Verkehrsunfallstatistik 2003 der Polizei Basel-Landschaft
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Unfallstatistik in "neuer Form"
Die vorliegende Unfallstatistik präsentiert sich in einer neuen, komplett überarbeiteten Form. Die Statistik basiert auf dem Standard der Schweizer Norm 640 007 der Vereinigung der Schweizerischen Strassenfachleute (VSS). Diese neue Form, v.a. der massiv ausgebaute inhaltliche Teil, erlaubt einen Vergleich der wesentlichen Unfallarten und -zahlen der vergangenen 10 Jahre. Dies ermöglicht eine einfache und rasche Darstellung von Tendenzen und Entwicklungen. Die neue thematische Gliederung der einzelnen Kapitel erleichtert den Überblick und die Suche nach bestimmten Kennzahlen. Gleichzeitig wurde der Informationsgehalt der Statistik beträchtlich erweitert, was eine nachträgliche Analyse und Auswertung erheblich erleichtert.
Wir sind überzeugt, mit der vorliegenden, neuen "Verkehrsunfallstatistik 2003 Kanton Basel-Landschaft" im Bereich der Unfallanalyse einen wichtigen Schritt nach vorne realisiert zu haben.
Überblick Unfallzahlen
Rückblickend kann die Verkehrssicherheitslage des Jahres 2003 im Kanton Basel-Landschaft als erfreulich und stabil bezeichnet werden. So hat die Anzahl der Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr von 1560 auf 1540 (- 1 %) leicht abgenommen. Im gleichen Rahmen hat jedoch die Zahl der verunfallten Personen von 837 auf 946 (+ 13 %) zugenommen. Besonders bedauerlich ist die starke Zunahme der Todesfälle von 9 auf 17 (+ 89 %). Diese Zahl ist jedoch vorsichtig zu interpretieren, bewegt sich doch die Zahl der Todesfälle seit Jahren innerhalb eines beachtlichen Schwankungskreises.
Obwohl im 2003 ein leichter Rückgang der Gesamtunfallzahlen registriert werden konnte, erfuhr der Bereich der Innerortsunfälle einen leichten Anstieg von 989 auf 1'000 (+ 1 %). Das heisst, dass sich der Rückgang der Unfälle auf die Ausserortsstrecken und die Hochleistungsstrassen beschränkt.
Auch bei einer bezirksweisen Betrachtung der Unfallzahlen kann, mit Ausnahme der Bezirke Laufen und Waldenburg, von einer generellen Abnahme der Unfallzahlen gesprochen werden. Im Bezirk Laufen musste eine Zunahme der Anzahl Unfälle von 115 auf 135 und im Bezirk Waldenburg von 90 auf 103 registriert werden.
Betrachtet man die Zahl der Verunfallten, so zeigt sich ein erstaunliches Bild. Sowohl innerorts als auch ausserorts musste eine beträchtliche Zunahme der verunfallten Personen registriert werden. Bei beiden Kategorien nahm die Zahl um 14 % zu. Hierbei gilt es jedoch anzufügen, dass der Hauptzuwachs an verunfallten Verkehrsteilnehmern bei den Leichtverletzten liegt. Diese nahmen ebenfalls um 14 % von 714 auf 813 zu.
Betrachtet man die Gesamtunfallverteilung nach Monaten und Wochentagen, so liegen der April und der Oktober praktisch gleich auf (151 bzw. 150). Der Mittwoch (251) und der Freitag (248) sind die Spitzentage bezüglich des Unfallgeschehens. Am ungefährlichsten ist es an einem Sonntag, an dem "nur" 139 Unfälle verzeichnet wurden. Der Unterschied der Spitzentage zu den restlichen Wochentagen ist (Ausnahme Sonntag) deutlich geringer geworden. Die Unfallspitze liegt - zwischen Montag und Freitag - erwartungsgemäss in der Abendspitzenstunde zwischen ca. 17.00 und 18.00 Uhr, wobei die Feststellung der vergangenen Jahre, dass die Spitze breiter geworden ist, sich auch in diesem Jahr wieder bestätigt. Die Abendspitze ist deutlich ausgeprägter als die Morgenspitze.
An den Wochenenden sieht die Situation, aufgrund eines markant unterschiedlichen Verkehrsverhaltens, leicht anders aus. Das heisst, die Unfallspitze ist flacher und verteilt sich über einen grösseren Zeitraum, wobei die Mittagsspitze v.a. an den Samstagen ausgeprägter ist als an den Werktagen.
