Protokoll der Landratssitzung vom 19. April 2007

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2006-277 vom 2. November 2006
Interpellation von Elisabeth Augstburger, CVP / EVP-Fraktion: Bestattung von Musliminnen und Muslimen
- Schriftliche Antwort des Regierungsrates vom 9. Januar 2007
- Beschluss des Landrats am 19. April 2007 < erledigt >



Nr. 2387

Elisabeth Augstburger (EVP) dankt der Regierung für die klare und gute Beantwortung ihrer Fragen. Sie hofft, dass die Gemeinden sinnvolle Lösungen - gegebenenfalls auf regionaler Ebene - finden werden.


In Liestal konnte eine gute Lösung gefunden werden, aber dazu brauchte es intensive Gespräche zwischen allen Beteiligten. Kommunikation ist auf diesem Gebiet sehr wichtig.


Bruno Steiger (SD) beantragt Diskussion.


://: Diskussion wird bewilligt.


Dass es in Allschwil muslimische Grabfelder gibt, sei, so Bruno Steiger (SD), auf den Umstand zurückzuführen, dass der Einwohnerrat in einem Zustand geistiger Umnachtung einem entsprechenden FPD-Vorstoss zugestimmt habe. [Unmutsbekundungen im Saal]


In der Antwort der Regierung steht überhaupt nichts davon, was muslimische Grabfelder alles mit sich bringen. Der Islam verlangt eine garantierte Grabruhe bis zum Jüngsten Tag. Dies widerspricht den hierzulande gängigen Fristen, gemäss welcher Grabfelder nach einer bestimmten Frist wieder geräumt werden müssen. Dem Anliegen der Moslems kann also gar nicht entsprochen werden, ohne dass es zu grossen Problemen kommt. Wohl deshalb ist es noch zu keiner einzigen moslemischen Bestattung gekommen. Das entsprechende Feld wird wohl frei bleiben, deshalb kann es früher oder später für Hanspeter Frey, Urheber des genannten, fragwürdigen Vorstosses, reserviert werden. [lauter Widerspruch im Saal]


Eigentlich sei es ganz einfach, reagiert Ursula Jäggi (SP): Auch mit Moslems kann man reden, und diese respektieren, dass auf unseren Friedhöfen nur eine begrenzte Grabruhe gilt. Die ganz religiösen Moslems lassen ihre Verstorbenen zur Zeit noch in die Herkunftsländer zurücktransportieren. Aber es gibt immer mehr Moslems, die das Schweizer Bürgerrecht erwerben, und in ein paar Jahren werden schon muslimische Menschen sterben, die hier geboren und aufgewachsen sind, Steuern bezahlt haben und deshalb auch hier bestattet werden möchten. Sie akzeptieren die befristete Grabruhe. Dies hat Ursula Jäggi in einem längeren Gespräch vom Imam von Basel zugesichert bekommen.


Auch in Liestal hat man laut Elisabeth Augstburger (EVP) die Erfahrung gemacht, dass beide Seiten zum Dialog und zu einem Entgegenkommen bereit sind.


Bruno Steiger (SD) warnt vor dem Zeitpunkt, in dem die ersten muslimischen Grabfelder geräumt werden müssen. Mündliche Zugeständnisse und vage Absprachen mit sogenannt gemässigten Moslems sind das eine; aber die Reaktion der Fundamentalisten ist das andere.


Laut islamischen Vorgaben muss eine Bestattung innert vierundzwanzig Stunden nach dem Todeszeitpunkt stattfinden; das ist ein weiteres Problem, das kaum zu lösen ist.


://: Damit ist die Interpellation 2006/277 erledigt.


Für das Protokoll:
Alex Klee-Bölckow, Landeskanzlei



Fortsetzung

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