Fall die Einzeltherapie ersetzen kann. Mit der Entwicklung von Individualisierungsbemühungen im schulischen Unterricht werden individuelle Motivations- und Begabungslagen deutlicher. In diesem Zusammenhang sind wohl die Diskussionen um und Forderungen nach Optimierung und Flexibilisierung schulischer Angebote für hochbegabte Schülerinnen und Schüler zu verstehen. Die Schulpsychologie wird diese Fragen im Auge behalten. |
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