Untersucht man die Verkehrsunfälle nach den jeweils vorherrschenden Lichtverhältnissen, so zeigt sich, dass der Grossteil der Unfälle tagsüber und bei trockenen Verhältnissen geschahen.
Hauptunfalltyp des Jahres 2003 ist mit 410 Fällen der Schleuder- bzw. Selbstunfall. Dies bedeutet gegenüber 2002 eine leichte Abnahme von 12 Fällen. An zweiter Stelle liegen die Auffahrunfälle mit 335 (Zunahme um 7 %), gefolgt von den Abbiegeunfällen mit 307 Fällen.
Unfallursachen
Wichtigste Unfallursache ist, wie bereits in den Vorjahren, die Ursache "Geschwindigkeit". Gegenüber dem Vorjahr musste ein minimer Anstieg um 3 Fälle (1%) auf 528 festgestellt werden. Dies entspricht jedoch immer noch etwa einem Drittel aller Unfälle.
Grundsätzlich müssen wir an dieser Stelle noch einmal anfügen, dass es in der Regel bei einem Unfall nicht nur eine Ursache gibt, die schlussendlich zum Ereignis führt. Vielmehr handelt es sich im Normalfall um eine Kombination mehrerer Faktoren. Aus diesem Grund stimmt die ausgewiesene Zahl der Unfallursachen auch nicht mit der tatsächlichen Anzahl der Verkehrsunfälle überein.
In den vergangenen Jahren konnte aufgrund der Umsetzung des neuen Geschwindigkeitskontroll-Konzeptes ein Rückgang der Unfälle mit der Ursache "Geschwindigkeit" erreicht werden. Im Jahr 2003 musste erstmals wieder eine Stagnation verzeichnet werden. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache und dem Umstand, dass die Zahl der Verkehrsunfälle mit Ursache "Geschwindigkeit" immer noch viel zu hoch ist, bleibt es weiterhin ein erklärtes Ziel der Polizei Basel-Landschaft, in diesem Bereich der Unfallursachen stark tätig zu sein. Mit der Weiterführung und Weiterentwicklung des Geschwindigkeitskontroll-Konzeptes wird der eingeschlagene Weg konsequent weiterverfolgt. Wir sind überzeugt, dass die angestrebte Verhaltensänderung der Fahrzeuglenker nur sehr schwer und erst nach längerer Zeit erreicht werden kann. Hierfür braucht es u.a. auch die Entwicklung und die Einführung neuer Systeme und Technologien.
Immer noch ein ernsthaftes Problem im Strassenverkehr stellt "Alkohol am Steuer" dar. Darauf wird später eingegangen.
Ebenfalls leicht abgenommen hat 2003 die Zahl der Unfälle aufgrund Unaufmerksamkeit und Ablenkung des Fahrzeuglenkers bzw. Fussgängers. Die Zahl dieser Fälle sank um 4 % (von 307 auf 295). Die Thematik "Unaufmerksamkeit" wird in Zukunft wiederum zentraler Teil polizeilicher Untersuchungen und Massnahmen sein. Nach wie vor bleibt es das Ziel abzuklären, ob es sich effektiv um die Ursache Unachtsamkeit oder in gewissen Fällen um eine Überforderung der Fahrzeuglenker bzw. Fussgänger handelt. Bekanntermassen existieren verschiedenste Faktoren, welche die Aufmerksamkeit des Fahrzeuglenkers negativ beeinflussen können. Die Aussage, dass die bestehende Entwicklung hin zu ausgeklügelten und für den Verkehrsteilnehmer manchmal schwierig zu verstehenden Verkehrsabläufen und -systemen, gepaart mit einem immer stärker werdenden Verkehrsvolumen, ein Gefährdungspotential darstellt, stimmt nach wie vor. Wie bereits in den Vorjahren unterstrichen, kommt in diesem Bereich der Prävention und der Kommunikation eine entscheidende Rolle zu. Die Polizei Basel-Landschaft wird sich weiterhin aktiv in der Prävention engagieren. Gleichzeitig unterstützen und begleiten wir die Einführung neuer Leit- und Lenkeinrichtungen, welche eine einfache und effiziente Steuerung des Verkehrs ermöglichen.
