Protokoll der Landratssitzung vom 15. Februar 2007
Protokoll der Landratssitzung vom 15. Februar 2007 |
|
12
2006-225
vom 21. September 2006
Motion
von Martin Rüegg, SP: Sport als Promotionsfach
- Beschluss des Landrats am 15. Februar 2007 < überwiesen >
Nr. 2283
Jürg Wiedemann (Grüne) erinnert an den Vorstoss der Grünen Fraktion betreffend Benotung an den Primarschulen, denn dort zählen heute nur drei kopflastige Fächer, was die Grünen als unbefriedigend betrachten. Nicht nur auf Stufe Primarschule, sondern auch an den Sekundarschulen soll ein Mix von kopflastigen Fächern und kreativen Fächern für die Promotion zählen. Die Schulabgängerinnen und Schulabgänger der Sek. E beginnen üblicherweise eine Lehre. Bei denjenigen Schülerinnen und Schülern, welche keine Lehrstelle gefunden haben, stelle man in der Regel fest, dass die Leistungen in Deutsch und Mathematik ungenügend seien. Der Mix zwischen kopflastigen und kreativen Fächern müsse stimmen, laut Jürg Wiedemann braucht es in Zukunft diesbezüglich ein neues Modell. Seiner Meinung nach sollten beispielsweise die Fächer Turnen, Hauswirtschaft und andere kreative Fächer ebenfalls bewertet werden, jedoch setzt er ein Fragezeichen hinter den vorliegenden Vorstoss. Es gehe nicht an, junge Menschen während der Sekundarschule mit genügend Pluspunkten durchkommen zu lassen, obwohl sie später wegen ungenügenden Leistungen in Mathematik, Deutsch und Französisch keine Lehrstelle antreten können.
Jürg Wiedemann schwebt ein neues Bewertungssystem mit Fächerpools vor, welche nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen. Es sei daher schlecht, punktuell nur ein Fach herauszugreifen und zu bewerten. Er macht Martin Rüegg (SP) beliebt, seine Motion in ein Postulat umzuwandeln, damit die Regierung den aktuellen Vorstoss gemeinsam mit den Vorstössen betreffend die Primarschule diskutieren und ein neues Beurteilungssystem einführen könne. Eine ganzheitliche Betrachtung sei wichtig, weshalb Jürg Wiedemann den Vorstoss nur als Postulat überweisen möchte.
Eva Chappuis (SP) stellt fest, dass das Fach Turnen bereits bewertet werde, es sei nur nicht promotionsrelevant. Sie plädiert dafür, den Schülerinnen und Schülern am Gymnasium und an den Sekundarschulen diesen kleinen, belastungsfreien Raum zuzugestehen. Im Unterschied zu den übrigen so genannt musischen Fächern müssen sämtliche Schülerinnen und Schüler den Turnunterricht besuchen, was sicherlich sinnvoll sei. Eva Chappuis bezeichnet es aber als wenig sinnvoll, dass immer mehr Fächer promotionsrelevant werden.
Martin Rüegg (SP) greift einige der vorhergehenden Äusserungen noch einmal auf. Rolf Richterich verwies auf die Problematik der Dispensen, jedoch bestehe hier (wie in anderen Fächern) die Regelung, dass bei längeren Absenzen ein Arztzeugnis notwendig sei. Zur Akzeptanz des Vorschlags, Sport als Promotionsfach zu zählen, erklärt Martin Rüegg , genau die Hälfte aller Mitglieder der Schulleitungskonferenz unterstütze den Vorschlag, obwohl es sich dabei um ein eher konservatives Gremium handle. Eine Diplomarbeit der ETH Zürich aus dem Jahr 2004 zeigt auf, dass die Akzeptanz nach einem Wechsel des Systems sogar noch zunahm. Die Erfahrungen aus Kantonen, in welchen Sport heute Promotionsfach ist, seien positiv.
Karl Willimann (SVP) vergleicht den Sport mit den musischen Fächern, welche bereits Promotionsfächer sind, und weist darauf hin, dass die sportliche Ertüchtigung und deren Einfluss auf den Charakter höher zu gewichten sei. In der Nordwestschweiz spielen 10'000 Junioren Fussball und hängen entsprechend nicht auf der Strasse herum. Als eines der prägendsten Elemente auf seinem Lebensweg bezeichnet Karl Willimann die Tatsache, dass er Fussball gespielt habe und so bereits früh lernte, zu verlieren und trotzdem wieder weiterzumachen, um zu gewinnen. Aus diesem Grund unterstützt er die aktuelle Motion.
://: Die Motion 2006/225 wird mit 50:20 Stimmen bei 5 Enthaltungen an den Regierungsrat überwiesen.
An dieser Stelle begrüsst Landratspräsidentin Elisabeth Schneider (CVP) alt Landrat Max Ritter auf der Zuschauertribüne.
Für das Protokoll:
Andrea Maurer, Landeskanzlei
Fortsetzung