97/40; Amtsbericht 1996; Teil 78
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| Regierungsrat / Verwaltung |
| 15 Haupttabteilung Kulturelles 15.1 Kulturpolitische Massnahmen Das Jahr stand im Zeichen der Umsetzung der im "Bericht (1990-1994) und Perspektiven (1995 - 2000) zur zeitgenössischen Kunst- und Kulturförderung" festgehaltenen Zielsetzungen. Schwerpunkte waren: die Vorbereitungen zum Kulturvertrag mit Basel-Stadt, Vorarbeiten zu einer Reform der Literaturförderung, je ein Modell zur neuen Musikfestivalförderung und der Unterstützung von Kunstausstellungsprojekten und -installationen sowie die Neuordnung der Verwaltung der basellandschaftlichen Kunstsammlung. Im Juni entschied sich der Regierungsrat für einen neuen Weg und verabschiedete die Bereitstellung einer Kulturvertragspauschale von 1% aus dem Steuerertrag der natürlichen Personen. Aus dem Steuerertrag von knapp Fr. 7 Mio. sollten ab 1.1.1997 alle kulturellen Institutionen in Basel mit einem regionalen Angebot finanziert werden. Die Eckwerte wurden in einem Entwurf zu einem Kulturvertrag auf der Basis eines Staatsvertrags mit dem Kanton Basel-Stadt der Oeffentlichkeit vorgestellt. Der Entwurf wurde in den Medien und in der Oeffentlichkeit als wegweisend für die Kulturpartnerschaft dargestellt. Die Verhandlungen mit den Basler Behörden konnten bis Ende Jahr nicht abgeschlossen werden. Der Vertrag soll im Frühling von den beiden Basler Parlamenten genehmigt und rückwirkend auf den 1. Januar 1997 in Kraft gesetzt werden. Subventionen Es wurden die Vorarbeiten für die neuen Subventionsverträge mit den Baselbieter Kulturveranstaltern in Arbeit genommen. Die meisten von ihnen bekommen ab 1997 einen Subventionsvertrag mit einer Laufzeit von 3 Jahren. Alle Subventionsverhältnisse wurden auf der Basis der bisherigen Beiträge erneuert. Mit den Kulturveranstaltern in Basel-Stadt wurden keine Verhandlungen zur Erneuerung ihrer Verträge geführt, weil sie ab 1997 Beiträge aus dem Kulturvertrag mit Basel-Stadt erhalten sollen. Gemeinden und Veranstalter in der Region Der Kontakt mit den Gemeinden und Baselbieter Veranstaltern wurde fortgeführt. Verschiedene Veranstalter und Produzenten in der Region haben die Vorbereitungen zum Jubiläumsjahr 1998 aufgenommen. Kommunikation und Information Es erschienen 4 Ausgaben der Info-Gazette "Kulturelles". Die Auflage konnte um 400 Exemplare gesteigert werden. Schwerpunktberichte waren Interviews zu aktuellen kulturpolitischen Fragestellungen: contrat culturel, Festivalpolitik, Tanzförderung. Kooperation mit Basel-Stadt Unter Ausklammerung der Fragestellung um die basellandschaftliche Abgeltung der kulturellen Zentrumsleistungen in Basel-Stadt darf man heute von einer erfolgreichen und effizienten Kulturkooperation sprechen. Dies gilt vor allem für die Projektförderung in den beiden Fachausschüssen Theater & Tanz sowie Film, Video und Fotografie. Oberrheinkonferenz Die Arbeitsgruppe Kultur der Oberrheinkonferenz, die weiterhin unter basellandschaftlichem Präsidium steht, startete zur Planung und Realisierierung der im neuen Aktionsprogramm vorgesehenen Projekte: Museumspass am Oberrhein, Kunstpreis in der Sparte Film, Video und Fotografie, Kultur-Informationssystem. Austauschprogramme/Auslandkontakte Das Austauschprogramm "Internationale Austauschateliers der Region Basel" (IAAB) - mit Stützpunkten in Arlesheim und Liestal - wurde fortgesetzt, mit Gästen aus Meiningen, Australien, U.S.A. und Kanada. Eine für 1996 vorgesehene Reform der Trägerschaft IAAB musste auf nächstes Jahr verschoben werden. Für kulturelle Austauschprojekte im Ausland wurden im Berichtsjahr Fr. 73'998.