Kinderunfälle
Auch im vergangenen Jahr gehörten leider wieder zu viele Kinder zu den Opfern des Strassenverkehrs. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Situation leicht verbessert, das heisst, es konnte eine Abnahme der Verkehrsunfälle mit Kindern von 65 auf 63 verzeichnet werden. Erfreulicherweise verringerte sich die Zahl der hierbei verletzten Kinder von 61 auf 52. Diese Grössen bewegen sich weiterhin im langjährigen Schnitt, erfreulicherweise immer noch im "unteren Bereich". 29 der verletzten Kinder waren Fussgänger, 14 Lenker von Fahrrädern.
Besonders tragisch ist, dass im 2003 ein Kind zu den Todesopfern im Strassenverkehr gezählt werden musste.
Betrachtet man die Unfallursachen bei den "Kinderunfällen", so steht die Ursache "Fehlverhalten des Fussgängers" an der Spitze, wobei das Fehlverhalten bei allen Fällen bei den Kindern lag.
Unfälle mit jungen Erwachsenen
Bei 27 % aller polizeilich registrierten Verkehrsunfälle sind junge Erwachsene in der Alterskategorie von 18 - 24 Jahren beteiligt. Diese sogenannte Risikogruppe macht sogar 31 % aller verunfallten Personen aus.
Die Zahl der Verkehrsunfälle in dieser Alterskategorie ist erfreulicherweise von 434 auf 416 zurück gegangen. Gleichzeitig stieg jedoch die Anzahl der Unfälle mit "Personenschaden" von 191 auf 223 an. Das heisst, dass zwar die Zahl der Unfälle zurück ging, die Unfallschwere jedoch zugenommen hat.
83 % der bei Unfällen beteiligten jungen Erwachsenen waren Lenker leichter Motorwagen.
Hauptunfallursache bei den jungen Lenkern war die "Geschwindigkeit", wobei die Junglenker in der überwiegenden Anzahl der Fälle gleichzeitig die Verursacher des Unfalls waren.
Die Polizei Basel-Landschaft trägt dieser Risikogruppe besonders Rechnung. So wurde im 2003 erstmals eine besondere Präventionsveranstaltung an der Gewerbeschule Liestal durchgeführt. Mit harten, reellen Unfallfilmen wurde auf die verschiedenen Unfallursachen bei Junglenkern eingegangen. Aufgrund der hervorragenden Rückmeldungen, wird die Polizei Basel-Landschaft diese Art von Präventionsveranstaltungen weiterführen.
Unfälle mit Senioren
Erfreulicherweise konnte bei den Verkehrsunfällen mit Senioren ein Rückgang von 236 auf 225 Fälle registriert werden.
Die Zahl der bei Verkehrsunfällen mit Senioren verunfallten Personen ist in der Gruppe der "Nicht Senioren" mit 86 beträchtlich höher als die in der Gruppe der "Senioren", mit 72 Fällen. Von diesen 72 Verunfallten der Kategorie Senioren waren 20 Fussgänger, darunter waren leider auch 4 tödliche Unfälle.
Hauptunfallursache bei den Senioren war die Ursache "Missachtung des Vortritts", wobei ca. 2/3 der Unfälle zu Lasten der Senioren ging. Im Gegensatz zu den Junglenkern spielt die Unfallursache "Geschwindigkeit" eine bedeutend kleinere Rolle.
Die Einsatz- und Präventionstaktik der Polizei Basel-Landschaft wird diesen besonderen Umständen Rechnung tragen.
Verkehrsunfälle mit Fussgängern
Erfreulicherweise konnte bei den Verkehrsunfällen mit Fussgängern im Vergleich zum Vorjahr eine Abnahme der Unfallzahlen registriert werden. Die Zahl der Unfälle sank von 84 auf 75, was einer Abnahme von 11 % entspricht. Erschreckend ist jedoch, dass bei jedem dieser Unfälle Fussgänger verletzt bzw. sogar getötet wurden. Bei Fussgängerunfällen starben 2003 5 Menschen, 24 wurden schwer verletzt.
Untersucht man diese Fälle nach deren Ereignisort, so zeigt sich, dass 2/3 aller Fussgängerunfälle ausserhalb von Fussgängerstreifen stattfanden. 25 ereigneten sich jedoch nach wie vor auf Fussgängerstreifen. Diese Zahl entspricht derjenigen des Vorjahres.
Betrachtet man die Alterskategorien, der an Fussgängerunfällen beteiligten Personen, so zeigt sich, dass die Alterskategorie der 5 bis 9-jährigen überdurchschnittlich vertreten ist. Dieser Umstand lässt sich v.a. auf das kindliche Fehlverhalten zurückführen. An diesem Punkt muss noch einmal auf die entscheidende Bedeutung der Prävention v.a. im frühen Kindesalter hingewiesen werden. Die intensive Instruktionstätigkeit der Verkehrserziehung der Polizei Basel-Landschaft zielt eindeutig darauf ab, die Zahlen in diesem Bereich zumindest halten oder nach Möglichkeit noch senken zu können.
