Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Bewilligung der Verpflichtungskredite für den Ausbau der Abwasserreinigungsanlage in der Gemeinde Liesberg (ARA Liesberg) | |
| vom: | 1. Februar 2005 | |
| Nr.: | 2005-034 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
3. Bedarf
3.1 Stossrichtung Werterhaltung Abwasseranlagen
3.1.1 Die Stossrichtung aus Sicht der Nachhaltigkeit
Die Nachhaltigkeit ist ein Schwerpunkt der Regierung des Kanton Basel-Landschaft. Für die Werterhaltung der Abwasseranlagen des AIB bedeutet Nachhaltigkeit:
| - | Umweltverträglichkeit, Werterhaltungsmassnahmen sind zu tätigen bei | |
| - | Vorhaben welche dazu dienen die Vorgaben des Gewässerschutzgesetzes einzuhalten, d.h. Beheben von Defiziten in der Qualität von Fliessgewässer mit | |
| - Prio. 1: heute aktuelle Defizite | ||
| - Prio. 2: absehbare Defizite (Kapazitätsreserven der Anlagen) | ||
| - | Vorhaben, die nötig sind, um die Anlagen funktionstüchtig zu halten, d.h. | |
| Erhaltungsmassnahmen an Bauten, Maschinen und Steuerung | ||
| - | Wirtschaftlichkeit, einhalten folgender Randbedingungen | |
| - | Die Mittel sind dort einzusetzen, wo sie den grössten Nutzen erzielen (Prioritätensetzung) | |
| - | Der Mittelfluss erfolgt abgestützt auf die Prioritäten so, dass die gesamten Jahreskosten aller Anlagen (bzw. die Abwassergebühren) etwa gleich bleiben | |
| - | Bei nötigen Erhaltungsmassnahmen sollen die Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung ausgenutzt werden (Senkung Betriebskosten, Steigerung Umweltnutzen) | |
| - | Die Massnahmen sollen die wirtschaftliche Entwicklung im Einzugesgebiet berücksichtigen (Kapazität) | |
| - | Sozialverträglichkeit , mit folgenden Zielen | |
| - | Geringe Beeinträchtigung der Umgebung | |
| - | Wartungs- und Benutzerfreundlichkeit | |
| - | hohe Unfallsicherheit | |
| - | gute Voraussetzungen für Instandhaltung | |
| - | gutes Arbeitsklima | |
3.1.2 Stand der Umsetzung
Aufgrund der ungenügenden Gewässerqualität und anstehender Baumängel wurden bereits ausgeführt:
| - | ARA Ergolz 1, Sissach |
| - | ARA Birsig, Therwil |
| - | Erhaltungsmassnahmen Abwasserstrasse ARA Ergolz 2 (teilweise) |
| - | Diverse lokale Kläranlagen |
| - | Mischwasserbecken im Einzugsgebiet der ARA Ergolz 1 und der ARA Rhein |
| - | Einige Kanalsanierungen |
Aufgrund der ungenügenden Gewässerqualität und anstehender Baumängel werden aktuell ausgeführt:
| - | Abwassersanierung Birstal (Ableitung, Ausbau ARA Birs 2, Aufhebung ARA Birs 1, Mischwasserbecken) |
| - | Sanierung Schlammbehandlung ARA Ergolz 2 |
| - | Optimierung Betriebsräume Abteilung Anlagen im Netz |
Anstehende ARA Sanierungen (Vorlagen im 1. Quartal 05 an RR):
| - | Sanierung ARA Liesberg (Reinigungswerte nicht eingehalten, Erhaltungsmassnahmen) |
Mittelfristige Planung:
| - | ARA Ergolz 2 (Erhaltungsmassnahmen, z.h. laufende Rechnung) | 2007/2008 |
| - | Lokale ARA (Kapazitäten erhöhen, Erhaltungsmassnahmen) | ab 2009 |
| - | ARAs Frenketäler (Entlastung von Rohabwasser, Kapazität erhöhen, Erhaltungsmassnahmen) | 2008-2012 |
| - | Kanalsanierungen | ab 2008 |
| - | Mischwasserbecken (Vollzug neues Gewässerschutzgesetz, GEP Gemeinden) | ab 2008 |
3.2 Abwasserreinigung in Liesberg
Die ARA Liesberg wurde 1972 gebaut. Die Anlage entspricht einer Dimensionierung von 1600 Einwohnergleichwerte (EGW) (1200 Einwohner plus 400 EGW für Industrie und Gewerbe). Heute wird die Anlage mit 2000 EGW (1200 Einwohner plus 800 EGW für Industrie, Gewerbe plus Deponie) belastet. Obwohl die Anlage nur auf den Abbau von organischen Stoffen ausgelegt ist, werden die entsprechenden Ablaufwerte regelmässig überschritten und die Anforderungen an das gereinigte Abwasser (Gewässerschutzverordnung vom 28.Oktober 1998) können nicht eingehalten werden. Dies erfolgt vor allem aufgrund der zu geringen Beckenvolumina.
Grafik: Abb. 1 Situationsplan bestehende ARA Liesberg
Sämtliche Becken sind für die nötige Kapazitätserweiterung zu klein. Eine aus heutiger Sicht komplizierte Konzeption der Anlage führt zu einem hohen Betriebsaufwand. Die nötige Betriebssicherheit kann aufgrund der für eine Anlage dieser Grösse üblichen, hier aber fehlenden 2-Strassigkeit, der geringen Beckenvolumina und des desolaten Zustandes der maschinellen und baulichen Einrichtung (z.T mehrmals notdürftig repariert) nur mit grossem Aufwand gewährleistet werden.
Die maschinellen Einrichtungen inklusive Steuerung müssen vollständig ersetzt werden. Bauliche Sanierungen sind dringend notwendig.
Der Fremdwasseranteil ist sehr hoch und liegt bei über 50% des Trockenwetteranfalls. Zielwert wäre ein Anteil von 30%. Die Reduktion des Anteils an Fremwasser erfolgt durch Massnahmen im Netz. Diese sind allerdings Sache der Gemeinde.
3.3 Zukünftige Situation
Bei der Dimensionierung der ARA Liesberg wird von einer Prognose für das Jahr 2020 von 1440 Einwohner der Gemeinde Liesberg ausgegangen. Dazu kommt ein Anteil für Gewerbe, Industrie und Deponie von 1100 Einwohnergleichwerten, d.h. die ARA muss für gesamthaft 2540 Einwohnergleichwerte dimensioniert werden. Der Dimensionierung wird ein täglicher Trinkwasserverbrauch von 150 Liter pro Einwohner zugrunde gelegt.
Eine Überprüfung der bestehenden Mischwasserentlastungsbauwerke auf dem Gebiet der Gemeinde zeigt, dass diese mit der Umsetzung der GEP-Massnahmen und bei korrekter Einstellung erst Mischwasser entlasten, wenn das Abwasser sehr stark verdünnt und unkritisch ist. Im weiteren geht aus dem GEP hervor, dasss die Realisierung eines Mischwasserbeckens auf dem Areal der ARA und eines Beckens im Gebiet Oberrüti nötig ist.
Fortsetzung >>>
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