Bewilligung Verpflichtungskredite für Ausbau ARA Wintersingen und Liedertswil

3.5 Geprüfte Varianten


3.5.1 Ableitung/Abwasserreinigung vor Ort


Wintersingen


Zum Vergleich Ableitung/Abwasserreinigung vor Ort kann die kürzlich ausgebaute, praktisch gleich grosse ARA Maisprach herangezogen werden. Bei dieser Anlage wurde im Planungsstadium auf Basis von Offerten der Gemeinde Magden und der ARA Rheinfelden ein Kostenvergleich zwischen Ausbau der ARA und Ableitung des Abwassers erstellt. Die Variante Ausbau der ARA vor Ort war wesentlich günstiger. Da der für die Ableitungsvariante nötige Verbindungskanal Wintersingen - Magden noch länger würde, als der betrachtete Verbindungskanal Maisprach - Magden, gilt das Ergebnis von Maisprach auch für Wintersingen. Im Weiteren ist die Variante Ausbau der ARA vor Ort wegen der Restwassermenge des Baches auch die ökologisch bessere Variante.




Liedertswil


Die Varianten Ableitung nach der ARA Frenke 2, Niederdorf, und Sanierung und Ausbau der Anlage vor Ort wurden in einer Studie einander gegenüber gestellt. Die Variante Ableitung bedingt einen ca. 1 800 m langen Schmutzwasserkanal nach Oberdorf und eine Mischwasserbehandlung vor Ort. Dieser Kanal würde z.T. durch eine Grundwasserschutzzone führen, was zu besonderen Massnahmen bei der Ausführung führen würde.


Der Kostenvergleich ist in Abbildung 8 dargestellt und fällt klar zu Gunsten Sanierung und Ausbau der ARA vor Ort aus.


Abb. 8 Kostenvergleich Ableitung versus Sanierung und Ausbau der ARA Liedertswil




3.5.2 Ausführungsvarianten


Die bisher ausgebauten lokalen ARA's Titterten, Bennwil, Bretzwil, Häfelfingen, Arxhof, Hemmiken, Rünenberg Nord, Wenslingen, Buus, Lampenberg, Arboldswil, Hersberg und Maisprach sowie die neu erstellte ARA Burg (Abb. 9) erreichen einen hohen Qualitätsstandard in Bezug auf Leistung, Funktionssicherheit, Bedienungsfreundlichkeit und Langlebigkeit.



Abb. 9 ARA Burg


Wie in der Vorlage an den Landrat für den Neubau der Abwasserreinigungsanlagen in den Gemeinden Maisprach und Hersberg aufgezeigt, wurde für diese beiden ARAs eine Anzahl technischer Verfahren und Ausführungsvarianten geprüft.


Das Ergebnis des damaligen Variantenvergleichs gilt auch für die ARAs Wintersingen und Liedertswil: das bis heute bei den lokalen ARAs angewandte Belebtschlammverfahren ist kostengünstig und betriebssicher.


Im Weiteren wurde in einer Machbarkeitsstudie die Möglichkeit des Baues einer Pflanzenkläranlage in Wintersingen geprüft. Eine Pflanzenkläranlage hätte gegenüber einer technischen Anlage v.a. den Vorteil eines geringeren Energieverbrauchs. Dem gegenüber stehen bei der technischen Anlage v.a. die Vorteile eines kleineren Flächenbedarfs des robusten Betriebs und der grossen und positiven Betriebserfahrung im Vordergrund.


Eine Pflanzenkläranlage führt in Wintersingen vor allem aufgrund des Mischsystems zu extrem grossflächigen Filterbeeten (ca. 4 000 m2, siehe Beilage) und dadurch zu hohen Investitionskosten. Ein weiterer Grund für die hohen Investitionskosten ist der Umstand, dass die den Filterbeeten vorgeschaltete mechanische Reinigung immerhin ungefähr der Hälfte des Bauvolumens der im Vergleich stehenden gesamten Belebtschlammanlage entspricht.


Abbildung 10 zeigt, dass eine Pflanzenkläranlage vor allem aus Kostengründen in Wintersingen nicht in Frage kommt.


Abb. 10 Kostenvergleich Pflanzenkläranlage/Belebtschlammanlage


Es ist ersichtlich, dass der Bau einer Pflanzenkläranlage dieser Grösse zu ca. 30% höheren Investitionskosten und zu ca. 20 % höheren Jahreskosten als eine Belebtschlammanlage führen würde.


In Liedertswil kommt eine Pflanzenkläranlage aufgrund der Topografie und der beschränkten Platzverhältnisse zum vornherein nicht in Frage.


Aus obigen Erwägungen kommt die Bau- und Umweltschutzdirektion zum Schluss, das bewährte Belebtschlammverfahren für die beiden ARAs Wintersingen und Liedertswil beizubehalten.




3.5.3 Massnahmen am Vorfluter


Der Wintersinger- und der Weigistbach sind im Bereich der beiden ARAs in einem relativ natürlichen Zustand. Revitalisierungsmassnahmen stehen daher bei beiden Bächen nicht zur Diskussion.


Fortsetzung


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