Überprüft man die Ursachen, die zu den Fussgängerunfällen geführt haben, so zeigt sich ein erstaunliches Bild. Ca. 40 % der Fussgängerunfälle ist auf ein Fehlverhalten der Fussgänger selber zurück zu führen.
Verkehrsunfälle mit Zweirädern
Bedauerlicherweise musste festgestellt werden, dass die Zahl der Unfälle mit Zweirädern im vergangenen Jahr um 8 % zugenommen hat. Die Zahl stieg von 250 auf 271 an. Im 10-Jahres Vergleich befindet sich diese Zahl jedoch immer noch im "unteren Bereich".
Betrachtet man die Zahl der Verunfallten, so liegen die Fahrradfahrer mit 82 Fällen an der Spitze, gefolgt von den Lenkern von "schweren Motorrädern" mit 60 Verunfallten. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der verunfallten Kleinmotorradfahrer um 48 % auf 46 zugenommen. Diese Entwicklung wird von der Polizei Basel-Landschaft aufmerksam weiter verfolgt. Ein Zusammenhang mit dem Roller-Boom der letzten Jahre ist wahrscheinlich.
Dies zeigt sich auch bei der Betrachtung der beteiligten Zweiradlenker nach deren Alter. Hier stellt die Alterskategorie der 15 - 19 Jährigen mit 64 Beteiligten die stärkste Altersgruppe.
Erschreckend ist die Auswertung der Ursachen bei Verkehrsunfällen mit Zweirädern nach Beteiligten. Beim Grossteil der Unfälle handelt es sich um die Ursache "Missachtung des Vortrittes". Gerade bei dieser Ursache zeigt sich aber, dass die Übertretung die schlussendlich zum Unfall führt, zum grössten Teil nicht bei den Zweiradlenkern liegt.
Verkehrsunfälle mit Tram/Bahnen
Dieser Kategorie von Unfällen wurde in den letzten Jahren kaum eine grössere Bedeutung zugemessen. Die Vorkommnisse im vergangenen Jahr haben uns jedoch bewogen, diese Kategorie speziell zu untersuchen und zu dokumentieren.
Die Verkehrsunfälle mit Tram/Bahn haben im vergangenen Jahr sprunghaft zugenommen. Die Zahl der Unfälle stieg um 71 % von 17 auf 29 an. Hierbei gilt es jedoch anzumerken, dass auch bei dieser Kategorie - absolut gesehen - kleine Zahlenmengen vorliegen, weshalb sich auch kleine Veränderungen, prozentual gesehen, sehr stark auswirken. Bedauerlich ist, dass der Grossteil der Zunahme bei den Unfällen mit Personenschaden lag. Tragischerweise verliefen zwei dieser Unfälle tödlich.
Untersucht man die Ursachen, welche zu den Unfällen geführt haben, so zeigt sich deutlich, dass das Fehlverhalten in der Regel nicht bei den Tram- respektive Lokomotivführern lag.
Verkehrsunfälle auf Autobahnen
Erfreulicherweise hat die Zahl der Unfälle auf den Hochleistungsstrassen wiederum abgenommen. Der Rückgang von 298 auf 285 entspricht einer prozentualen Abnahme von 4 %. Nicht logisch ist hingegen die Entwicklung der Zahl der Verunfallten, welche im Gegensatz zu der Zahl der Unfälle um 10 % auf 179 anstieg. Bedauerlicherweise mussten alleine auf den Hochleistungsstrassen 5 tödliche Verkehrsunfälle registriert werden.
Es kann wiederum festgehalten werden, dass die Sanierung des Belchen-Tunnels keine signifikante Auswirkung auf das Unfallgeschehen hatte. Trotz dem teilweise beträchtlichen Verkehrsaufkommen und den damit verbundenen Stauerscheinungen, ist es kaum zu einem Anstieg der Unfallzahlen im fraglichen Bereich gekommen.
Interessant ist auch die Feststellung, dass ca. 23 % aller Verkehrsunfälle auf den Hochleistungsstrassen im Bereich der Ein- und Ausfahrtsrampen stattfanden.