-- ausgegeben. Projekt Kulturstadt Europa BASEL 2001 Ende Jahr konnte die aus Vertretern der EKD und des ED BS zusammengesetzte Projektleitung BASEL 2001 auf eine Reihe von stark beachteten Aktivitäten zurückschauen. Dank eines Kredits der beiden Regierungen BS und BL wurden in Zusammenarbeit mit Bundesstellen und der Schweizer Mission in Brüssel diplomatische Demarchen in Oesterreich, Deutschland, Luxemburg, Dänemark, Finnland und Frankreich lanciert. Sie wurden flankiert von Informationsaktionen in der Region unter dem Titel ESPACE sowie einer grösseren Anzahl von Symposien, Forumsveranstaltungen, Präsentationen über die kultur- und regionalpolitische Dimension der Bewerbung. Die Kontakte zu potentiellen Partner/innen im nahen Ausland (= Elsass, Südbaden) konnten ausgebaut werden. Regelmässige Bulletins an einen erweiterten Interessentenkreis informierten über den Stand der Entwicklung. Fazit I: Das regional konzipierte Projekt stösst in der EU auf starkes Interesse. Die Behörden der EU stehen im ständigen Kontakt mit der Projektleitung. Die Chancen sind intakt, auch wenn der Entscheidungstermin für die Vergabung nach wie vor unbekannt ist. Nach wie vor ist die Bewerbung BASEL 2001 die einzige offizielle Eingabe. Im Gespräch sind Genua, Lille, Riga und Barcelona; konkrete Angaben fehlen. Fazit II: In der Region kann nach wie vor nicht von einer Bewegung für BASEL 2001 geprochen werden; dies trotz zahlreicher Demarchen und Aktionen auf unterschiedlichsten Ebenen. Festzustellen ist ein deutlich qualifizierterer Informationsstand der involvierten Kreise, der öffentliche Diskussionsprozess ist im Gang, die negative Stimmung gegen das Projekt scheint zugunsten einer nach wie vor skeptischen aber doch interessierten Anteilnahme gewichen. Zum Ausdruck kommt dies durch Eingang von Projektskizzen und Programmvorschlägen sowie am Interesse von Partnern aus der Wirtschaft und von Sponsoren. Fazit III: Dank der Fortsetzung des Bewerbungsverfahrens hat sich das öffentliche kulturpolitische Interesse verbessert. Ablesbar ist dies an der Berichterstattung in den Medien und an den Begleitdiskussionen im Umfeld von BASEL 2001. 15.2 Infrastrukturelle Massnahmen Die Infrastrukturpolitik gilt gemäss Kulturförderungskonzept als prioritärer Förderbereich. In Zeiten knapper Mittel und angesichts der besonderen Produktions- und Veranstaltersituation im Baselbiet machen sich Investitionen in und die Betreuung von Infrastrukturen in mehrfacher Hinsicht bezahlt. Für Raum- und Infrastrukturmassnahmen wurden Fr. 330'000.-- ausgegeben. 15.3 Kulturanimation und Eigenproduktionen 1996 stand im Zeichen der Vorbereitung von Projekten und Co-Produktionen für 1997/98. Im Zeichen der Intensivierung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit konnte die erfolgreiche literarische Programmreihe "Wintergäste im Ebenrain" ihre Aktivitäten nach Lörrach tragen. In Zusammenarbeit mit der städtischen Kulturabteilung wird das Programm auch in Lörrach gezeigt. Das Medienecho war stark, und der Publikumserfolg gross. Die Zusammenarbeit