Bericht an den Landrat - Landratsbeschluss (Entwurf)


Stellungnahme zur Vorlage 2007-264

Die Vorlage weist nach, dass der Regierungsrat die Situation der Attestausbildung prüfend angeschaut und aufgezeigt hat, mit welchen Massnahmen man versucht, den Absolventen die Attestausbildung stützend zu ermöglichen. Das ist deshalb auch nötig, weil die schulischen Anforderungen in der Attestausbildung im Vergleich zur früheren Anlehre deutlich angehoben wurden. Der Regierungsrat verweist dabei darauf, dass dies den Anforderungen des Arbeitsmarktes entspreche.


Dabei wäre interessant zu wissen:
- Wie viele junge Leute absolvieren zurzeit eine Attestausbildung?
- Wie verhalten sich diese Zahlen zu jenen der früheren Anlehre?
- Wie viele Lehrverhältnisse in Attestausbildung mussten abgebrochen werden? Wie viele beenden voraussichtlich ihre Ausbildung mit einem Qualifikationsnachweis?


- Wurde überprüft, ob das angepeilte Niveau des schulischen Unterrichtes tatsächlich für alle Berufsbranchen sinnvoll ist? Gibt es nicht in etlichen Branchen Arbeitsstellen, die nicht durch hohe theoretische Anforderungen sondern durch sich wiederholende Tätigkeiten geprägt sind? Wer hat es nicht in der eigenen Ausbildung erlebt, dass er oder sie mit Theorie gefüttert wurde, die er oder sie in der beruflichen Praxis nie hat anwenden können? Macht es da Sinn, gerade schulschwache Auszubildende mit Schulstoff zu quälen, um ihnen nach Abschluss der Ausbildung nicht mehr als einen Qualifikationsausweis auszuhändigen?


- Kann sich der Regierungsrat damit abfinden, dass Jugendliche, die zwar den praktischen Anforderungen mancher beruflicher Tätigkeit gewachsen wären, nicht aber den schulischen der Attestausbildung, deswegen keine andere Wahl haben, als auf Arbeitsstellen in geschützten Werkstätten auszuweichen?


Unter der Voraussetzung, dass der Regierungsrat ein wachsames Auge darauf hat und inner nützlicher Frist das Projekt „BerufsWegBereitung" vorlegen wird, kann ich einer Abschreibung zustimmen, frage mich jedoch, weshalb der Antrag auf Abschreibung nicht gleichzeitig mit der Vorlage „BerufsWegBereitung" erfolgt.


Pratteln, 5. Dezember 2007


Robert Ziegler



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