Hinsichtlich der zeitlichen Verteilung der Unfälle, weicht das Bild gegenüber den Gesamtunfallzahlen doch beträchtlich ab. So stellt der Dezember mit Abstand den "gefährlichsten" Monat dar.
Besonders auffallend ist die Abweichung der jeweiligen Unfall-Spitzenstunden. So gibt es an den Samstagen beispielsweise eine sehr ausgeprägte Mittagsspitze, welche markant von den übrigen Tagen abweicht.
Sehr unterschiedlich ist auch das Unfallgeschehen auf der A2 und den kantonalen Hochleistungsstrassen H2 und H18. Auf der A2 kann eine deutliche "Unfall-Spitzenstunde" ausgewiesen werden, nämlich zwischen 17.00 und 18.00 Uhr. Dies trifft bei den kantonalen Hochleistungsstrassen in dieser Form nicht zu. Die Verteilung der Unfallzahlen ist dort viel breiter gestreut.
Die Aussage, dass die Hochleistungsstrassen die sicherste Strassenkategorie darstellen, stimmt nach wie vor.
Verkehrsunfälle mit Alkoholeinfluss
Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss stieg mit 158 Fällen gegenüber 150 leicht an. Im Gegenzug dazu, nahm jedoch die Anzahl der Führerausweisentzüge wegen "Fahren unter Alkoholeinfluss" leicht ab. Markant abgenommen haben die Führerausweisentzüge wegen "Fahren unter Alkoholeinfluss mit Verkehrsunfall". Die Zahl der Entzüge in dieser Kategorie sank von 124 auf 103 (-17 %). Hierbei muss man berücksichtigen, dass es sich bei diesen aufgeführten Fällen nicht zwingend um Ereignisse im Kanton Basel-Landschaft handelt. Aus diesem Grund besteht auch eine leichte Differenz zu den oben erwähnten Zahlen betreffend Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss.
Der Grossteil der "alkoholisierten Beteiligten" ist als Lenker von leichten Motorwagen unterwegs. Diese Kategorie macht immerhin 88 % der Beteiligten aus.
Betrachtet man den Alkoholisierungsgrad der Beteiligten Lenker und Fussgänger, so zeigt sich, dass der Hauptteil der Alkoholsünder in der Kategorie 0.80 - 1.19 Promille anzutreffen ist. Deutlich ausgeprägt sind jedoch auch die Spitzen der beiden nachfolgenden Kategorien.
Die Unfallspitzen der alkoholbedingten Verkehrsunfälle differieren sehr stark zwischen den Wochentagen und den Wochenenden. Relativ einfach nachvollziehbar sind v.a. die Spitzen an den Samstagen, zeigt sich doch eine markante Ausprägung in den späten Nachtstunden, was auf die "Heimkehrer" zurück zu führen ist.
Eine Tatsache ist, dass "Alkohol am Steuer" leider immer noch ein ernsthaftes Problem im Strassenverkehr darstellt. Man muss sich bewusst sein, dass es bei den oben stehenden Zahlen lediglich um die polizeilich registrierten Fälle handelt und von einer massiv höheren Dunkelziffer ausgegangen werden muss. Mit der seit mehreren Jahren angekündigten Revision des Strassenverkehrsgesetzes und der damit verbundenen Einführung der verdachtsfreien Atemalkoholkontrolle auf den 1.1.2005 muss davon ausgegangen werden, dass die Zahl der Fälle zunehmen wird. Das Nordwestschweizer Polizeikonkordat hat diesem Umstand Rechnung getragen und 2003 die gesamtschweizerische Verkehrssicherheitsaktion "drink or drive" unterstützt. Im Rahmen dieser Präventionsaktion führte die Polizei Basel-Landschaft in den Monaten November und Dezember 2003 mehrere Grosskontrollen durch.
Zusammenfassung
Zusammengefasst können wir festhalten, dass im 2003 die Unfallzahlen erfreulicherweise wiederum zurückgegangen sind. Das Verkehrsjahr 2003 kann, im langjährigen Vergleich, als gut bezeichnet werden, auch wenn natürlich jeder Unfall einer zu viel ist.