soll ausgebaut werden. Die Erziehungs- und Kulturdirektion realisierte die bewährten Programmreihen Landkino in Liestal, Ebenrainkonzerte in Sissach und die Konzerte in Waldenburg . Die Akzeptanz der Programmreihen ist ungebrochen; das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Mit dem Festival "Welt in Basel" konnte ein weit über die Region strahlendes Projekt - Theaterfestival und Themenwoche für die Schülerschaft der Region - erfolgreich realisiert werden. Im Januar gastierte auf Einladung der EKD und in Zusammenarbeit mit dem Theater Basel das Théâtre Populaire Romand aus La Chaux-de-Fonds für die Baselbieter Schulen und das öffentliche Publikum. Die Vorstellungen waren gut besucht. Kulturelles in Schulen Die speziellen Programme für die Schulen sowie die permanenten Angebote in den Bereichen Theater, Literatur und Kunst wurden stark frequentiert. Die Zahl der unterstützten Schulprojekte hat weiterhin zugenommen. Die Gesamtkosten belaufen sich netto auf Fr. 121'435.-- 15.4 Schwerpunkte und Förderpraxis in den einzelnen Kunst- und Kultursparten Kulturrat Der Kulturrat traf sich zu 3 Sitzungen. Haupttraktandum war die Diskussion und die Verabschiedung von neuen Förderkriterien in den Bereichen Musik und Kunst. Kulturpreise und Förderbeiträge Auf Antrag des Kulturrats und seiner Fachgruppen zeichnete der Regierungsrat den Kameramann Pio Corradi mit dem Baselbieter Kulturpreis 1996 aus. Einen Spartenpreis für Musik erhielt der Perkussionist Fritz Hauser und für Literatur die Redaktion der Literaturzeitschrift drehpunkt . Förderbeiträge erhielten in der Sparte Theater der Regisseur Christoph Frick und in der Sparte Tanz die Choreografin Sonja Carioni. Der Kulturrat vergab das Künstleratelier Carl Spitteler in der Cité Internationale des Arts in Paris für einen sechsmonatigen Aufenthalt an Erik Steinbrecher im 1. Halbjahr 1997 und Simona Deflorin im 2. Halbjahr 1997. Fachgruppe Kulturprojekte Die Fachgruppe Kulturprojekte traf sich zu 4 Sitzungen. Haupttraktanden waren die Mitarbeit am Entwicklungsprozess für die Bewerbung BASEL 2001, Ueberlegungen zu einem contrat culturel und die Herausgabe von vier Info-Gazetten. Bildende Kunst Die Fachgruppe Bildende Kunst hielt 21 (20) Sitzungen (Kommissions-Sitzungen, Augenscheine und Ankaufssitzungen) ab. Ankäufe aus dem Kunstkredit: An 9 Ankaufssitzungen erwarb die Fachgruppe Bildende Kunst Werke von insgesamt Fr. 180'150.--. Druckkostenbeiträge an Kunstkataloge: Es konnten 10 (12) Kataloge im Gesamtbetrag von Fr. 42'000.-- (Fr. 40'500.--) unterstützt werden. Kunst am Bau-Projekte: Die FG Bildende Kunst betreute die Jurierung von drei aufwendigen Kunst am Bau-Projekten im Rahmen von öffentlichen Wettbewerben: Kunstprojekt Erweiterungsbau Kantonsspital Liestal, "Windspiel" in Liestal und Wohnheim Opalinus in Gelterkinden. Literatur Die Fachgruppe Literatur hielt 5 (5) ordentliche Kommissions-Sitzungen ab. Projekte, Werk-/Druckkostenbeiträge: Es konnten 10 (7) Projekte mit einem Betrag von Fr. 53'870.-- (Fr. 65'800.--) unterstützt werden. Die Realisierung des Projektes "Hörspiel 2000" in Zusammenarbeit mit der Stiftung Radio Basel und der Literaturkreditkommission Basel-Stadt wurde abgeschlossen. Schriftstellerlesungen: Es wurden im Berichtsjahr 24 (22) öffentliche Schriftsteller-Lesungen bzw. Programme mit insgesamt Fr. 15'655.