Änderungen des Hardwasser-Gründungsvertrages

1. Zusammenfassung


Die Hardwasser AG beliefert seit 1956 die Stadt Basel und einige basellandschaftliche Gemeinden mit Trinkwasser. Neben den regelmässigen Bezugsgemeinden (Basel, Allschwil, Binningen und Birsfelden) beziehen weitere Gemeinden und Wasserwerke nur sporadisch Wasser (in Notzeiten und für Probeläufe). Weil das Hardwasserwerk gemäss heutigem Vertrag ausschliesslich über die gelieferten Wassermengen finanziert wird, werden die Bereitstellungskosten für die sporadischen Bezüge von den Gemeinden mit regelmässigem Bezug finanziert. Mit der Einführung eines Leistungspreises für das Wasserbezugsrecht soll diese Ungerechtigkeit eliminiert werden. Die Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt haben vereinbart, den Hardwasser-Gründungsvertrag so zu ändern, dass ab 1. Januar 2001 für die Finanzierung ein Doppeltarif mit Arbeitspreis (pro m 3 Wasser) und Leistungspreis (pro m 3 Bezugsrecht) gilt. Daneben wurden einige weitere Anpassungen vorgenommen. Die vereinbarten Vertragsänderungen bedürfen zu ihrer Gültigkeit der Genehmigung durch den basellandschaftlichen Landrat und den baselstädtischen Grossen Rat.




2 . Gründungsgeschichte der Hardwasser AG


Die Gründung des Trinkwasserwerkes Hardwasser AG basiert auf einem Staatsvertrag (Grüdungsvertrag) vom 26. November 1954 zwischen den Kantonen Basel-Landschaft (BL) und Basel-Stadt (BS). Der Landrat sanktionierte diese Beteiligung am 4. Juli 1955 im Rahmen eines Gesetzes "über die Wasserversorgung der basellandschaftlichen Gemeinden und die Beteiligung des Kantons BL an der Hardwasser AG", das in der Volksabstimmung vom 11. September 1955 angenommen wurde. Am 19. Dezember 1955 folgte dann die Gründung der Gesellschaft unter der Firma "Hardwasser AG" mit Sitz in Muttenz. Das Aktienkapital wurde auf 5 Millionen Franken festgesetzt und zu je 50 % von den beiden Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt gezeichnet; je 10 % des Aktienkapitals wurden in der Folge den interessierten Baselbieter Gemeinden bzw. der Bürgergemeinde der Stadt Basel als Grundeigentümerin des Hardwaldes zur Verfügung gestellt.


Unmittelbarer Anlass für die Erstellung des Werkes in der Hard war ein starker Anstieg des Wasserverbrauches im Kanton BS in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg. Unser Nachbarkanton sah sich gezwungen, mittels eigener und fremder Anlagen kurzfristig ein Maximum an verfügbarem Trinkwasser sicherzustellen und war deshalb daran interessiert, das Trinkwassergewinnungswerk im Hardwald möglichst rasch zu realisieren und zu nutzen. Der Kanton BL hatte zu diesem Zeitpunkt mit Ausnahme der Versorgung von Binningen keinen Bedarf für neue Wasserbeschaffungsanlagen, zeigte sich aber als Standortkanton bereit, mit seinem partnerschaftlichen Engagement eine rasche Realisierung des Werkes zu unterstützen.


Unter diesen Rahmenbedingungen wurde 1954 der Hardwasservertrag zwischen den beiden Kantonen ausgehandelt. BS verpflichtete sich, das Wasserwerk in der Hard als Grundlastwerk zu betrachten und jährlich mindestens 13 Millionen m 3 Wasser zu beziehen. Dem Kanton BL bzw. den basellandschaftlichen Gemeinden diente das Hardwasserwerk vornehmlich als Spitzenwerk ohne Verpflichtung zu einem Wasserbezug. Bei der Gründung des Werkes war der Kanton BS daran interessiert, einen möglichst grossen Teil der Kapazität zu nutzen, weshalb sich der Kanton BL verpflichtete, anstatt Hardwasser zu beziehen zuerst die vorhandenen natürlichen Grundwasservorkommen zu erschliessen. Diesem Nutzungskonzept wurde bis 1994 nachgelebt. BS bezog rund 80 % der Hardwasser-Fördermengen und trug zu ebenfalls rund 80 % die Kosten, da ein reiner Mengenpreis (pro m 3 bezogenem Wasser) vereinbart wurde.




3 . Bau und Betrieb des Hardwasserwerkes


Mit den Bauarbeiten wurde im Frühjahr 1956 begonnen, und bereits im Herbst des gleichen Jahres konnte Wasser nach Basel geliefert werden. Nach sieben Jahren war die erste Ausbaustufe mit einer maximalen Leistung von 100'000 m 3 /Tag abgeschlossen, und im Juni 1963 fand die offizielle Einweihung statt. Der laufend steigende Wasserbedarf in der Region gab schon bald Anlass, die Arbeiten für die zweite Ausbaustufe in Angriff zu nehmen. Diese wurde im Jahr 1977 abgeschlossen und ermöglicht eine maximale Tagesleistung von rund 140'000 m 3 .


Das Betriebsziel der Hardwasser AG ist, einwandfreies Trinkwasser in genügender Menge für die Stadt Basel und deren Umgebung bereit zu stellen. Da die natürlichen Grundwasservorkommen dafür viel zu gering sind, wird vorgereinigtes Rheinwasser in den Hardwald geleitet, dort versickert und später mit Grundwasserbrunnen als Trinkwasser zu Tage gepumpt.


Fortsetzung


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