Wie bereits mehrfach erwähnt, kommt es immer wieder zu Schwankungen in den einzelnen Bereichen, welche sich prozentual sehr stark auswirken können, in absoluten Zahlen jedoch auf die kleine Menge der Daten zurückzuführen sind. Es ist in solchen Bereichen immer sehr schwierig, von Entwicklungen oder Tendenzen zu sprechen. Als Beispiel sei an dieser Stelle wieder auf die Zahl der Todesfälle verwiesen. Anhand dieser Daten zeigt sich die relativ geringe Aussagekraft einzelner Statistikbereiche v.a. bei kleinen absoluten Zahlen. Jeder der erfassten Bereiche und Kategorien ist "natürlichen" Schwankungen unterworfen. Bei kleinen absoluten Mengen machen sich solche Schwankungen - welche teilweise auf Einzelereignissen beruhen - massiv, aber wenig aussagekräftig bemerkbar.
Mit der vorliegenden neuen Jahresstatistik ist es gelungen, das Verkehrsjahr 2003 noch genauer und aussagekräftiger darzustellen. Hierbei handelt es sich um einen Rückblick, welcher jedoch nicht nur eine Darstellung des Unfallgeschehens erlaubt. Gleichzeitig ist es uns möglich, die getroffenen polizeilichen Massnahmen kritisch zu hinterfragen, bzw. eine entsprechende Erfolgskontrolle durchzuführen und die eingesetzten Kräfte zielgerichtet und möglichst effizient zu steuern.
Hierbei muss jedoch berücksichtigt werden, dass sich das Verkehrsverhalten und damit auch die Unfallentwicklung nur in einem beschränkten Mass und mit sehr grossem personellen, materiellen und finanziellen Aufwand beeinflussen lassen. Entsprechend wichtig ist es, dass alle involvierten Organisationen die notwendigen Daten zur Verfügung gestellt bekommen, um den Mitteleinsatz effizient planen und umsetzen zu können.
Die Jahresstatistik erlaubt in dieser Form lediglich eine Querschnittsaufnahme. Um die Verkehrssicherheit optimal verbessern zu können, sind jedoch vertiefte und permanente Analysen und Lagebeurteilungen notwendig. Mit der seit dem 1. Februar 2003 operativen Verkehrsanalyse der Polizei Basel-Landschaft ist dies nun möglich. Mittels einer aktuellen und permanenten Analyse des Unfall- und Verkehrsgeschehens kann eine optimierte Präventions- und Kontrolltätigkeit erreicht werden. Wöchentliche und monatliche Lagebulletins erleichtern den lokalen und regionalen Mitteleinsatz und erlauben eine erste Leistungs- bzw. Zielkontrolle.
Zudem finden spezifische Einzeluntersuchungen und Analysen in den verschiedensten Teilbereichen statt. So hat sich die Verkehrsanalyse sehr intensiv mit dem Thema der Tram/Bahnunfälle befasst und entsprechende Verbesserungsvorschläge eingebracht.
Von entscheidender Bedeutung ist auch die Weiterentwicklung der Präventionstätigkeit. Auch in diesem Segment konnte die Polizei Basel-Landschaft auf Schweizerischer Ebene eine Vorreiterrolle einnehmen. So wurde, wie bereits erwähnt, mittels einer gezielten Aktion an der Gewerbeschule Liestal, die Problematik der Risikogruppe "Junglenker" thematisiert. Hierbei wurden u.a. echte Polizeivideos von Baselbieter Fällen eingesetzt. Der Feedback durch die Teilnehmer war sehr gut.
Eine ausgewogene Mischung aus präventiven und repressiven Massnahmen, mit dem klaren langfristigen Ziel, mittels verstärkter Prävention, die Repression in Zukunft zurückfahren zu können, unterstützt durch eine permanente, zeitgerechte und effiziente Überwachung und Analyse des Unfallgeschehens, ist die Polizei Basel-Landschaft in der Lage, im Rahmen der vorhandenen personellen und materiellen Mittel, auch in Zukunft, einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der allgemeinen Verkehrssicherheit leisten zu können.
Mit der neuen Unfallstatistik wurde ein weiterer, kleiner Schritt in die richtige Richtung unternommen. Wir sind jedoch überzeugt, dass eine weitere Verbesserung der Verkehrssicherheit nur durch eine allgemeine Verhaltensänderung erzielt werden kann. Dies wiederum ist nur möglich, durch einen gezielten Einsatz von Prävention und Repression im Interesse aller Verkehrsteilnehmer.
>>> Verkehrsunfallstatistik 2003 mit Grafiken [PDF]
Kontaktpersonen für weitere Auskünfte:
Beat Schüpbach, Leiter Hauptabteilung Verkehrssicherheit der Polizei BL, Tel. 061 / 926 39 00
oder
Barbara Umiker, Leiterin Kommunikation JPMD, Liestal, Tel. 061 / 925 61 65
28. Januar 2004