-- unterstützt. Musik Die Fachgruppe Musik hatte sich mit allen Bereichen des Musiklebens der Region zu beschäftigen. Sie traf sich zu 6 (5) halbtägigen Sitzungen und drei ausserordentlichen Jurysitzungen. Im Bereich Musik konnten 47 (51) Projekte und Veranstaltungen mit einem Gesamtbetrag von Fr. 619'634.-- (Fr. 866'969.--) bewilligt werden. 8 (10) Projekte für Neuinstrumentierungen/-uniformierungen von Musikvereinen konnten mit insgesamt Fr. 75'000.-- (Fr. 115'000.--) unterstützt werden. Theater und Tanz Die Fachgruppe Theater und Tanz traf sich zu 2 (3) Sitzungen, an denen grundsätzliche Fragen aus den Bereichen Theater und Tanz und Gesuche von Veranstaltern und Laienensembles zur Sprache kamen. Zudem wurden die Eingaben für die Förderbeiträge 1996 in den Bereichen Tanz und Theater zuhanden des Kulturrats juriert. Im Bereich Theater und Tanz konnten 19 (11) Projekte, Gastspiele, Tourneen und Festivals von (Laien)ensembles, Veranstaltern der Region mit insgesamt Fr. 602'602.-- (Fr. 175'917.--) unterstützt werden. Die Hauptaufgabe in der Tanz und Theaterförderung oblag den fünf BL Vertretern/innen im Fachausschuss Tanz und Theater BS/BL. Der Fachausschuss traf sich zu 9 (9) Sitzungen. Es wurden 25 (23) regionale Projekte mit Produktionsbeiträgen unterstützt. Gesamtkosten: Fr. 800'000.-- (Fr. 730'000.--). Der BL-Anteil betrug Fr. 435'000.-- (Fr. 400'000.--). Film, Video und Fotografie Die Filmkommission setzte sich an 1 Sitzung mit der Entwicklung des "Landkinos" und einigen Gesuchen zur allgemeinen Filmförderung auseinander. Ein Ausschuss nahm regelmässig an den Filmfreigabevisionierungen in Basel teil. Im Bereich Film, Video und Fotografie konnten 5 (7) Programme, Projekte, Festivals und Beiträge an Institutionen mit insgesamt Fr. 80'547.-- (Fr. 90'681.--) unterstützt werden. Die Hauptaufgabe oblag den vier BL Vertretern/innen im Fachausschuss Film, Video und Fotografie BS/BL. Der Fachausschuss traf sich zu 9 (8) Sitzungen. Projektbeiträge: Es konnten 27 (26) Projekte aus allen Sparten mit einem Betrag von Fr. 387'900.-- (Fr. 390'430.-) unterstützt werden. Der BL-Anteil betrug 193'950.-- (Fr. 195'215.--). 15.5 Statistik der Subventionen und Gesuche Uebersicht der Geschäfte, Subventionen, Projekte und Beitragsgesuche:
Die etwas tiefer liegende Gesuchszahl sowie die deutlich geringeren Subventionen haben mit der Tatsache zu tun, dass der Kulturvertrag mit Basel-Stadt 1996 nicht realisiert worden ist. An die Stiftung Basler Orchester wurde keine Subvention ausbezahlt, an das Theater Basel nur ein Beitrag an die zweite Spielzeithälfte 1995/96. Aus den ordentlichen Budgetmitteln konnten 206 (223) Projekte, Geschäfte und Gesuche im Gesamtbetrage von Fr. 1'690'012.-- (Fr. 1'697'093.--) bestritten werden. Aus Mitteln des Lotteriefonds konnten auf Antrag der EKD 55 (55) Projekte und einzelne Gesuche mit insgesamt Fr. 1'453'940.-- (Fr. 1'457'267.--) bewilligt werden. 1996 verfügten 16 (15) Veranstalter/Produzenten aus dem Baselbiet mit einem Gesamtbetrag von Fr. 561'140.-- (Fr. 540'000.--) und 10 (11) Veranstalter/Produzenten aus Basel-Stadt mit einem Gesamtbetrag von Fr. 1'270'000.--(Fr. 3'420'000.-- ) über Subventionsverträge. Total für Gesuche, Projekte, Geschäfte und Subventionen (aus Budget und Lotteriefonds): Fr. 4'975'092.-- (Fr. 7'114'360--). |
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