Protokoll der Landratssitzung vom 23. April 2009
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2009-020 vom 27. Januar 2009 Vorlage: Postulat 2008-105 von Landrätin Brigitta Rebsamen vom 24. April 2008: Wert- und Ethikunterricht für Kinder - Bericht der Bildungs-, Kultur- und Sportkommission vom 13. April 2009 - Beschluss des Landrats am 23. April 2009: < beschlossen > |
Kommissionspräsident Karl Willimann (SVP) berichtet über die Ausgangslage. Am 24. April 2008 reichte Landrätin Birgitta Rebsamen, CVP/EVP Fraktion, eine Motion betreffend Wert- und Ethikunterricht für Kinder ein. Die Motion wurde am 30. Oktober 2008 als Postulat überwiesen. Der Regierungsrat stimmt der Postulantin in seiner Vorlage vom 27. Januar 2009 betreffend Einschätzung der Situation zu. Er stellt aber fest, dass das Anliegen in unserem Kanton und in der gesamten Deutschschweiz bereits im Prozess der Erfüllung steht und beantragt, das Postulat als erfüllt abzuschreiben.
Anlässlich der Kommissionsberatung hielt Regierungsrat Urs Wüthrich fest, der Vorstoss habe zwei Zielsetzungen: Erstens soll im Bildungsgesetz das Thema Ethik/Respekt verbindlich im Schulunterricht verankert werden und zweitens wird ein konkreter Anbieter genannt, bei welchem die Schulen das Produkt beschaffen sollen. Der Bildungsdirektor erklärte, dass dem ersten Anliegen in den aktuellen Stufenlehrplänen und auch im zukünftigen "Lehrplan 21" ausdrücklich Rechnung getragen wird. Der Regierungsrat möchte aber nicht ein bestimmtes Angebot vorschreiben und über das bestehende Finanzierungsangebot hinaus speziell finanzieren.
In der Beratung erklärt die CVP/EVP-Fraktion in Vertretung der Postulantin, diese sei einverstanden, das Postulat als teilweise erfüllt abzuschreiben. Die Postulantin vermerkt, die Antwort der Regierung ziele in die richtige Richtung, bleibe aber auf halbem Weg stehen. Sie bedauert, dass die theoretische Wissensvermittlung in den Bereichen Ethik, Religion und Gemeinschaft nicht durch auf die Praxis bezogenen Kurse in ausgewiesenen pädagogischen Institutionen umgesetzt werde. Eine finanzielle Unterstützung solcher Institutionen käme ihrer Meinung nach wesentlich günstiger zu stehen als die Ausbildung der Lehrerschaft.
Die Kommission diskutierte die Vor- und Nachteile von ausserschulischen Angeboten in diesem Geschäft. Sie ist sich einig, dass die Förderung des Ethikunterrichtes in den Lehrplänen richtig ist. Ein Landrat machte auf sein eingereichtes Postulat zur Förderung der ausserschulischen Angebote aufmerksam, welches in eine ähnliche Richtung zielt. Die CVP/EVP-Fraktion stellt den Antrag, das Postulat als teilweise erfüllt abzuschreiben.
Eintreten ist unbestritten. Der Antrag, das Postulat als teilweise erfüllt abzuschreiben, wird einstimmig mit 12:0 Stimmen gutgeheissen.
Die BKSK beantragt dem Landrat, das Postulat von Brigitta Rebsamen "Wert- und Ethikunterricht für Kinder" (2008/105) als teilweise erfüllt abzuschreiben.
Elsbeth Schmied (SP) gibt bekannt, die SP-Fraktion werde der Abschreibung einstimmig zustimmen.
Paul Wenger (SVP) informiert, auch die SVP-Fraktion werde der Abschreibung einstimmig zustimmen.
Regina Vogt (FDP) stellt fest, Ethik und Wertkompetenz seien heute in einer immer komplexeren und heterogen werdenden Gesellschaft immer mehr gefragt. Man sei sich im Allgemeinen klar darüber, dass bezüglich Respekt grosser Handlungsbedarf bestehe. Im "Lehrplan 21" werde dem Anliegen Ethik verbindlich Rechnung getragen, auch wenn ein respektvoller Umgang mit Mitmenschen schon zu Hause und in der Familie Thema sein sollte. Es gehe nicht an, dass gerade diese Aufgabe nach und nach dem Staat und somit auch an die Lehrkräfte delegiert werde, was zusätzliche Kosten generiere.
Die FDP-Fraktion stimmt dem Vorschlag zu, das Postulat 2008/105 abzuschreiben.
Urs von Bidder (EVP) begrüsst seitens seiner Fraktion die Tatsache, dass der Wert- und Ethikunterricht im neuen "Lehrplan 21" noch stärker verankert sein wird. Das Problem liege aber auch darin, dass es mit der Umsetzung der hehren Ziele hapere. Das Anliegen soll nicht toter Buchstabe bleiben oder kopflastig umgesetzt werden. Seiner Fraktion gehe es darum, dass der Kanton seine Verantwortung stärker wahrnehme und Schulprojekte, welche die Zielsetzung eines praxisnahen und emotionalen Ethikunterrichtes erfüllen, grosszügig und problemlos finanziell unterstützt.
Die CVP/EVP beantragt, das Postulat als teilweise erfüllt abzuschreiben. Man werde die weitere Entwicklung aber auf jeden Fall aufmerksam verfolgen.
Madeleine Göschke (Grüne) zeigt sich seitens der Grünen Fraktion ebenfalls mit der Abschreibung einverstanden. Man sei gespannt auf die Erfüllung des "Lehrplans 21".
://: Der Landrat beschliesst mit 82:0 Stimmen und ohne Enthaltungen, das Postulat 2008/105 als teilweise erfüllt abzuschreiben. [ Namenliste ]
Für das Protokoll:
Andrea Maurer, Landeskanzlei
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