2005-169


1. Übersicht

In Wiederinstandstellungsprojekten des Schutzwaldes soll in einem Abschnitt Röschenz-Dittingen und einem Abschnitt Laufen die heute ungenügende Schutzfunktion verbessert werden. Der Kantonsbeitrag für den Abschnitt Röschenz-Dittingen beträgt 307'525 Franken (Totalbetrag 667'500 Franken) und jener im Abschnitt Laufen 401'740 Franken (Totalbetrag 1'006'150 Franken). Die Aufwertung der betreffenden Schutzwälder ist deutlich kostengünstiger und qualitativ die bessere Lösung als bauliche Massnahmen - beispielsweise Fangnetze.




2. Vorlage


Die Steinschlaggefahr ist an verschiedenen Orten im Laufental erheblich. Wälder schützen Strassen, Schienen und Gebäude und somit die Menschen vor Schaden. Heute ist die Schutzqualität der entsprechenden Wälder ungenügend. Es besteht dringender Handlungsbedarf.


Beide Schutzwaldprojekte haben grosse Bedeutung, weil sie für die Kantonsstrasse, die Bahnlinie Basel-Delémont und einzelne Verbindungsstrassen, etwa jene über den Challpass von Laufen nach Metzerlen, eine direkte Schutzfunktion übernehmen.


Bund und Kanton engagieren sich mit Geldern, weil der Wald eine Schutzfunktion für die Bevölkerung leistet. Im eidgenössischen Waldgesetz ist festgehalten, dass die Pflege von Schutzwäldern eine Aufgabe der Öffentlichkeit darstellt. In der Verordnung und im kantonalen Waldgesetz (§ 26) wird diese Bestimmung präzisiert.


Sofern der Landrat die finanziellen Mittel spricht, wird sich der Bund mit rund 30% an den Gesamtkosten beteiligen. (Siehe auch Finanzierungstabellen in den Vorlagen).


Dringlich sind die Massnahmen, weil in den betroffenen Waldgebieten während Jahrzehnten nichts oder nur wenig unternommen wurde. Die Waldbestände sind alt. Es stehen sehr grosse, alte, dicke, aber sehr wenige Bäume. Für den Steinschlagschutz ist aber diese Konstellation ungünstig. Nützlich und bessere Schutzfunktionen bieten viele, dicht stehende, junge Bäume, welche herabstürzende Steine aufhalten können. Ziel der Projekte ist es, den Waldbestand zu verjüngen und die Stammzahl zu erhöhen. Zur Zeit erreichen viele Steine ungebremst Bahntrassee, Strassen und Häuser.


Mit relativ geringem Pflegeaufwand könnte die Schutzfunktion für lange Zeit sicher gestellt werden. Als Alternativen wurden Schutznetze berechnet. Netze würden mit zirka 5 Millionen Franken zu Buche schlagen und sind somit ökonomisch und ökologisch uninteressant.




3. Kommissionsberatung


Die Umweltschutz und Energiekommission hat sich an ihrer Sitzung vom 22. August 2005 mit beiden Vorlagen auseinandergesetzt. In den Beratungen wurde die UEK von Guido Bader, Forstingenieur, Forstamt beider Basel unterstützt.


Die Kommission steht überzeugt hinter beiden Projekten, unterstützt den dringenden Handlungsbedarf und fordert rasches Handeln zum Schutze von Menschen und Objekten in den betroffenen Gebieten im Laufental.




4. Antrag


Die Umweltschutz- und Energiekommission stimmt den Landratsbeschlüssen Wiederinstandstellungsprojekten Röschenz-Dittingen 2005/169 und Laufen 2005/170 einstimmig zu.


Pratteln, 7. September 2005


Für die Umweltschutz- und Energiekommission
Der Präsident: Philipp Schoch


Beilagen:


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